Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Bad Homburg 7°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

„Volcanic Seven Summits“: Bad Homburger will mit dem E-Bike auf den Kilimandscharo

Das Ziel vor Augen, aber nicht losfahren können: Adrian Rohnfelder hatte mit vielem gerechnet, nur nicht damit, dass die Akkus für seine E-Bike-Tour zum Uhuru Peak mit so viel Verspätung eintreffen würden. Doch das Warten lohnte sich für den Bad Homburger.
Zur Vorbereitung absolvierte Adrian Rohnfelder im Taunus ein anspruchsvolles Training: 981 Kilometer mit 29 160 Höhenmetern. Bilder > Zur Vorbereitung absolvierte Adrian Rohnfelder im Taunus ein anspruchsvolles Training: 981 Kilometer mit 29 160 Höhenmetern.
Bad Homburg. 

Die sogenannte „Volcanic Seven Summits“, die Besteigung der sieben höchsten Vulkane auf sieben Kontinenten, das hat sich Adrian Rohnfelder vorgenommen. Den Mount Sidley in der Antarktis hat der Landschafts-, Reise- und Abenteuerfotograf schon zu Beginn des Jahres bestiegen. Nun folgte mit dem Kilimandscharo in Tansania der zweite Gipfel. Hierfür hat sich der Bad Homburger etwas ganz Besonderes ausgedacht und ist als erster Mensch mit einem elektronischen Fahrrad, einem E-Bike, auf den Berg gefahren.

„Training beendet“, schreibt Adrian Rohnfelder am 4. September in seinen Internet-Blog. Er resümiert: „In zwei Tagen geht es nun los. In den letzten Monaten habe ich dafür zu Fuß, mit Mountainbike und elektronischen Mountainbike ein fleißiges Trainingspensum abgespult: 981 Kilometer mit 29 160 Höhenmetern – und bin nichtsdestotrotz sehr gespannt, was mich erwartet. Was dann auf den 49-Jährigen zukam, der sich aufgemacht hatte um als erster mit dem E-Bike den höchsten Gipfel des Kilimandscharo zu erreichen, hätte er sich nicht träumen lassen. Höchstens „alpträumen“ vielleicht.

Pünktlich war er am 6. September in den Flieger nach Tansania gestiegen. Unpünktlich waren jedoch die gesponserten E-Bike-Akkus per Frachtflugzeug auf die Reise gegangen. Eigentlich hätten sie vier Wochen vorher den Weg nach Afrika antreten sollen. Lieferschwierigkeiten und ein ausgefallener Flug waren jedoch der Grund dafür, dass sie erst kurz vor Rohnfelder auf dem Kontinent landeten – etliche hundert Kilometer von ihm entfernt.

Warten auf die Akkus

So begann das Abenteuer mit einem kleinen Lehrstück über das Zusammenspiel afrikanischer Speditionslogistik und deutscher Planung. Im Gegensatz zur 14-köpfigen Crew inklusive Reisekoch ließen die Akkus auf sich warten. „Morgen“ ,versicherte man dem Abenteurer immer wieder, „morgen wird die Ware kommen“. Nach acht Tagen wurde dann sogar, der an Verspätungen gewöhnte Touren-Guide unruhig. „Das ist wirklich ein nettes Land mit tollen Leuten, aber das hat mich dann doch etwas wahnsinnig gemacht“, erinnert sich Rohnfelder. Er hatte mit dem rund 20 Kilogramm schweren E-Bike das „Schieben“ im Gelände geübt, er war die Taunusberge auf und ab gefahren, hatte geplant, organisiert und hatte zu Hause wochenlang zur Akklimatisierung in einem Höhenzelt übernachtet. Nun saß er sprichwörtlich auf heißen Kohlen. „Da wir stets auf den nächsten Tag vertröstet wurden, haben wir die Zeit auch nicht genutzt um einen Ausflug oder eine Safari zu machen“, erzählt der Bad Homburger, „wir haben rumgesessen und alle zwei Stunden habe ich mal ein Telefonat geführt“. Aufgeben war aber für Rohnfelder und seinen Teamkollegen Roman Schuster, Geschäftsführer eines österreichischen Tourenanbieters, keine Option.

Tatsächlich startete dann am 17. September, einen Tag nach dem der Familienvater eigentlich schon wieder zu Hause sein wollte, die Erst-Befahrung des Kilimandscharos. „So viel Pech wie wir vorab hatten, so viel Glück hatten wir später.“ Sieben Tage lang begleiteten Schuster und ihn ideales Wetter, das ihnen sogar einen perfekten Gipfeltag bescherte. Es war windstill, wolkenfrei und recht warm als Rohnfelder den höchsten Punkt Afrikas, den Uhuru Peak, auf 5895 Metern Höhe erreichte. „Das Gefühl, besonders nach der Vorgeschichte, war unglaublich“, versucht der Fotograf seine Emotionen in Worte zu fassen. „Da oben war absolutes Glück, ein Hochgefühl.“

Zuvor waren sie 35 Kilometer und 4000 Höhenmeter durch 5 Vegetationszonen gefahren. Auch wenn jede Zone seine eigene Schönheit besitzt, ist es doch vor allem die alpine Wüstenzone, die den Vulkanfan mit ihrem kargen und urgewaltigen Charme fasziniert.

Wiederum fasziniert wurden sie selbst von Einheimischen betrachtet. Egal wo Sie hinkamen – das in Afrika weitestgehend unbekannte E-Bike sorgte für Aufsehen. Im Gelände scheint sich das Gefährt bewährt zu haben. Schieben musste Rohnfelder nicht oft und ansonsten brachte ihn das Rad recht angenehm durch eine atemberaubende Landschaft und über Untergründe, die mit dem normalen Fahrrad nur schwer zu passieren sind.

Während der Reise sind mehr als 3000 Fotos und unzählige Filmminuten entstanden. Rund 15 000 Euro hat das Abenteuer für zwei Personen gekostet und das Geld will Rohnfelder, der sich Anfang des Jahres mit seiner Leidenschaft selbstständig gemacht hat, stückweise wieder erwirtschaften. Fotos, Videos und Reportagen werden Sponsoren, Magazine und Interessierten angeboten.

Zur Startseite Mehr aus Vordertaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse