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Termine: Christiane Schlau informiert über Baby-Basare in der Region

Von Neue Baby- oder Kinderkleidung ist teuer, ebenso wie Spielzeug. Und beides nimmt, wenn es nicht mehr gebraucht wird, irgendwann viel Platz in der Wohnung weg. Für viele Eltern ist die Homepage von Christiane Schlau da zu einer echten Hilfe geworden. Auf www.taunus-basare.de listet sie seit Jahren ehrenamtlich Basartermine in der ganzen Region auf.
Christiane Schlau sammelt seit 20 Jahren Termine von Kindersachen-Basaren in der Region und stellt sie ins Internet. Christiane Schlau sammelt seit 20 Jahren Termine von Kindersachen-Basaren in der Region und stellt sie ins Internet.
Wehrheim. 

Ein neuer Strampler hier, eine Mütze da – und die Rassel, die irgendwann beim letzten Spaziergang aus dem Kinderwagen gefallen ist, muss auch ersetzt werden. Es gehört zur Wahrheit, dass einem Kinder nicht nur sehr viel geben, sondern sie auch einiges kosten – Nerven, aber eben auch eine Stange Geld. Vor allem, wenn sie noch klein sind und dementsprechend schnell wachsen, wird viel Kleidung benötigt. Da kann es schon mal passieren, dass der neue und viel zu groß gekaufte Strampler nur drei-, vielleicht viermal getragen wird, bevor er in die „Zu-klein-Kiste“ kommt. Eine gute und zunehmend beliebte Alternative sind die zahlreichen Baby- und Kinderkleidungsbasare, auf denen es längst auch Spielzeug, Bücher, Kinderwagen, Fahrzeuge und jede Menge Zubehör für kleines Geld gibt.

Daran, dass Käufer und Verkäufer im Taunus zueinanderfinden, hat Christiane Schlau aus Wehrheim einen entscheidenden Anteil: Ihre Homepage, auf der Basartermine von Bad Camberg bis Frankfurt und von Rosbach bis Kriftel aufgelistet sind, hat seit dem Start 2006 bislang über 900 000 Aufrufe – und ist selbst das Produkt eines langen Prozesses.

Zettelwirtschaft digital

„Angefangen hat es damals mit der Zeitschrift ,das Inserat‘ “, erinnert sich Schlau. Damals, das war 1994, als ihr erster Sohn geboren wurde und es galt, Babykleidung und Spielzeug zu beschaffen. Irgendwann wurde sie auf die Basare aufmerksam und machte sich Notizen. 1996, als das zweite Baby kam, war daraus schon eine Sammlung von Ankündigungen geworden, die sie auf Papier geklebt hatte, um keinen Basar zu verpassen. Und wieder zwei Jahre später wurde die Zettelwirtschaft digital: Der Basar-Kalender war geboren – zunächst nur für den Eigenbedarf. Sie sei, sagt sie rückblickend, eine „exzessive Basarbesucherin und Verkäuferin“ gewesen. „Mein Mann wusste schon, samstags bin ich in der Saison mit dem Auto unterwegs und klappere die Basare ab.“

Die App ist schon da

Seit kurzem gibt es für Taunus-Basare auch eine Smartphone-App. Darin sind die Termine der Homepage für Smartphones optimiert dargestellt. Für Android-Telefone ist die App kostenfrei.

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Ihr Kalender erzeugte Aufmerksamkeit und wurde nachgefragt. Zunächst als Ausdruck, später als E-Mail-Anhang. Weil der Verteiler immer weiter wuchs – „irgendwann waren es über 200 Adressen“ –, musste eine Homepage her.

„Da hatte ich das Glück, dass Heike Fritzke, die ich über die Basare kannte, den Tipp gab, dass ihr Mann Bernd mir vielleicht dabei helfen könnte.“ Gefragt, getan: 2006 ging www.taunus-basare.de als Datenbank online. Und auch wenn die Homepage von der Optik her altbacken wirkt, wird sie doch stark nachgefragt. Rund 500 Termine listet Schlau dort jährlich auf. „Und die Homepage funktioniert.“

Laptop im Urlaub dabei

Schlau kümmert sich alleine darum, dass die Seite aktuell bleibt. Und das, obwohl die mittlerweile 50-Jährige eigentlich nicht mehr zur Kernzielgruppe gehört. Ihre drei Söhne sind mittlerweile 24, 22 und 17 Jahre alt – „Herrenkleidung bekommt man auf den wenigsten Basaren“.

Doch jetzt einfach aufhören? Das kommt für Christiane Schlau nicht infrage: „Natürlich habe ich mir irgendwann die Frage gestellt, warum ich das überhaupt noch mache. Aber das Projekt ist so etwas wie mein viertes Baby geworden – man sieht es aufwachsen und hält daran fest.“ Sie habe sich zwar dann vor einiger Zeit doch nach einer Nachfolge umgehört. „Aber als die Frage nach dem Aufwand aufkam, war ich ehrlich . . .“ Denn auch wenn die Basar-Saison im Sommer durchaus einige Monate Pause hat, kommen trotzdem Ankündigungen, die eingepflegt werden wollen; der Laptop ist dementsprechend auch im Urlaub dabei.

Außerdem wolle sie, dass die Homepage in ihrem Sinn weitergeführt wird. „Und sie soll auf jeden Fall kostenlos bleiben.“ So wird sie die Taunus-Basare weiter bestücken – „und irgendwann bin ich ja vielleicht Oma und kann selber wieder dort einkaufen gehen.“ Als Mama habe sie die Kleidung für ihre kleinen Kinder früher fast ausschließlich gebraucht gekauft – und sei sie auch so wieder losgeworden. Vielleicht war es ihr selbst in die Wiege gelegt, denn „meine Mutter hat in den 1970er und 80er Jahren einen der ersten Secondhand-Läden im Usinger Land betrieben“, sagt die Kindersachen-Expertin.

Doch Schlau hat noch einen anderen Bezug zu den Basaren. Für die Wehrheimer Frauengruppe Meilenstein, die regelmäßig Basare im Bürgerhaus veranstaltet, ist sie seit vielen Jahren aktiv. „Für die Organisation konnte ich viele persönliche Erfahrungen aus der ganzen Region einfließen lassen.“

Seite soll modern werden

Die 50-Jährige ist vor vier Jahren wieder ins Berufsleben eingestiegen. Sie arbeitet als Bürokauffrau bei einer Schreinerei. „Seitdem gibt es schon ab und an Phasen, in denen ich die Homepage nicht so pflegen kann wie früher, als ich daheim war – da laufen schon mal 20 Mails auf, die ich dann abends vor dem Fernseher abarbeite.“ Etwas könnte sich in Zukunft jedoch ändern. Die Homepage soll moderner werden. „So, dass man gezielt nach Orten suchen kann und im Idealfall gleich sehen kann, wie man dorthin kommt.“ Wann das umgesetzt wird, steht jetzt jedoch noch nicht fest. „Bernd Fritzke
hat kurz vor Weihnachten angefangen, aber er macht es auch rein
ehrenamtlich.“

Die betreute Region ist mit der Zeit gewachsen. „Früher habe ich gedacht: Wohin fahre ich aus Wehrheim noch auf einen Basar?“ Aber dann haben sich andere Vereine gemeldet, die nur knapp außerhalb der Region Basare angeboten haben. „Und jemand aus Bad Homburg fährt ja doch mal schnell nach Bad Vilbel oder Frankfurt. Und auch der Main-Taunus-Kreis ist nicht weit weg von Königstein oder Kronberg.“

Anfragen aus Orten, die zu weit vom Hochtaunus entfernt sind, lehnt Schlau jedoch konsequent ab. „Da kommen schon auch Veranstalter aus anderen Bundesländern und fragen an“, sagt Schlau.

Auch wenn sich viele Nutzer auf Christiane Schlau verlassen – einzelne Veranstalter machen gar nicht mehr gesondert Werbung –, bekommt sie nur wenig Rückmeldung. „Manche Organisatoren geben mir schon Feedback, aber von den Käufern meldet sich kaum jemand.“

Doch es gibt auch besondere Momente, die viel Wertschätzung zeigen. Gerade diese Woche habe ich von einem Orga-Team einer Kita in Bad Soden eine 25-Euro-Spende als Dankeschön bekommen. Das hat mich schon gerührt.

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