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15. Sellwicher Brunnengebabbel: Beim ungezwungenen Treffen ging es diesmal um die Gastwirtschaften

Zum 15. Sellwicher Brunnengebabbel kamen wieder mehr als 50 Besucher. Sie konnten dabei am Mittwoch auch selbst Geschichten zum Besten geben.
Reinhold Bingenheimer trägt beim 15. Sellwicher Brunnengebabbel am Töpferbrunnen eine launige Geschichte vor. Reinhold Bingenheimer trägt beim 15. Sellwicher Brunnengebabbel am Töpferbrunnen eine launige Geschichte vor.
Seulberg. 

Die Sache mit dem Gebabbel ist aus einer Apfelweinlaune heraus entstanden: „Bei einer größeren Familienfeier saßen fünf älteren Seulberger zusammen, haben Apfelwein getrunken und sich unterhalten“, erinnern sich Reinhold Bingenheimer und Bernd Föller. Dieses gemütliche Bild war bei den beiden die Initialzündung. „Wir haben uns gedacht, so etwas könnte man doch auch im Ort machen, jeweils an einem anderen der drei Brunnen, die wir hier haben.“ Das Sellwicher (Seulberger) Brunnengebabbel war geboren.

Das ungezwungene Treffen mit Apfelwein und deftigem Imbiss gibt es seit 2011 in unregelmäßigen Abständen – am Mittwoch fand es zum 15. Mal statt. Waren beim allerersten Brunnengebabbel ganze elf Menschen dabei, sind heute 50, 60 und mehr Gäste das Übliche. Seit einigen Jahren ist der Platz am Töpferbrunnen zum festen Veranstaltungsort geworden. „Hier haben wir Platz für die Tische und Bänke, die schnell aus dem Heimatmuseum gegenüber geholt werden können“, sagt Organisator Föller.

Gerne in Platt

Nach der ersten Runde Apfelwein werden Geschichten und Anekdoten vom „Rudes Gustav“, „Scholze-August“ oder davon erzählt, wie mal der „Giggel“ (Gockel) auf dem Kirchturm fast heruntergeschossen wurde. Jeder, der mag, ist eingeladen, zum Mikrofon zu greifen und seine Erinnerungen und Erlebnisse – wenn möglich auf Sellwicher Platt – zum Besten zu geben.

So wie am Mittwochabend Reinhold Bingenheimer, der launig erzählte, wie er als kleiner Junge auf dem Pritschenwagen seines Onkels saß, als plötzlich das vorgespannte Pferd durchging und durch den Ort raste, um genau vor der Gaststätte „Zum Taunus“ abzubremsen. „Der Gaul war dressiert und hat nur vor Gastwirtschaften gehalten“, so die Pointe der Geschichte.

Passend zur Ausstellung

Die passte sehr gut zum Thema: Anlässlich der laufenden Sonderausstellung im Heimatmuseum „Stöffche und Stammtisch“ gab Bernd Föller einen kurzen Überblick zu der von ihm recherchierten Geschichte der sieben letzten Gastwirtschaften Seulbergs. Dass sich die Organisatoren jeweils bestimmte Themen für die Treffen ausdenken, ist durchaus üblich. So ging es in der Vergangenheit schon um den Wald, die Bienen, die Seulberger Kirche oder auch einen Wasserspeier in der Nähe.

Sinn und Zweck der Treffen ist aber das Beieinandersein. „Hier treffen sich Menschen, die sich ansonsten vielleicht nur einzeln mal sehen, sozusagen in hoch konzentrierter Form“, sagt Christa Tröger, die regelmäßig dabei ist. „Man bekommt mit, was im Ort passiert, und wird mit Klatsch und Tratsch versorgt.“ Zwar sind es in erster Linie die alteingesessenen und eher die älteren Semester, die diese Möglichkeit nutzen: Grundsätzlich aber sind alle eingeladen, egal ob Sellwicher, Friedrichsdorfer aus anderen Stadtteilen oder Zugezogene.

Einer von ihnen ist Torsten Uhlig, der mit seiner Frau Steffi und den beiden kleinen Kindern seit kurzem mitten im alten Ortskern wohnt. Zwar stammt die Familie seiner Frau von hier, er selbst kommt aber aus Berlin. Er hat sich gerne auf einer der Bierbänke dazugehockt: „Man will ja auch mal seine Umgebung kennenlernen und einfach im Ort ankommen.“ Das geht bei Apfelwein und lockerem Gebabbel am Brunnen und unter freiem Himmel ziemlich gut.

(alv)

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