Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Bürgermeisterwahl: Darum will Winfried Gann Bürgermeister von Königstein werden

Von Winfried Gann ist ein Pragmatiker. Der Parteilose tritt bei der Bürgermeisterwahl an, weil es ihm Freude bereitet, nach Lösungen zu suchen, von denen alle Seiten profitieren.
Winfried Gann will als parteiloser Bürgermeister neuen Schwung in die Königsteiner Stadtpolitik bringen. Foto: Jochen Reichwein Winfried Gann will als parteiloser Bürgermeister neuen Schwung in die Königsteiner Stadtpolitik bringen.
Königstein. 

Helfen, zupacken, loslegen – Winfried Gann ist ein Mann der Tat. Selbst in seiner Freizeit. Heimwerken und Bauen sind seine größten Hobbys. Nicht ohne Stolz weist er darauf hin, dass er vieles beim Dachausbau selber gemacht hat.

Etwas tun, endlich beginnen – das ist auch sein Antrieb, sich für das Amt als Bürgermeister zu bewerben und sich am 28. Januar der Wahl zu stellen. Parteilos – und ohne ein Fraktion im Rücken.

Gann ist seit 2007 im Handwerk- und Gewerbeverein Königstein aktiv, seit sechs Jahren im Vorstand. Seit 2008 beteiligt er sich an der Diskussion um die Stadtplanung und das Stadtmarketing. Doch mit dem Prozess ist er nicht zufrieden: „Es gab viele Ideen, aber nichts davon wurde umgesetzt.“

„Warum haben wir noch kein Konzept für das Kurbad?“, fragt Gann. Das Argument, dass in der Vergangenheit kein Geld für die Sanierung da war, lässt er nicht gelten. „Zumindest seine Vorstellungen hätte man schon entwickeln können.“

Die Wahlwerbung

Und dann gebe es da noch diese Kleinigkeiten, die in Königstein schiefliefen. Etwa, dass in der Klosterstraße kürzlich Schilder aufgestellt wurden, auf denen es heißt „Parken nur mit Parkschein“. Allerdings wurden zuvor alle Parkscheinautomaten entfernt. Eine Parkscheibe, das ja, benötige man. Deshalb habe er sich für Parkscheiben als Wahlwerbung entschieden.

Dass es in Königstein keinen Jugendraum mehr gebe, auch das stört den 51-Jährigen. Am liebsten würde der zweifache Vater mittlerweile erwachsener Kinder, mit ein paar Jugendlichen zusammen den Jugendraum auf Vordermann bringen und gestalten – aber da sei ja mittlerweile der Hort drin. In Unterliederbach, wo Gann aufgewachsen ist, hat er sich zehn Jahre lang in der evangelischen Jugendarbeit engagiert.

Bei der Hoechst AG hat Gann von 1987 bis 1990 eine Ausbildung zum Biologielaboranten gemacht, im Anschluss studierte er an der Goethe-Universität in Frankfurt Biologie und erhielt 1996 sein Diplom in Biochemie, Zellbiologie und Botanik. Doch beruflich schlug er einen anderen Weg ein.

Er übernahm 1996 den Computerladen der Schwiegereltern in Königstein. Seine Frau, Simone Gann, hatte er 1992 bei einer Reise in der transsibirischen Eisenbahn kennengelernt.

Keine ruhige Kugel

Sich in kurzer Zeit in komplexe Themen einzuarbeiten, das traut er sich zu. „Wenn man etwas aus der Macht macht, bedeutet sie mir einiges – aber nie als Selbstzweck“, stellt der Bürgermeisterkandidat klar. „Ich selbst würde mich als zielstrebig und diskussionsfreudig beschreiben. Ich liebe es, Win-Win-Situationen herbeizuführen, also Lösungen zu finden, von denen alle beteiligten Seiten profitieren“, sagt Gann über sich selbst. Und: „Ich bin nicht nachtragend.“

Das dürften Eigenschaften sein, die durchaus bei einem Bürgermeister gefragt sein könnten. „Natürlich könnte ich gemütlicher leben, wenn ich nicht Bürgermeister werde“, sagt Gann. Den Computerladen hat er zum Jahresende geschlossen, die Wartungen und Reparaturen der verkauften Geräte macht er weiter. Und dann ist da ja noch das Spielwarengeschäft der Ganns in der Innenstadt.

Bei den Gesprächen am Wahlstand wurde er davon überrascht, dass jeder Dritte, wenn nicht gar jeder Zweite, den er ansprach, nicht aus Königstein kam. Dennoch sieht Gann noch Möglichkeiten, Königsteins Attraktivität zu steigern. „Uns fehlen beispielsweise einfache Hotels.“

„Königstein ist ein gemütliche kleine Stadt mit einer vortrefflichen Lage in der Kulturlandschaft“, schwärmt Gann. Auf der einen Seite treffe man bei einem Gang durch die Stadt immer bekannte Gesichter, auf der anderen Seite seien es nur 200 Meter bis zum Feld.

Wenn er mit dem Auto unterwegs ist, schaltet er das Radio ein. Am liebsten hört er Deutsch-Rock. Zu den jüngsten Konzertbesuchen gehören Udo Lindenberg und Pink Floyd im Waldstadion und Rudolf Kunze in der Batschkapp. Im November hat er sich das Musical „Tanz der Vampire“ in Wien angeschaut.

In seiner Freizeit fährt er gerne mit dem Mountainbike auf den Altkönig oder den Feldberg hinauf. Lange Zeit hielt sich Gann mit Ju-Jutsu fit (außerdem gab ihm der Kampfsport ein gutes Gefühl, als er als Student in Frankfurt als U-Bahnfahrer jobbte). Seit kurzem trainiert Gann – wenn die Zeit es zulässt – Stockkampf, Kali, um genau zu sein.

 

Zur Startseite Mehr aus Vordertaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse