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Gotisches Haus: Brandschutz im Schlösschen: So könnten die Lösungen aussehen

Von Weil der Umbau des Gotischen Hauses noch auf sich warten lässt, in dem historischen Gebäude aber die Brandschutzfrage drängt, werden im Rathaus derzeit zwei Szenarien geprüft. Eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera.
Außen makellos weiß, innen marode: So präsentiert sich das Gotische Haus in Dornholzhausen. Das ehemalige Jagdschloss der Landgräfin beherbergt seit 1985 das kulturhistorische Museum der Stadt. An dieser Südfassade soll die Außentreppe befestigt werden. Archivfoto: Jens Priedemuth Außen makellos weiß, innen marode: So präsentiert sich das Gotische Haus in Dornholzhausen. Das ehemalige Jagdschloss der Landgräfin beherbergt seit 1985 das kulturhistorische Museum der Stadt. An dieser Südfassade soll die Außentreppe befestigt werden. Archivfoto: Jens Priedemuth
Bad Homburg. 

Ein kleines weißes Schlösschen mit Zinnen und Bogenfenstern, gleich dahinter tut sich der düstre Wald auf – vom Optischen her könnte das Gotische Haus in einer Saga mitspielen. Die Zustände im Inneren sind nicht ganz so königlich; die anstehende Sanierung des als Museum der Stadtgeschichte genutzten Gebäudes beschäftigt seit einigen Jahren die Stadtverwaltung. Keller feucht, Klimaanlage und Beleuchtung von gestern, und wie man Geschichtliches zeitgemäß präsentiert, macht das wiedereröffnete Historische Museum in Frankfurt trefflich vor.

Wichtigstes Projekt

Die Sanierung des Gotischen Hauses ist eines der gewichtigen Projekte, die die Stadt in den nächsten Jahren zu stemmen hat. Der umfangreiche Umbau wurde noch nicht angegangen; man hatte zunächst den Auszug des Stadtarchivs abwarten wollen. Der ist nun in diesem Sommer erfolgt – seither nutzt das Städtische Historische Museum die einstigen Archivräume im ersten Stock als Lagerfläche.

Schnelle Maßnahme nötig

Dennoch wird mit einem Umbau frühestens 2019 begonnen. 200 000 Euro hat Stadtkämmerer Karl Heinz Krug (SPD) für dieses Jahr in den Investitionsplan geschrieben, 400 000 für 2020 und 7 Millionen Euro für 2021. Damit ist mitnichten sicher, dass das Geld auch tatsächlich ausgegeben wird. Konkret in den Haushalt für nächstes Jahr hat Krug kein Geld eingestellt – weil es im Rathaus ohnehin derzeit keine Kapazitäten für den Museumsumbau gäbe, sagte er jüngst dem Stadtparlament.

Die letzte Kostenschätzung für den Umbau vor einem guten Jahr lag bei 8 Millionen Euro. Damals hatten Frankfurter Architekten im Auftrag der Stadt eine Machbarkeitsstudie vorgelegt. Mit wenigen Mitteln könne man den einstigen „Spirit“ dieses „märchenhaften Hauses“ wieder einfangen, hatte der Projektleiter gesagt. Außer vielen Ideen, wie man die städtische Sammlung effektvoller präsentieren könnte, steuerten die Architekten auch Vorschläge für einen besseren Brandschutz bei. Der kann nicht warten, denn das Museum ist nach wie vor geöffnet. Besucher und Museumsmitarbeiter sind im Brandfall offenbar nicht optimal geschützt. Es gibt nur ein Treppenhaus und daher nur einen Fluchtweg aus den oberen Etagen. Wie kann der Betrieb ausreichend sicher aufrechterhalten werden, bis die große Lösung angegangen wird?

Denkmalschutz prüft noch

Expertenrat zu diesem Dilemma hat die Stadt nun von einem Darmstädter Ingenieurs- und Sachverständigenbüro eingeholt. Der fehlende zweite Rettungsweg sei nicht hinnehmbar, schreiben die Fachleute. Sie empfehlen der Stadt, eine „provisorische Gerüsttreppe“ an der südlichen Außenfassade aufzustellen, durch die Besucher im Falle eines Falles aus dem ersten Stock schnell ins Freie kämen. Sollte dies aus denkmalrechtlichen Gründen nicht möglich sein, „müssen die Museumsräume im ersten Stock geschlossen werden“. Dort präsentiert das Museum derzeit die Porträtausstellung sowie das Münzkabinett; im Obergeschoss befindet sich ein weiterer Ausstellungsraum.

Ob diese kostengünstige und schnell zu realisierende Übergangslösung Wirklichkeit wird, prüft derzeit noch der Denkmalschutz. „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen“, sagt Rathaussprecher Andreas Möring. Diese Informationen gibt es, weil die BLB eine Anfrage an den Magistrat gerichtet hatte. Kommenden Mittwoch wird das Thema im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss erörtert (Beginn: 18 Uhr, Rathaus, Raum 133).

„Jetzt irgendwelche Nottreppen einzurichten ist absurd“, schimpft die BLB-Vorsitzende Beate Fleige. So werde alles nur noch teurer. Museumsleiterin Dr. Ursula Grzechca-Mohr hatte im Frühjahr skizziert, dass man den sensiblen Umzug früh planen müsse, um noch günstig geeignete Unternehmen zu finden.

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