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Gegen Stadtteil nahe Weißkirchen und Steinbach: Bürgerinitiative wehrt sich gegen Frankfurter Vorhaben

Von Dass Frankfurt einen Stadtteil schaffen will, der nah an Weißkirchen und Steinbach heranrückt, stößt im Taunus auf Widerstand. Jetzt hat sich eine Bürgerinitiative gegründet – nach Münchener Vorbild.
Karl-Josef Rühl (rechts) und Niklas Sulzbach blicken sorgenvoll über die Felder gen Frankfurt. Sie wollen den neuen Stadtteil verhindern. Foto: Jochen Reichwein Karl-Josef Rühl (rechts) und Niklas Sulzbach blicken sorgenvoll über die Felder gen Frankfurt. Sie wollen den neuen Stadtteil verhindern.
Hochtaunus. 

Karl-Josef Rühl hat eine Karikatur im Kopf, die er gern gezeichnet sehen würde: Sie zeigt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), wie er seinen Parteikollegen, Oberursels Bürgermeister Hans-Georg Brum, in Freundschaft so fest umarmt, dass diesem die Luft wegbleibt.

Oppositionsfraktionen fordern: Infoveranstaltung für ...

Frankfurts Stadtplanungsdezernent Mike Josef (SPD) kommt am Mittwoch, 23. August, nach Oberursel, um über den geplanten neuen Stadtteil zu sprechen.

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Wenn Rühl davon erzählt, muss er lachen. Doch eigentlich ist dem Weißkirchener kaum nach Lachen zumute. Dass Feldmann und sein Planungsdezernent Mike Josef (SPD) einen neuen Stadtteil mit etwa 10 000 Wohnungen schaffen wollen, der nah an den Oberurseler Stadtteil Weißkirchen und die Nachbarstadt Steinbach heranrücken würde, hat den 60-Jährigen zum politischen Menschen gemacht. „Als ich das das erste Mal gehört habe, war ich von den Socken“, sagt Rühl. Einst hat er mal als Zuhörer in einer Ortsbeiratssitzung gesessen und ein Mal den städtischen Haushalt im Rathaus eingesehen – das war’s.

Sorge um Lebensqualität

Nun ist der gelernte Metzger Sprecher einer Bürgerinitiative, die sich gerade gegründet hat. „Unser Heimatboden vor Frankfurt – Feld statt Beton“, nennt sich die Gruppe, die den Boden im Grenzgebiet von Taunus und Frankfurt als Fläche für Landwirtschaft und Erholung erhalten will, den Begriff Heimatboden aber nicht als politisch rechte Äußerung missverstanden haben möchte.

Steinbacher FDP weitet Aktion aus

In Steinbach geht der Kampf gegen eine Bebauung westlich der Autobahn weiter. Nachdem die FDP bereits rund ums Stadtfest im Juni 400 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt hatte, sind nun noch

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Auch Rühls Mitstreiter Niklas Sulzbach entdeckt gerade das politische Engagement für sich und will den neuen Stadtteil mit aller Macht verhindern. „Es geht um die Zukunft Oberursels“, meint der 24-Jährige. „Ich könnte dann hier nicht mehr leben.“ Lebensqualität gehe verloren, beklagt der junge Oberurseler Landwirt.

Was er aber auch zugibt: „Ich bin befangen, ganz klar.“ Etwa 4,5 Hektar Land besitzt seine Familie im zur Diskussion stehenden Gebiet; bei Rühl sind es etwa 2 Hektar. Diese hat er verpachtet. Auch die katholische Kirche hat Flächen in dem Gebiet. Etwa einen Hektar, sagt Gregor Maibach, der sich in der Gemeinde St. Crutzen um die Finanzen kümmert und stellvertretender Verwaltungsratschef der Pfarrei St. Ursula ist, zu der St. Crutzen gehört. Maibach engagiert sich für die Kirche in der Bürgerinitiative. Für den Riedberg hat St. Crutzen schon mal Land abgegeben, etwa 5,5 Hektar. Das soll nicht noch einmal passieren.

Bei allen wirtschaftlichen Interessen bemühen sich die Aktiven, den Aspekt von Natur- und Klimaschutz, vom Erhalt des Lebensraums, in den Fokus zu rücken. „Es ist Herrgotts Natur“, sagt Kirchenmann Maibach (61).

Er vermutet, dass es letztlich auf einen Kompromiss rauslaufen wird, dass Frankfurt östlich der A 5 bauen darf. Das ist ein Ziel, dass auch die Politik im Taunus mehrheitlich verfolgt. Bürgermeister Brum hingegen hat lediglich von einem 500 bis 700 Meter breiten Korridor zwischen den Städten gesprochen. Das bringt dem Rathauschef die Kritik der Initiative ein, die meint, er vertrete nicht die Interessen der Oberurseler Bürger.

Dörfer wiederbeleben

Brum argumentiert damit, dass Wohnraum geschaffen werden müsse. Rühl und Sulzbach haben da eigene Ideen: Städte nachverdichten und verlassene Dörfer wiederbeleben, die Infrastruktur verbessern. Immer mehr Menschen arbeiteten von zu Hause aus, müssten seltener nach Frankfurt fahren. Noch ist die Gruppe im Aufbau, Tipps gibt’s von der Vorbild-Initiative „Heimatboden München“, die sich gegen eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme auf etwa 900 Hektar wehrt. Die Gruppe im Taunus hat bislang laut Rühl etwa 15 Engagierte und 300 Unterstützer. Er und Sulzbach wollen Menschen aus allen Berufsgruppen und unabhängig von der politischen Couleur zum Mitmachen bewegen. Vor allem junge Leute müssten sich engagieren, appellieren sie, um ihre Zukunft gehe es.

Für Freitag, 15. September, von 17 bis 22 Uhr, planen die beiden eine Infoveranstaltung an der Scheune von Landwirt Richard Bickert, gelegen an der Kurmainzer Straße in Weißkirchen, am Ortsausgang Richtung Steinbach.

Kontakt zur Initiative

www.heimatboden-frankfurt.de, post@heimatboden-frankfurt.de

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