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Bürgermeisterwahl 2020: CDU will Chefsessel im Rathaus

Von 30 Jahre ohne CDU-Bürgermeister sind genug, finden Kronbergs Christdemokraten. In ihrer Hauptversammlung stellten sie erste Weichen zur Kandidatensuche für die Wahl 2020: Parteibuch erwünscht, mindestens aber Stallgeruch. Es geht der CDU darum, ihr Profil zu schärfen – auch in der Koalition.
Seit 60 Jahren ist Wilhelm Küchler (Mitte) CDU-Mitglied, Ingeborg Strauß (2.v.li.) seit 40 Jahren und Michael Lipps (2.v.re.) seit 25. Unter den Gratulanten: Landrat Krebs und Partei-Vize Felicitas Hüsing. Bilder > Seit 60 Jahren ist Wilhelm Küchler (Mitte) CDU-Mitglied, Ingeborg Strauß (2.v.li.) seit 40 Jahren und Michael Lipps (2.v.re.) seit 25. Unter den Gratulanten: Landrat Krebs und Partei-Vize Felicitas Hüsing.
Kronberg. 

Kündigt die Kronberger CDU SPD und UBG die Freundschaft? Ganz sicher nicht, das unterstrichen die Spitzen der Union bei der jüngsten Mitgliederversammlung noch einmal. Dennoch waren es deutliche Worte, die Andreas Becker, Fraktionschef der CDU, an Kronbergs Christdemokraten richtete. Zwischen den Zeilen ging die Botschaft aber auch an SPD und UBG: Der in der Öffentlichkeit möglicherweise entstandene Eindruck, beim Schmieden der Koalition mit SPD und UBG sei alles „Friede, Freude, Eierkuchen“ gewesen, trüge.

Man verstehe sich zwar gut und arbeite auch entsprechend der Koalitionsvereinbarungen konstruktiv zusammen, wolle das eigene Profil aber nicht weiter unter den Scheffel stellen.

Was Becker damit sagen wollte: In Zukunft will die CDU im Parlament wieder verstärkt als eigenständige Partei wahrgenommen werden. Deutlich stärker jedenfalls, als dass zuletzt der Fall gewesen sei.

Becker sprach von 2017 als einem „guten Jahr für die CDU“. Ihr sei es gelungen, einen harten Sparkurs durchzusetzen, dessen Erfolg ihr recht gebe. Der in der letzten Woche vorgestellte erste Doppelhaushalt sei nicht nur ausgeglichen, sondern weise auch Überschüsse auf. Die CDU wolle allerdings dafür sorgen, dass „jetzt nicht gleich wieder das Füllhorn ausgeschüttet“, sondern der eingeschlagene Sparkurs weiter verfolgt werde.

Abnabelung als Ziel

Zu dem von Becker proklamierten koalitionsinternen Abnabelungsprozess passt, dass die CDU ihre Mitgliederversammlung auch dazu nutzte, erste Pflöcke für die Bürgermeisterdirektwahl 2020 einzurammen. Bei der will die Union mit einem eigenen Kandidaten antreten, anders als bei der letzten Wahl 2014, als man kein eigenes Personal in den Ring entsandt hatte.

In einem an dem Abend vorgestellten Schreiben an die Mitglieder heißt es, dass eine fünfköpfige Findungskommission unter Führung von Stadtverbandschef Reinhardt Bardtke ihre Arbeit bereits aufgenommen habe.

Insider gesucht

Gesucht werde nach Kandidaten und Kandidatinnen „mit integrer Persönlichkeit“, Vertrautheit mit den Kronberger Belangen, der Fähigkeit, eine Verwaltung zu führen, innovativ und führungsstark. Idealerweise sollten die Bewerber das CDU-Parteibuch in der Tasche haben, zumindest aber „ein deutliches Bekenntnis zu den Werten und Vorstellungen der CDU“ ablegen. Die Suche soll zunächst innerhalb Kronbergs aufgenommen werden. Erst wenn sich bis zum 30. Juni 2018 „wider Erwarten kein erfolgreicher interner Kandidat gefunden haben sollte“, werde der Blick auch über die Stadtgrenzen hinaus gerichtet.

Das Schreiben an die um Mithilfe bei der Suche gebetenen Mitglieder endet ganz programmatisch: Drei Jahrzehnte ohne einen von der CDU gestellten Bürgermeister sind genug!

Schärferes Profil

Mit den für Kronberger CDU-Verhältnisse wenig erfreulichen Ergebnissen der Kommunal- und Bundestagswahlen hatte sich zuvor Parteichef Reinhard Bardtke auseinandergesetzt.

Auch in Kronberg habe man sich nicht vom Bundestrend abkoppeln können und deshalb deutlich an Prozentpunkten eingebüßt, immerhin aber das beste Ergebnis im Landkreis eingefahren.

Teile der Verluste seien aber auch Leihstimmen an die FDP geschuldet, die in Kronberg deshalb auch zehn Prozent zugelegt habe. Nach der Wahl ist vor der Wahl: Bardtke richtete seinen Blick bereits auf die für 2018 anstehenden Landrats- und Landtagswahlen. Er sei sicher, dass die CDU mit einem wieder deutlicher werdenden, geschärften Profil dabei verloren gegangenes Terrain zurückerobern werde.

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