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Steinbacher Haushalt 2018: Das Gründchen entmüllt, die Kita-Kosten geklärt

Von 2018 soll sich in Steinbach baulich viel tun, von der Erschließung des neuen Gewerbegebiets bis zum Kita-Neubau. Ein Hintertürchen lässt sich die Verwaltung aber offen.
Im kommenden Jahr steht unter anderem die Erschließung des Gewerbegebiets „Im Gründchen“ (rechts) an. Foto: Matthias Reichwein Im kommenden Jahr steht unter anderem die Erschließung des Gewerbegebiets „Im Gründchen“ (rechts) an.
Steinbach. 

Was tut sich in einer Stadt? Wird diese Frage anhand der für jedermann sichtbaren Baustellen beantwortet, dann lautet die Antwort fürs kommende Jahr: ziemlich viel. Zumindest, wenn alles so läuft, wie es am Dienstagabend bei einer Bürgerversammlung angekündigt wurde. Mehr als 100 Steinbacher waren ins Bürgerhaus gekommen, um sich von der Verwaltung über größere Projekte in der Stadt informieren zu lassen und Fragen zu stellen.

Wer das Geschehen in Steinbach verfolgt, dem kam vieles bekannt vor. Sind die meisten Vorhaben doch schon länger im Gespräch, wurden Projekte schon mehrfach angekündigt und Zeitpläne verworfen. „Mit Terminen bin ich vorsichtig geworden“, sagte Bürgermeister Dr. Stefan Naas (FDP). „Man kann auf der Autobahn nicht überholen, wenn man einen kleinen Golf hat.“ Die Verwaltung argumentiert stets mit der hohen Arbeitsbelastung für die ohnehin wenigen Mitarbeiter.

Gleichwohl: Die Absicht, 2018 baulich voranzukommen, bleibt. Und die ein oder andere Neuigkeit war dann doch dabei:

  Katholische Kita: Der Neubau soll im kommenden Frühjahr beginnen und im zweiten Quartal 2019 fertig sein. Gesamtkosten: 3,205 Millionen Euro. Davon trägt das Bistum Limburg 1,236 Millionen, die örtliche katholische Pfarrei 184 000 Euro (plus 60 000 Euro für eine Küche). Die Stadt zahlt offiziell 1,785 Millionen, hat der Kirche aber auch eine eigentlich fällige Rückzahlung von 102 000 Euro erlassen. Nachdem die Politik ihr Okay gegeben hat, wird dieser Tage im Rathaus die schriftliche Zustimmung aus Limburg erwartet. Am Rande hieß es, dass in wenigen Wochen endlich der Bauantrag eingereicht werden soll.

„Hat der Neubau Auswirkungen auf die Gebühren?“, wollte ein Zuhörer wissen. Einen Zusammenhang verneinte Naas, sagte aber, dass es dennoch zu einer Anhebung kommen könne. Hintergrund sind neue Berechnungen infolge der vom Land geplanten Gebührenfreiheit für Drei- bis Sechsjährige für sechs Stunden am Tag – alle weiteren Gebühren sind auf dem Prüfstand.

  Gewerbegebiet: Im Frühjahr soll die Erschließung des neuen Gewerbegebiets „Im Gründchen“ an der Bahnstraße beginnen. „Stimmt es, dass ein Kreisel geplant ist?“, fragte eine Besucherin. Ja – dieser entsteht an der Kreuzung zur Industriestraße. Mit großem Aufwand seien die Grundstücke der künftigen Gewerbeflächen entmüllt, Container um Container – auch mit Asbest – sei abgefahren worden, sagte Naas. Er hofft, in den kommenden Wochen Verträge mit zwei Interessenten für insgesamt 22 000 Quadratmeter im westlichen Teil des Gründchens protokollieren zu können.

  Wohnbaugebiet: Im Taubenzehnter II sollen zunächst nur zwölf 450 bis 500 Quadratmeter große Bauplätze auf den Markt kommen – vor knapp zwei Wochen hatte Naas noch von 16 größeren Flächen gesprochen. Baureife soll Ende 2018/Anfang 2019 erlangt werden. „Wann beginnt die Vermarktung?“, hakte ein Besucher nach. Das solle zur gleichen Zeit sein, sagte Naas – wobei Vermarktung Versteigerung gegen Höchstgebot bedeutet.

  Soziale Stadt: Mit dem Förderprogramm Soziale Stadt werden einige Maßnahmen umgesetzt: Für 2018 ist vorgesehen, den Bereich St.-Avertin-Platz/Hessenring in der Stadtmitte fertigzustellen, die Thüringer Anlage neu zu gestalten, mit der Verlagerung des Weiher-Kleinkinderspielplatzes auf die andere Bachseite zu starten und eine naturnahe Spielfläche zwischen Gewerbegebiet und Berliner Straße anzulegen. Bei Letzterer sollen Jugendliche an einem Mitbautag anpacken.

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