Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Bad Homburg 26°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Eintracht-Fanclubs bereiten sich auf das Pokalfinale der Eintracht vor: Berlin, Berlin, ihr seid in Berlin

Immer, wenn unsere Eintracht im DFB-Pokalendspiel stand – bislang sechs Mal – wurde sie von Fans aus dem Hochtaunuskreis unterstützt. TZ-Mitarbeiter Wolfgang Kullmann hat mit heimischen SGE-Anhängern gesprochen und gefragt, ob sie schon mal bei einem Finale dabei waren und ob sie dieses auch wieder in Berlin sind.
Eintracht-Fans only: Die „Stedter Adler“ haben in der Kneipe „Zum Bojo“ ihren Stammtisch. Foto: Jochen Reichwein Eintracht-Fans only: Die „Stedter Adler“ haben in der Kneipe „Zum Bojo“ ihren Stammtisch.
Hochtaunus. 

Eines der begehrten Tickets für ein Pokalendspiel mit der Frankfurter Eintracht zu bekommen, war und ist für Andreas Nöll nie ein Problem gewesen. Der frühere, langjährige Fußball-Abteilungsleiter des TuS Merzhausen ist nämlich Mitglied und Dauerkartenbesitzer. Solche Edelfans werden zu Recht bei der Ticketvergabe bevorzugt behandelt. Natürlich ist Nöll am kommenden Samstag in Berlin gegen Dortmund dabei. Dort war er schon beim letzten Pokalfinale mit Frankfurter Beteiligung – im Mai 2006 als die SGE gegen den haushohen Favoriten Bayern München mit 0:1 verlor.

Dass er damals nach Berlin fuhr, war aber nicht selbstverständlich, „Wir standen am selben Tag mit TuS Merzhausen erstmals in einem Kreispokalfinale gegen die Usinger TSG. Ich war hin und her gerissen, entschied mich dann aber schweren Herzens für die Fahrt nach Berlin. Die Entscheidung erwies sich hinterher nicht als ganz falsch, denn nicht nur die Eintracht verlor, sondern auch mein Heimatverein unterlag.“

Nöll schwärmt von Berlin und der Atmosphäre im Olympiastadion. Schon 1988 war er dort, als die Eintracht durch einen Freistoß von Lajos Détári mit 1:0 gegen den VFL Bochum gewann. Das für ihn „vielleicht beste Finale der Eintracht“ fand 1981 – noch nicht in Berlin sondern in Stuttgart – statt, als die Frankfurter mit 3:1 gegen Kaiserslautern Pokalsieger wurden. Natürlich war er auch da live dabei.

Nöll gehört dem Fanclub West-United an, dessen Mitglieder nicht, wie man vermuten könnte, aus Merzhausen, Usingen oder Neu-Anspach stammen, sondern überwiegend aus dem Großraum Bonn-Köln-Wuppertal. Nöll:„ Wir haben uns vor Jahren angefreundet, sind inzwischen wie eine große Familie, die sich regelmäßig trifft.“ Unbestrittener „Star“ dieses Clubs ist ein Fan namens „Wuppi“, der sage und schreibe bisher 494 Eintracht Spielen am Stück beigewohnt hat. An diesem Rekord muss Andreas Nöll noch arbeiten.

Die Highlander

In Sichtweite des Großen Feldbergs ganz oben im Taunus wurde 2007 der Eintracht Fanclub „Highlander“ gegründet. Dessen Mitglieder tragen zwar keine Schottenröcke, haben aber den Wahlspruch des schottischen Nationalhelden William Wallace übernommen: „Es kann nur eine(n) geben!“ Gemeint ist damit natürlich die Frankfurter Eintracht. An die 75 Mitglieder zählt man inzwischen, Neuzugänge sind herzlich willkommen. Der stellvertretende Vorsitzende, Hubert Berzel, charakterisiert den Fanclub so: „Wir sind offen unkompliziert und nicht nur bei Siegen unseres Vereins gut gelaunt. Unsere Mitgliedsbeiträge werden nicht ,verbraten‘, sondern angesammelt und für wohltätige Zwecke gespendet.“

Beim anstehenden Pokalfinale können allerdings nicht alle Highlander live dabei sein. Tickets sind auf dem freien Markt nur sehr schwierig zu bekommen, Flüge und Bahnfahrten nach Berlin waren im Nu ausgebucht. Einige Optimisten hatten allerdings schon vor dem Halbfinalspiel in Mönchengladbach Flüge gebucht. Die sind auf jeden Fall dabei, wie auch eine andere Gruppe, die mit einem Kleinbus anreist. Sie müssen allerdings mit Hotelzimmern vorlieb nehmen, die bis zu 50 Kilometer außerhalb der Hauptstadt liegen. Denn am Pokal-Wochenende ist ja auch noch Kirchentag in Berlin . . .

Und die, die im Taunus bleiben, nehmen mit der Fernseher vorlieb. Eine Siegesfeier vorab zu planen, soll ja Unglück bringen, aber der Nebenraum im Vereinslokal der „Highlander“, der Pizzeria Toni in Ober-Reifenberg, wartet so oder so auf hoffentlich gut gelaunte und feierfreudige Eintracht-Fans – egal wie das Spiel endet. Die Treue und Liebe zur Eintracht wird auf jeden Fall bleiben.

Vereinsinterne Verlosung

Einen passenderen Stammsitz als die Gaststätte „Zum Bojo“ gibt es für den Eintracht Fanclub „Stedter Adler“ wohl kaum. Dahinter verbirgt sich der Name, den einst Fußballfans Fritz Schaller gegeben hatten, der von 1925 bis 1933 erfolgreicher für die Eintracht gestürmt hatte. Sohn Rolf war ebenso talentiert und hat in der Region erfolgreich gekickt. In dritter Generation wird die Gaststätte nun von dessen Sohn Ralf geführt, der dem Fanclub stets den Stammtisch freihält, dessen Wand mit alten Fotos, Trikots und Plakaten geschmückt ist. Da fühlt sich doch gleich jeder Eintracht-Fan wohl, insbesondere die Stedter Adler, die sich unter Vorsitz von Sven Bubser dort alle zwei Monate treffen. Die rund 70 Mitglieder sind zwischen 5 und 87 Jahre alt, der Frauenanteil ist hoch. Sie sind auch „die eifrigsten, wenn es um Vereinsaktivitäten geht“, wie Bubser betont.

Ganze acht Tickets haben die Mitglieder für das Endspiel in Berlin ergattert. Vier davon sind nicht personenbezogen und werden nach einem vereinsinternen Punktesystem vergeben. Samstag morgen um 6 Uhr werden die acht Glücklichen in einem Van in Oberstedten starten und dann live in Berlin dabei sein. Das ist allerdings nur ein kleiner Ausflug, verglichen mit den 1100 Kilometern zum Europa-League-Spiel der Eintracht in Bordeaux. Unter den rekordverdächtigen 12 000 Eintracht Fans war damals auch ein halbes Dutzend der Stedter Adler dabei.

Der Rest, der nicht nach Berlin fährt, wird in der Gaststätte „Zum Bojo“ auf Großbildschirm das Spiel erleben und mindestens genau so mitfiebern wie die Kumpels in Berlin. Die Stedter Adler sind übrigens optimistisch. Der am häufigsten genannte Tipp für das Pokalendspiel lautet 1:0 für die Eintracht – viele tippen auch auf einen Erfolg nach Elfmeterschießen.

Zur Startseite Mehr aus Vordertaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse