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Historisches Gebäude: Bahnhof: Käufer stellen Konzepte vor

Von Wer hat das beste Nutzungskonzept, bietet einen angemessenen Preis, kann die Finanzierung stemmen und achtet auf die Architektur des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes? Um diese Fragen geht es am Dienstag im Stadtentwicklungsausschuss, wenn sich potenzielle Käufer präsentieren.
Bei der künftigen Nutzung des Bahnhofsgebäudes geht es auch um die Unterbringung von Kiosk und Reisezentrum (links). Bei der künftigen Nutzung des Bahnhofsgebäudes geht es auch um die Unterbringung von Kiosk und Reisezentrum (links).
Kronberg. 

Der Verkauf des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes steht am Dienstag, 28. August, bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) auf der Tagesordnung. Weil diese besonders lang ist und etliche der Anträge einen erhöhten Diskussionsbedarf versprechen, beginnt die öffentliche Sitzung bereits um 18 Uhr in der Stadthalle (Raum Feldberg).

Spannend ist die Frage, wie viele der vier Kaufinteressenten die Vorauswahl der Stadtverwaltung passiert haben und ihre Konzepte der Öffentlichkeit präsentieren werden. Auch die Mitglieder des Magistrats werden den Termin nutzen, um ihren Informationsbedarf zu stillen.

Die Bewertungskriterien

Die Kaufangebote wurden seitens der Verwaltung nach folgenden Kriterien bewertet: dem Kaufpreis, dem Finanzierungskonzept, dem Nutzungs- und schließlich dem architektonischen Konzept.

Der Magistrat hat nach Auskunft des Ersten Stadtrats Robert Siedler (parteilos) noch keine Entscheidung gefasst – entsprechend liegt noch keine Beschlussempfehlung vor, über die die Mitglieder des Fachausschusses abstimmen können. Es handelt sich bei dem Tagesordnungspunkt laut Siedler daher auch nicht um eine Vorlage, sondern um einen Bericht.

Daher stellt sich die Frage, wie es nach der Ausschusssitzung weitergeht. Denkbar ist laut Siedler eine zusätzliche ASU-Sitzung, in der dann über eine vom Magistrat beschlossene Vorlage abgestimmt wird. Alternativ käme in Frage, die Abstimmung in die Stadtverordnetensitzung am Donnerstag, 13. September, zu verschieben. Dabei geht es laut Erstem Stadtrat um die Frage, mit welchen Kaufinteressenten weiter verhandelt wird. Mit dem Abschluss eines endgültigen Kaufvertrags rechnet Siedler noch in diesem Jahr.

Anderthalb Jahre Bauzeit

Ein weiteres Jahr könnte erfahrungsgemäß ins Land ziehen, bis Baureife erlangt wird. Für die Bauausführung müsse man 14 bis 16 Monate kalkulieren. In der zweiten Hälfte 2020 könnte dann das Bahnhofsgebäude fertig saniert sein. Vorausgesetzt, alles läuft ohne größere Komplikationen und Reibungsverluste. Ganz einfach ist die Aufgabe nicht, sind doch in vielen Detailfragen Abstimmungen mit der Denkmalpflege und der Deutschen Bahn erforderlich.

Ursprünglich hatte der Magistrat einen von ihm favorisierten Interessenten aus Kronberg präsentiert, mit dem über einen längeren Zeitraum Verhandlungen geführt wurden. Diese Präsentation fand in einer Informationsrunde vor Beginn der Juni-Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses statt. Schon das wurde von einige Stadtverordneten kritisiert. Ihrer Ansicht nach gehörte das Thema in den Stadtentwicklungsausschuss. Weitere Kritik gab es, als bekannt wurde, dass das Bahnhofsgebäude nicht wie von einigen angenommen verpachtet, sondern verkauft werden soll. Schließlich hatte vor sieben Jahren die Stadt ihr Vorkaufsrecht genutzt, um das historische Gebäude vor dem Zugriff eines Investors zu sichern, wie die Grünen monieren. Der CDU ist es wichtig, der Stadt langfristigen Einfluss auf die Nutzung des Gebäudes zu sichern. Ausgerechnet die FDP hatte vorgeschlagen, die Stadt solle das Bahnhofsgebäude in Eigenregie entwickeln. Der SPD indes wäre es am liebsten gewesen, die Stadt hätte die Verträge mit dem Investor zum Abschluss geführt, mit dem bereits verhandelt worden war. Die Wählergemeinschaft KfB schließlich hatte beantragt, es sollten Alternativangebote eingeholt werden.

Neben den inhaltlichen Fragen zu den Konzepten der Anbieter steht auch im Raum, ob die politischen Parteien das von der Verwaltung gewählte (Auswahl-)Verfahren akzeptieren werden. Am Dienstag werden die Kronberger Bürger auch das erfahren.

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