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Infoabend zu Flüchtlingsunterkunft: Bürger fühlen sich „eingekreist“

Ein altes Krankenhaus soll in Bad Homburg umgebaut werden - für hunderte Flüchtlinge. Mit Dixi-Klos und Wachpersonal. Die Pläne wurden jetzt vorgestellt. Die Bürger reagierten - mit Fragen, großer Sorge und auch mit sehr viel Angst.
Zunächst hörten sich die Besucher des Infoabends die Informationen über die geplante Erstaufnahmeeinrichtung noch ruhig an. Später bildete sich vor dem Mikrofon eine Schlange. Foto: Jochen Reichwein Zunächst hörten sich die Besucher des Infoabends die Informationen über die geplante Erstaufnahmeeinrichtung noch ruhig an. Später bildete sich vor dem Mikrofon eine Schlange.
Bad Homburg. 

Etwa 400 Besucher haben die Informationen zu der geplanten Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) für Flüchtlinge im alten Krankenhaus (Urseler Straße) verfolgt. Das Land Hessen lässt das Gebäude derzeit so herrichten, dass es wieder bewohnbar ist. Wann die ersten der bis zu 750 Flüchtlinge ankommen, konnte Stefan Sydow, Leiter der Stabsstelle Asyl beim Land, nicht sagen. War Ende 2014 noch von Januar die Rede, könnte sich der Einzug noch bis März hinziehen.

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Kommentar Viel Bauchgefühl, wenige Antworten

Dass die Stimmung im Land seit Silvester gekippt ist, zeigte sich auch im Homburger Kurhaus. Vor Monaten hörten sich hier Menschen ruhig an, wie viele Flüchtlinge in Bad Homburg leben, und tummelten

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Ebenfalls neu war die Information, dass es im Gebäude aus technischen Gründen nur kaltes Wasser gibt. Wie der Darmstädter Vizeregierungspräsident Dr. Alexander Böhmer erklärte, werden draußen, hinter der Klinik, Duschen und rund 20 Dixi-Häuschen für die Asylbewerber eingerichtet. Das Gebäude werde umzäunt und von einem Sicherheitsdienst mit 30 Mitarbeitern bewacht, „um für einen geordneten Ablauf zu sorgen“.

Sydow ergänzte, Flüchtlinge mit ansteckenden Krankheiten würden isoliert, gesunde untersucht, geimpft und zur HEAE Gießen gebracht, wo sie ihren Asylantrag stellen können. Zurück in Bad Homburg, würden sie weiterverteilt. Ein Asylbewerber bleibe rund vier Wochen in der Urseler Straße. Die Einrichtung solle vorerst zwei Jahre bestehen, es gebe aber eine Verlängerungsoption von zwei Mal einem Jahr.

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Dann meldeten sich einige Anwohner zu Wort – zeitweise standen zehn Personen Schlange am Publikumsmikro, um Fragen zu stellen oder auch Statements abzugeben. Die Verantwortlichen auf dem Podium mussten sich zum Teil provokative Fragen stellen lassen. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes standen im Saal und schritten diverse Male ein, als Stimmen im Publikum lauter wurden.

Ein Mann aus dem Publikum sagte, er habe drei Töchter, die die Hölderlin- und die Humboldtschule besuchten. „Wer stellt sicher, dass die Mädchen nicht bedroht werden?“, wollte er wissen. Morgens sei es zwischen Krankenhaus und HUS verdammt dunkel. OB Alexander Hetjes (CDU) auf dem Podium versprach, die Streifengänge der Stadtpolizei zu verdichten. „Warum muss erst etwas passieren, bevor etwas getan wird?“, fragte eine Frau, deren Tochter ebenfalls auf die HUS geht, weinend und erhielt Applaus.

Geklatscht wurde auch, als Torsten Jakob die Entscheidung der Behörden lobte, nun doch die alte Klinik für die Flüchtlingsunterbringung zu nutzen. Er warf Polizei und Presse vor, den „Deckmantel des Schweigens“ über „Vorfälle“ mit Asylbewerbern zu werfen. „Wir haben keine Veranlassung, etwas zu beschönigen“, erklärte Antje van der Heide, Leiterin der Polizeidirektion Hochtaunus. „Die Sicherheitslage hat sich nicht verändert, seit wir die Notunterkunft in Oberursel haben.“ 31 Straftaten hätten sich seither ereignet, an denen Flüchtlinge beteiligt waren, „die meisten passierten untereinander“. Die Lage im Hochtaunuskreis sei „absolut moderat“. Lautstark widersprachen einige im Saal.

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Auf die Frage, wie viele Asylbewerber sich derzeit im Kreis befinden, antwortete Landrat Ulrich Krebs (CDU), dass er bis Quartalsende 5000 Menschen erwarte – hinzu kommen jene in den HEAE von Kronberg und Bad Homburg. Mit den Bürgermeistern des Kreises sei vereinbart, dass diese zusätzlichen Menschen auf die jeweiligen Kontingente der Kommunen angerechnet werden. OB Hetjes ergänzte, dass in der Kurstadt 731 fest zugewiesene Flüchtlinge leben – ohne jene in der Frölingstraße. Was die Zuständigkeit und damit Entscheidungsgewalt betreffe, so sei Bad Homburg „Zaungast in der eigenen Stadt“.

Inge Henningsen vom Elternbeirat der HUS forderte, dass die Turnhalle in der Frölingstraße baldmöglichst wieder zum Schulbetrieb genutzt werde – weil die Schüler viel fahren müssen, um Sport zu treiben, und weil die HUS jetzt „eingekreist“ sei von Flüchtlingsunterkünften. Er könne ihr wenig Hoffnung machen, sagte Krebs dazu.

Applaus bekam auch eine Dame aus der Frölingstraße, die erzählte, die Flüchtlinge gäben keinen Grund zum Ärger. Eine andere Frau erklärte, sie habe lange Jahre mit Arabern gearbeitet und verstehe, was diese sprächen. Sie warnte die Behörden vor „Blauäugigkeit“ und vor einer Ghettobildung. Einer weiteren Frau wäre wohler, wenn die Straßenlampen am Mühlberg heller würden. Hetjes will prüfen lassen, ob hier schon bald LED-Leuchten installiert werden können.(ahi)

Frankfurt am Main, 17.08.2013, Stadtteil Sachsenhausen, Alt-Sachsenhausen, 523. Sachsenhäuser Brunnenfest. Hier: Blick in eine der Gassen.
Foto und Copyright by Rainer Rüffer (Rueffer), Frankfurt am Main, E-MaiL: rainer.rueffer@gmail.com, Tel-Mobil: (0171) 8406196. Veröffentlichung nur gegen Honorar und Beleg.
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