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Erfolgreiche Firmengeschichte: Bad Homburg: Vor 160 Jahren gründete Heinrich Lotz seinen Spenglerbetrieb

Von Im Landgräflich-Hessischen Amts- und Intelligenz-Blatt zu Homburg für das Jahr 1857 empfiehlt sich Heinrich Lotz als Spengler "zur prompten und billigen Ausführung aller in sein Fachgebiet einschlagender Arbeiten". 160 Jahre und fünf Generationen später gehört der Betrieb noch immer der Familie. Allerdings haben sich die Aufgaben grundlegend verändert.
Jasmin und Christian Lotz führen das Familienunternehmen in sechster Generation. Im Spiegel sind die fünf Vorgänger-Generationen zu sehen, die in der neu gestalteten Bäderausstellung einen Ehrenplatz haben. Foto: Jochen Reichwein Jasmin und Christian Lotz führen das Familienunternehmen in sechster Generation. Im Spiegel sind die fünf Vorgänger-Generationen zu sehen, die in der neu gestalteten Bäderausstellung einen Ehrenplatz haben.
Bad Homburg. 

Stolz führt Christian Lotz durch die Bäderausstellung in der Louisenstraße 118. Das Neueste im Bereich Badtechnik und -gestaltung ist hier zu sehen (siehe auch nebenstehenden Text). An einer Wand die großformatigen Portraits von sechs Ehepaaren, die alle ihren Teil dazu beigetragen haben, dass aus der kleinen Klempnerei in den vergangenen 160 Jahren ein Flagschiff für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik wurde, denn der Betrieb wurde bereits fünf Mal in direkter Vater-Sohn-Folge weitergegeben.

Den Grundstein legte Heinrich Lotz, der nach fünfjähriger Wanderschaft im Sommer 1857 eine Spenglerei in der Obergasse eröffnete. „Damals gab es längst nicht in jedem Haus ein Bad, und fließend Wasser war eine Seltenheit“, erzählt der Ur-Ur-Ur-Enkel des Firmengründers. In zweiter Generation übernahm Friedrich-Ludwig Lotz das „Spenglerei- und Installations Geschäft“, das am Firmensitz in der „Luisenstraße 61 ½ – gegenüber dem Kurhaus, Fernsprech-Anschluß No. 73 – Gas-, Kalt- und Warmwasser-Anlagen, Pumpen, Bade-, Spühl- und Closet-Einrichtungen, Gas, Koch- und Heiz-Anlagen, Elektrische Haustelegraphen-, Telephon- und Lichtanlagen, Blitzableiter“ anbot, darüber hinaus aber auch „Dachbedeckungen und Ornamente in Zink, Kupfer, Haus- und Küchengeräte jeder Art“ sowie „Reparaturen prompt und billigst“ offerierte, wie es in einer Werbeanzeige aus dem Jahr 1912 steht.

Geschäft ausgebombt

In dritter Generation ging das Familienunternehmen an Heinrich Lotz über, ihm folgte sein Sohn Heinz, der Großvater des heutigen Inhabers Christian Lotz. „Als mein Opa im Krieg und in Kriegsgefangenschaft war und das Geschäft ausgebombt wurde, hat meine Oma Liese Lotte, die in diesem Frühjahr verstarb, den Laden in einer Art Baracke unter schwierigsten Bedingungen weitergeführt. Ich habe große Hochachtung vor ihrer besonderen Leistung“, erzählt der 41-Jährige, der den Betrieb seit 2005 (bis 2015 noch gemeinsam mit seinem Vater Wolfgang) führt.

Auf ein neues Level

Oma Liese Lotte ist auch der in den 1960er Jahren erfolgte Umzug an den heutigen Standort in der Louisenstraße 118 zu verdanken. „Jede Generation hat vorausschauend gehandelt, die Firma weiterentwickelt und auf ein neues Level gehoben. Wir wollten nicht nur vorne mit dabei sein, sondern vorne dran“, stellt der heutige Firmenchef fest, während er aus der 160-jährigen Geschichte erzählt.

Dass die Firma Lotz Leih-Badewannen mit dem Bollerwagen zu den Kunden fuhr und die alten Toilettenzug-Griffe aus Porzellan (über die man früher den hochhängenden Spülkasten betätigte) mit dem Firmenlogo bemalen ließ, waren ebenso gelungene Marketingmaßnahmen wie Deutschlands erste Bäder- und Küchenausstellung, die Wolfgang Lotz Anfang der 1980er Jahre eröffnete. „Dafür ist er anfangs von den Kollegen belächelt worden“, erzählt sein Sohn Christian, der im Jahr 2000 mit den Meistertiteln als Gas- und Wasserinstallateur sowie als Zentralheizungs- und Lüftungsbauer in den Familienbetrieb einstieg. Heute sind die beiden Berufe unter der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik vereint. „Damals haben wir die Ausstellungsfläche auf 400 Quadratmeter verdoppelt, und jetzt, 17 Jahre später, wurde sie noch einmal komplett umgestaltet“, so der Chef in sechster Generation. Seine Frau Jasmin sowie seine Schwester Stefanie helfen ebenso mit wie 15 Mitarbeiter, von denen viele seit Jahren, teils Jahrzehnten dem Betrieb verbunden sind.

Ob es eine siebte Sanitär-Lotz-Generation geben wird, steht noch nicht fest, doch die Weichen sind gestellt: „Mein zwölfjähriger Sohn Lukas hat in den Ferien ein bisschen mitgeholfen. Ich würde mich freuen, wenn er mal die Firma übernimmt“, sagt Christian Lotz.

Jetzt freut er sich erst einmal auf die Jubiläumsfeier mit Hausmesse, die das Bäderstudio und Energiesparzentrum Lotz am heutigen Samstag von 10 bis 16 Uhr für Stamm- wie für und Neukunden ausrichtet.

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