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„Barfuß bis zum Hals“

Von Der Naturisten-Sportverein Helios Taunus hat Sommerfest gefeiert – bekleidet. Es geht nämlich bei den Nudisten nicht darum, in jeder Lebenslage nackt zu sein, sondern, wenn’s halt passt, nackt und braun gebrannt. Die TZ hat mal nach gängigen Vorurteilen und Argumenten fürs Nacktsein gefragt.
Beim Sommerfest stehen die Mitglieder des Naturistenvereins Helios bekleidet am Beckenrand. In ihrem Pool baden sie aber selbstverständlich nackt. Beim Sommerfest stehen die Mitglieder des Naturistenvereins Helios bekleidet am Beckenrand. In ihrem Pool baden sie aber selbstverständlich nackt.
Oberursel. 

Hellblau leuchtet das Wasser im Pool der Naturisten des Vereins Helios, zartrosa der Sektmix, der zur Begrüßung beim Sommerfest der Nudisten ausgeschenkt wird. Nein, sie sind nicht alle nackt bei ihrer Feier, obwohl es das Wetter hergäbe.

Doch Vorsitzender Bernd Urban will gleich einmal aufräumen mit den typischen Vorurteilen: „Ja, wir praktizieren die Freikörperkultur, aber nicht in allen Lebenslagen.“

Gewitzelt würde gerne einmal, ob sich die Mitglieder denn etwa beim Grillen nicht irgendwas verbrennen könnten, erzählt der Vorsitzende, der den Verein mit derzeit 38 Mitgliedern seit 26 Jahren führt – und schüttelt verständnislos den Kopf. „Natürlich sind wir auch bei unserer Jahreshauptversammlung angezogen, aber auch danach wurde schon lächelnd gefragt.“

Mitglied Sabine Metzner, deren Mann Markus Vollhardt beim Fest den Grillmeister gibt – und sich bisher nicht verbrannt hat –, drückt ihre Philosophie, die sie bei Helios ausleben kann, so aus: „Beim Rompel auf dem Parkplatz steht immer ein Händler, der Hähnchen verkauft, und auf dem Schild an seinem Wagen steht ,Am liebsten nackt und braun gebrannt‘.“ Dies sei ihr Lebensgefühl, betont Metzner, und Urban fügt hinzu: „Es ist auch viel angenehmer, ohne Badebekleidung schwimmen zu gehen.“ Wenn es heiß sei, sagt der Vorsitzende, schwitze man die Kleidung durch, nackt gehe man einfach zwischendrin unter die Dusche und sei wieder frisch.

Nicht unseriös

Ja, die Nudisten haben einige Argumente für ihr Lebensgefühl. Nicht schön finden sie allerdings, dass manche Leute ihnen ein schlüpfriges Image verpassen wollen, und auch den Ausdruck FFK-Club möchten sie nicht mit ihrem Verein in Verbindung gebracht haben: „Das hört sich gleich wieder irgendwie unseriös an, wir sind halt gerne barfuß bis zum Hals bei warmen Wetter, mehr nicht.“

Zur Feier des Tages besucht auch Brunnenkönigin Nadine I. mit ihrem Brunnenmeister Christian das 3000 Quadratmeter große Areal an den Kieskauten. Vorbei an bunt blühenden Rosenstöcken führt Urban Orschels Repräsentanten zum Carport, einer Art offenen Scheune, wo die Mitglieder bei Regen zusammensitzen können. Etwas weiter über die Wiese gibt es ein Badmintonfeld, eine Tischtennisplatte und Schaukeln für Kinder. Aus einem Kiosk werden Getränke ausgegeben. Im großzügigen Holzhaus gibt es die „Gute Stube“, eine Gastwirtschaft, in der Anji Paesler gerade den nächsten Sekt öffnet. Das Brunnenpaar bekommt aber auch die Duschen, die Umkleiden, die Sauna und die Küche gezeigt. „Unsere Sauna ist jeden Mittwoch ab 18 Uhr und jeden Sonntag ab 15 Uhr für jedermann geöffnet“, betont Urban.

Nadine I. gefällt es beim Verein Helios, sie gehe gern in die Sauna und habe kein Problem mit freier Körperkultur. Augenzwinkernd schiebt sie nach: „Ich habe überlegt, ob ich nur mit Schärpe und Krone herkomme.“

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