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„Behutsame“ Lehrerkürzung

Von Die Lehrerzuweisung in der Oberstufe soll schrittweise bis 2018 gesenkt werden. Eltern von Schülern der gymnasialen Oberstufe im Hochtaunuskreis beobachten diese Entwicklung mit Sorge – zu der laut Kultusministerium allerdings gar kein Anlass besteht.
Hochtaunus. 

Der Brief, den Hessens Kultusminister Professor Alexander Lorz (CDU) 2015 an Eltern geschickt hat, hatte es in sich: „Stellenumlenkungen im Bereich Grundschule und Oberstufe“ war er überschrieben und beinhaltete, dass bei den 50 000 Lehrerstellen in Hessen umverteilt werden muss zugunsten der Ausweitung des Ganztagsangebotes sowie von Inklusions- und Deutschförderung.

Diese „behutsame Umlenkung“ – weil kein Geld für neue Stellen da ist – erfolgt schrittweise bis 2018 und die Gymnasien des Hochtaunuskreises sind alles andere als glücklich damit. Sie sollen bereits im Juli 2015 einen Brief an den Kultusminister geschrieben haben, in dem sie um die Rücknahme der Kürzungen gebeten haben. Lorz soll den Brief zwar beantwortet haben, allerdings erst Mitte September und mit negativem Bescheid.

Die Elternvertreter der Gymnasien bereiten derzeit einen weiteren Brief vor, in dem sie um ein Gespräch bitten. „Bei einer 58-prozentigen Übertrittsquote von der Grundschule aufs Gymnasium wäre zu erwarten, dass man diese Schulform stärkt und nicht schwächt“, sagt ein Elternvertreter, der namentlich nicht genannt werden will. Er und seine Kollegen befürchten, dass die Lehrerkürzungen in der Oberstufe „eklatanten Einfluss auf die Vielfalt des Bildungsangebotes der Gymnasien haben könnten“, also dass möglicherweise bestimmte Kurse wegfallen.

Das sei ein Trugschluss, sagt Stefan Löwer, Sprecher des Kultusministeriums. In der Oberstufe errechneten sich die Stunden- und damit die Lehrerzuweisungen nach Schülerzahlen. Je höher die Zahl der Anmeldungen zu einem Kurs sei, desto wahrscheinlicher sei es, dass der Kurs zustande käme.

Was allerdings durchaus betroffen sein könnte, sei die Kursgröße, zumal vor dem Hintergrund, dass die jeweilige Schule ja selbst entscheide, welche Kurse sie anböte. Löwer: „Will sie etwa einen Chemie-Leistungskurs anbieten, auch wenn sich dafür nur sieben Schüler anmelden, kann sich das auf den Geschichte-Grundkurs auswirken, in dem dann mehr Schüler sitzen.“

Genaue Kursteilnehmerzahlen im Hochtaunus liegen der TZ zwar nicht vor, aber Zahlen, die belegen, dass sich die Einsparungen hier im Schuljahr 2015/16 doch schon bei den Lehrerstunden bemerkbar machen: Die acht Schulen mit gymnasialer Oberstufe – Humboldtschule (HUS), Kaiserin-Friedrich-Gymnasium (KFG), Gymnasium Oberursel, Christian-Wirth-Schule, Adolf-Reichwein-Schule, Philipp-Reis-Schule, Taunusgymnasium und Altkönigschule – mussten zusammen Kürzungen von 166,49 Stunden hinnehmen, sagt die Statistik des Kultusministeriums. Macht 6,47 Stellen, die gegenüber dem Vorjahr insgesamt an diesen Schulen eingespart wurden. Allein an der HUS sind 28,52 Stunden weggefallen. Das entspricht einer ganzen Stelle, am KFG 22,95 Stunden – das entspricht 0,89 Stellen.

Wie diese Zahlen für die kommenden Schuljahre aussehen, kann Löwer nicht sagen, denn: Der tatsächliche Lehrerbedarf ergibt sich aus den gemeldeten Schülerzahlen. Und die liegen nicht vor Mai auf dem Tisch. Die Plan-Statistik des Ministeriums geht aber auch für die kommenden beiden Schuljahre von Stelleneinsparungen an den Schulen von insgesamt mindestens drei pro Schuljahr aus.

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