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Burgfrieden hält – Burgfest bleibt

Von Vier Tage Burgfest sind einmal mehr wie im Fluge vergangenen. Was von den Tagen übrig blieb, welche ersten Eindrücke die Verantwortlichen des Burgvereins und der Rettungskräfte vom Burgfest 2014 mitnehmen? Die TZ fragte gestern nach.
Und der Keller des Jahres ist: Lupus Alpha. Burgfräulein Nora I. hat ihre Entscheidung getroffen und beim gestrigen Frühschoppen eine kleine Urkunde an die „Alpha-Wölfe“ überreicht.	Foto: sj Und der Keller des Jahres ist: Lupus Alpha. Burgfräulein Nora I. hat ihre Entscheidung getroffen und beim gestrigen Frühschoppen eine kleine Urkunde an die „Alpha-Wölfe“ überreicht. Foto: sj
Königstein. 

Sehr schön, ruhig und vor allem friedlich – man hätte wahrlich schlechtere Attribute für das Burgfest-Wochenende 2014 finden können. Wenn die Mitglieder des Burgverein-Präsidiums gestern – trotz eines rundum harmonischen Gesamteindrucks – „nur“ in großer Zufriedenheit, aber nicht in absoluter Euphorie eine erste Zwischenbilanz zogen, dann deshalb, weil die Zahlen noch nicht auf dem Tisch lagen.

„Wir müssen eben auch immer die Kasse im Auge behalten“, begründete Birgit Becker, die Präsidentin des Burgvereins, die bewusst etwas gebremste Freude über ein Fest, das von den Rahmenbedingungen her kaum hätte besser laufen können.

Bilderstrecke Ritter und holde Damen: Burgfest in Königsstein
Beim Burgfest in Königstein wurde der Schlüssel an das Burgfräulein übergeben. Damit war das Burgfest eröffnet. Hier sind die Bilder dazu. Fotos: Jochen ReichweinGabriele Lundquist,die vor 50 Jahren Burgfräulein war und Bürgermeister Leonard Helm.Burgfräulein Nora I. trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

Zwar zeigte sich das Wetter zum gestrigen Frühschoppen dann doch noch mal von seiner launischen Seite und übergoss die Gäste auf der Festwiese mit kräftigen Regenfällen. An den drei Tagen zuvor jedoch hatten die Verantwortlichen keinen Grund, um über den Wettergott zu klagen. „Es war sehr viel besser, als es die Prognosen hatten erwarten lassen“, unterstrich Alexander Freiherr von Bethmann. Entsprechend überrascht war denn auch nicht nur der Schatzmeister des Burgvereins, dass die Wetterlage am Wochenende wohl nicht ganz so viele Besucher in die Stadt und auf die Burg gelockt hatte, wie es zu erhoffen gewesen wäre.

 

Ein wenig mehr erwartet

 

„Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir etwas hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben sind“, wagte Bernhard Frick, Vizepräsident des Vereins, gestern eine vorsichtige erste Schätzung, wonach am Freitag insgesamt zwischen 2800 und 3200 Gäste auf der Burg waren. Am Samstag, dieser Eindruck hatte sich bei allen verfestigt, dürften es etwas weniger Gäste gewesen sein.

Mitte der Woche, so Alexander Freiherr von Bethmann, wisse man mehr. Denn dann lägen die endgültigen Zahlen aus dem Verkauf der Eintrittskarten vor. „Ich denke, wir werden mit einem einigermaßen ausgeglichenen Ergebnis aus dem Burgfestwochenende gehen. Es wird wohl – wenn überhaupt – kein großes Minus in der Kasse geben. Auf ein hohes Plus können wir leider aber auch nicht hoffen“, so der Schatzmeister. Dazu seien die Fixkosten in Sachen Sicherheit (rund 20 000 Euro) und die neuerdings verdoppelte Gema-Gebühr schlicht zu hoch, die Stellschrauben zur Erhöhung der Einnahmen wiederum zu gering und schon sehr weit gedreht.

Von Bethmann: „Beim Eintritt sind wir bei 10 Euro angelangt, haben im Vergleich zum Vorjahr nichts verändert und wollen das gerne auch – wenn möglich – im nächsten Jahr so halten.“ Die Vereine und Kellerbetreiber über Mieterhöhungen oder eine Anhebung der Pauschalen an der Begleichung der steigenden Kosten stärker zu beteiligen, sei – Stand jetzt – ebenfalls kein Thema: „Wir wissen, dass auch die Vereine einen hohen Aufwand zu stemmen haben.“

 

Besucher hatten Spaß

 

Letztlich, so Birgit Becker ergänzend, sei das entscheidende Kriterium, das über das Gelingen und Nichtgelingen der Veranstaltung entscheide, ob die Besucher des Königsteiner Stadt- und Traditionsfestes ihren Spaß hatten. Und das, so die Präsidentin des Burgvereins zufrieden, sei bei der absoluten Mehrheit ganz sicher der Fall gewesen.

Becker: „Die Rückmeldungen, die ich bekommen habe, waren durchweg positiv. Vor allem unser neues Konzept für die kleine Festwiese ist voll aufgegangen.“ In den vergangenen Jahren als kleines Weindorf angelegt, hatte der Burgverein dort in diesem Jahr einen DJ lateinamerikanische Musik auflegen lassen sowie internationale Kulinaria und Cocktails ins Angebot aufgenommen.

„Es war schön zu sehen, wie die Besucher dort oben fröhlich unter den Sternen getanzt haben“, betonte die Chefin des Burgvereins, die auch gleich noch mit einem weit verbreiteten Gerücht aufräumte: „Wer sich auf der Burg am Freitag und am Samstag etwas umgeschaut hat, der hat dort nicht nur junge Leute gesehen, sondern auch viele Besucher im Alter von 30 an aufwärts.“ Sie habe darunter auch nicht wenige Königsteiner getroffen, die bislang meist nur den Montag als „ihren“ Burgfest-Tag angesehen hätten. Becker: „Denen hat es am Freitag so gut gefallen, dass sie mir schon gesagt haben, dass sie im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederkommen wollen – und das nicht erst am Montag.“

Dass es auch 2015 ein Burgfest geben soll, da sind sich die Verantwortlichen des Burgvereins schon jetzt sicher. Und das, obwohl die Vorbereitung für den einen oder anderen in der heißen Phase wenige Tage vor dem Fest schon mal zum 24-Stunden-Rennen werden kann. Bestes Beispiel: Bernhard Frick. Als „lebendes Logistikzentrum“ hatte der von Donnerstag auf Freitag keine Minute geschlafen und gestern für das kommende Jahr schon einmal lachend die Bereitstellung eines Wohnwagens auf der Burg angeregt.

 

Neuauflage in 2015

 

„Es macht eben – trotz all der Arbeit – auch sehr viel Spaß“, brachte es Birgit Becker auf den Punkt. Deshalb auch hat sie in der vergangenen Woche schon in ihrem PC einen Datei-Ordner für das Burgfest 2015 angelegt.

Vorher aber galt es erst noch, den gestrigen und damit letzten Burgfestabend 2014 erfolgreich und harmonisch ausklingen zu lassen.

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