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Burgverein kürt „Newcomerin“: Bellissima: Auf Isabelle folgt Isabella

Von Isabella Radke wird am 3. Juni zum neuen Königsteiner Burgfräulein gekrönt. Beim gestrigen Neujahrsempfang wurde die kommende Lieblichkeit vorgestellt. Ihr überaus früher Amtsantritt ist der Rücksichtnahme auf einen noch mächtigeren Herrscher geschuldet.
Isabella Radtke (vorn, 3. v. re.) wird am 3. Juni von Schirmherr Alexander Fürst zu Stolberg-Roßla (2. Reihe, li.) zum neuen Burgfräulein gekrönt und löst damit Isabelle I. ab (2. Reihe, 3. v. li.). Bilder > Foto: Jochen Reichwein Isabella Radtke (vorn, 3. v. re.) wird am 3. Juni von Schirmherr Alexander Fürst zu Stolberg-Roßla (2. Reihe, li.) zum neuen Burgfräulein gekrönt und löst damit Isabelle I. ab (2. Reihe, 3. v. li.).
Königstein. 

Wer wird es denn jetzt – das neue Königsteiner Burgfräulein? Beim gestrigen Empfang des Burgvereins wurde reichlich gerätselt. Einige hatten so ihre Vermutungen, ganz Wenige grinsten viel wissend, aber nichts sagend. Sogar der sonst recht nützliche, weil prüfende Blick in die Runde wollte keinen Aufschluss geben. Alle großen „Dynastien“, sprich Familien mit ehemaligen und potenziellen Burgfräuleins in ihren Reihen, waren da.

Ein untrüglicher Hinweis darauf, dass die angehende Lieblichkeit eine von außen kommende sein könnte. Und genau so ist es auch: Mit Isabella Radke wird am 3. Juni eine dynastische Newcomerin den Thron der Kurstadt besteigen. Was nicht heißen soll, dass die 18-Jährige keinen Bezug zum Burgfest hätte.

Ganz im Gegenteil. Die Wahl des Präsidiums des Burgvereins fiel auf eine charmante, junge Frau, die zwar in Frankfurt geboren ist und dort auch die Grundschule besucht hat. In Königstein wohnt sie mit ihrer Familie allerdings schon seit 1999 und das Burgfest liebt sie seit frühester Kindheit, wie Birgit Becker, die Präsidentin des Burgvereins, die zahlreich versammelten Gäste im Foyer des Hauses der Begegnung wissen ließ.

Hatte Isabella als kleines Mädchen die Autogramm-Karten der damaligen Lieblichkeiten selbst noch fleißig gesammelt, so darf sie künftig also ihre eigenen Karten verteilen.

Zwar dürfte das neue Amt ihr kaum Zeit lassen, beim diesjährigen Burgfest im Keller der Minnesänger mitzuhelfen. Sonst tut sie das gerne. Aber dafür haben die Sänger sicher Verständnis, schließlich stellen sie in diesem Jahr gewissermaßen die Herrin Stadt.

Neben dem Regieren und Repräsentieren dürfte bei Isabella von Juni an der Blick in die Schulbücher sicher dominieren, hat sie doch für 2017 das Abitur an der St. Angela-Schule fest im Blick. Die Zeit, die darüber hinaus noch bleibt, verbringt sie am liebsten im Sattel, hat sie doch für sich das Reiten vor einem Jahr als neue Passion entdeckt. Hinzukommt eine für eine junge Frau durchaus ungewöhnliche, aber für ein angehendes Burgfräulein äußerst nützliche Freizeitbeschäftigung: Isabella singt sehr gerne – noch dazu mittelalterliche Lieder. Das stärkt die Stimme, mindert das Lampenfieber bei öffentlichen Auftritten und ist zudem ein Hobby, das sie mit ihrem Freund Mark-Philipp Halberstadt teilt. Der 21-Jährige ist es auch, den Isabella an ihrer Seite weiß, wenn sie nach ihrer Inthronisation als Königsteiner Botschafterin durch die Lande tourt.

Mark-Philipp wird dann ihr Junker sein – noch dazu einer mit ausgewiesener Expertise in Sachen Burgfräulein-Begleitung. Immerhin hat er schon seinen beiden Schwestern, Anja und Svenja, als Page „gedient“, als sie 2003 respektive 2004 den „Mantel der schützenden Gewalt“ trugen.

Ebenfalls wohlvertraut mit dem, was um ein Burgfräulein herum zu tun ist, sollte Hofdame Franziska Pfaff sein. Schließlich entstammt auch sie einer der bekannten „Dynastien“ und ist noch dazu selbst derzeit amtierende Königsteiner Lavendelkönigin. Komplettiert wird der Hofstaat durch Hofdame Vivien, eine gute Freundin aus Schultagen, und Isabellas 13-jährigen Bruder Gianluca, der sie als Page begleiten wird.

Klingt nach perfekten Rahmenbedingungen für einen Amtsantritt, der als einer der frühesten in die Geschichte des Burgfestes eingehen dürfte. Am Freitag, 3. Juni, wird das noch amtierende Burgfräulein Isabelle I. die Krone an ihre Nachfolgerin weiterreichen und schon am möglichst späten Sonntag, 5. Juni, ist die ganze Burgfest-Herrlichkeit auch bereits wieder vorbei.

Das ist zum einen natürlich dem Kosten bedingten Wegfall des Montags geschuldet. Eine Verkürzung der Veranstaltung von vier auf drei Tage, die aus Sicht des Präsidiums ihren Sinn erfüllt hat und an der auch in diesem Jahr festgehalten wird. Zum anderen aber, so Birgit Becker, feiere man das Burgfest so früh wie lange nicht mehr, weil „König Fußball“ seinen Tribut verlange. Am 10. Juni nämlich starte die Fußball-EM in Frankreich.

König Fußball regiert

Dass man mit der nicht in Konkurrenz treten wolle, sei wohl eine weise Entscheidung gewesen, vermutet auch Stadtverordnetenvorsteher Robert Rohr (ALK), obwohl er vom Angebot des Burgfestes mehr als nur überzeugt ist. „Was Sie Jahr für Jahr auf die Beine stellen, ist eindrucksvoll. Sie bereichern die Stadt lobte der Parlamentschef das Engagement von Präsidium, Mitgliedern und allen anderen Vereinen, die sich für den Fortbestand der Königsteiner Traditionsveranstaltung stark machen.

Dass das den Vereinsverantwortlichen immer schwerer gemacht werde, davon kann Stadtrat Jörg Pöschl (CDU) auch aus eigener Erfahrung als Vereinsvorsitzender ein Lied singen. „Immer mehr Vorschriften behindern die Vereine, machen solche Veranstaltungen fast unmöglich“, unterstrich Pöschl in seinem Grußwort, dankte den Akteuren namens des Magistrats dafür, dass sie dem Burgfest neues Leben eingehaucht hätten und ermunterte sie zugleich, sich „nicht entmutigen zu lassen.“

Als ermutigendes Zeichen dafür, dass die Königsteiner sich mit ihrem Burgfest identifizieren, würde sich Pöschl wünschen, dass wieder mehr Kernstadt-Bewohner an den „Feier“-Tagen mit Deko und Fahnen an ihren Häusern Flagge für das Heimatfest zeigen.

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