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Kosten werden nicht gedeckt: Burgfest 2018 steht auf der Kippe

Von Humor ist, wenn man trotzdem lacht – entsprechend gut und harmonisch war die Stimmung bei der Mitgliederversammlung des Burgvereins. Die Zukunftsaussichten sind allerdings alles andere als rosig.
Präsidiumsmitglied Gabriele Terhorst dankte Ehrenmitglied Karl-Heinz Nurtsch für dessen 60-jährige Zugehörigkeit zum Burgverein. Foto: RIEDELWO Präsidiumsmitglied Gabriele Terhorst dankte Ehrenmitglied Karl-Heinz Nurtsch für dessen 60-jährige Zugehörigkeit zum Burgverein.
Königstein. 

Als Stadtverordnetenvorsteher wie auch als Vorsitzender der FDP ist Alexander Freiherr von Bethmann keineswegs dafür bekannt, dass er einen Hang zum Dramatisieren hat. Eine durchaus angenehme Eigenschaft, von der von Bethmann auch als Schatzmeister des Burgvereins nicht abweicht. Umso bedenklicher stimmt seine Antwort auf die Frage nach dem aktuellen Kassenstand: „Schlecht!“

Das ist kurz, knackig und besorgniserregend, zumal von Bethmann seine Wasserstandsmeldung mit harten Zahlen unterfüttern kann: „Beim letztjährigen Burgfest haben wir erneut ein Minus von rund 5000 Euro gemacht.“ Wer im vergangenen Jahr dabei war, kann auch verstehen warum. Erst seien da die schlechten Wettervorhersagen gewesen, so der Schatzmeister, die den Kartenvorverkauf empfindlich getroffen hätten. Und dann sei auch noch der Sonntagabend komplett ins Wasser gefallen. Das Unwetter samt Hagelschlag, das damals über dem Taunus herunterkam und die Burgfest-Gäste in die Keller „spülte“, dürfte vielen noch im Gedächtnis sein.

Die Folgen für den Verein sind schmerzhaft: Einerseits fehlten die Einnahmen beim Eintritt, andererseits verringerten sich die Fixkosten dadurch so gut wie gar nicht. 7500 Euro für die Gema, 3500 Euro für das Feuerwerk, rund 6000 für DRK-Bereitschaft, Notarzt und mehr sowie vor allem 20 000 Euro für den Gesamtkomplex „Security“ – „als ich im Präsidium anfing, lagen wir da bei maximal 6000 Euro“, blickt von Bethmann auf die Zeit vor der Einführung des umfangreichen Sicherheitskonzepts zurück.

Dass es gut sei, umfangreich abgesichert zu sein, dem widerspreche, so der Kassierer, niemand im Präsidium. Man müsse sich aber auch bewusst machen, dass allein der hohe Aufwand beim Thema „Sicherheit“ und das Decken von Gesamtkosten in Höhe von rund 95 000 Euro pro Jahr schon das Erreichen einer schwarzen Null – gerade bei einer Open-Air-Veranstaltung – immer schwerer mache.

Von Bethmann: „Unsere Reserven sind auch so weit aufgebraucht, dass wir zwar dieses Jahr noch das Burgfest feiern können. Aber, wenn die Ertragslage dann nicht besser wird, wird es für 2017 mehr als eng.“ Und das hieße? Ohne Unterstützung von außen müsste das Präsidium dann in die persönliche Haftung gehen.

Und dieses Risiko werden Vereinschefin Birgit Becker und ihre Mitstreiter sicher nicht eingehen – bei aller Liebe zum Burgfest und trotz des guten Teamgeists im Präsidium. „Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass wir uns alle aufeinander verlassen können“, hatte Becker ihren Präsidiumskollegen bei der jüngsten Mitgliederversammlung nicht grundlos attestiert. Allen aktuellen Herausforderungen zum Trotz hatte die Präsidentin in ihrem Rück- und Ausblick aufs Vereinsleben an diesem Abend im Hotel „Königshof“ den Blick ganz bewusst auch auf die vielen Aspekte gelenkt, die das Burgfest so schön und so feiernswert machen.

Froh und glücklich, so Becker im Gespräch mit der TZ, sei sie nicht nur über die vielen positiven Rückmeldungen aus der Stadt, sondern vor allem auch darüber, dass sich doch einige neue Unterstützer gefunden hätten, die mit einer Anzeige im Burgfestbuch zum Erhalt der Veranstaltung beitragen wollen. Auch werden die auf diesem Weg eingespielten Mittel nicht ausreichen, das Fest dauerhaft zu sichern. Aber: „Unser Stadtfest liegt doch vielen am Herzen, das spüren wir immer wieder und das macht Mut.“

Ein Mann, dessen Herz ganz besonders lange schon für das Burgfest und den Burgverein schlägt, ist Karl-Heinz Nurtsch. Ohnehin schon gemeinsam mit Karlheinz Ernst in der Mitgliederstatistik im Range eines Ehrenmitglieds geführt, wurde er vom Präsidium in der Versammlung für seine 60-jährige Treue zum Verein mit einem kleinen Präsent bedacht.

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