Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Bad Homburg 8°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Chaos am Feldberg, leere Märkte, jubelnde Händler: Das bedeutet der Schnee für den Hochtaunuskreis

Von Der Taunus ist über Nacht weiß geworden. Für Autofahrer und Marktbeschicker ist das Wetter schwierig, mancher Einzelhändler frohlockt. Und die Verkehrshelfer schauen bange auf die nächsten Wochenenden am Feldberg.
Für diejenigen, die Zeit hatten und nicht aufs Auto angewiesen waren, bot der gestrige Tag etwas fürs Auge. Foto: Eifert/Sajak Für diejenigen, die Zeit hatten und nicht aufs Auto angewiesen waren, bot der gestrige Tag etwas fürs Auge.
Hochtaunus.  Wenn die Faktoren Schnee und Wochenende zusammenkommen, beginnt rund ums Feldbergplateau das Chaos. So geschehen am vergangenen Wochenende, als, wie berichtet, noch eine Straßensperrung wegen Schneebruchs dazukam. Oft haben die Einsatzkräfte am Berg alle Hände voll zu tun, den fahrenden Verkehr zu regeln. Rettungs- und Verkehrshelfer bemängeln, dass Autofahrer wild am Straßenrand parken oder gar Einfahrten zu Waldwegen zustellen. Das ist seit Jahren ein Riesenproblem und wird immer wieder auch von den Rettungskräften der Bergwacht bemängelt.
Der Winterdienst räumte gestern früh die Straße an der Hohemark. Mehrere Zentimeter Neuschnee hatten in der Nacht den Taunus in ein weißes Winterkleid gehüllt. Bild-Zoom Foto: Eifert/Sajak
Der Winterdienst räumte gestern früh die Straße an der Hohemark. Mehrere Zentimeter Neuschnee hatten in der Nacht den Taunus in ein weißes Winterkleid gehüllt.

Vorwürfen, die Polizei komme zuweilen gar nicht dazu, Knöllchen zu schreiben, widerspricht Polizeisprecher Michael Greulich. „Wer seinen Wagen im Taunus verkehrswidrig parkt, muss davon ausgehen, dass er einen Strafzettel bekommt oder sogar abgeschleppt wird“, sagt er. In der Tat hätten seine Kollegen am vergangenen Wochenende sehr viel zu tun gehabt. Das Personal werde zu solchen Anlässen nicht erhöht. Ohnehin arbeite man mit den Straßenmeistereien, der Verkehrswacht und weiteren Helfern zusammen. „Das ist ein eingespieltes System.“

Die Vorsitzende der Verkehrswacht Obertaunus, Annette Schlosser, sieht in dem System, wie es sich am vergangenen Wochenende darstellte, durchaus Verbesserungsbedarf. „Wir wurden erst ad hoc alarmiert“, erklärt sie. „Wir können besser für Ordnung sorgen, wenn nicht schon alles zu ist.“ Ihre Helfer hätten teilweise Schwierigkeiten gehabt, überhaupt an den Einsatzort zu kommen. Auch der Linienbus sei heillos überfüllt gewesen. „Da hätte ein Zusatzbus geordert werden müssen“, erklärt Schlosser. Und manche Autofahrer hätten sich echt rücksichtslos verhalten. Schlosser hofft, dass es an den kommenden Wochenenden besser läuft und die Verantwortlichen vorausschauender planen. Denn schaut man in die Wetterprognosen, so könnte es weitere Wochenenden mit Schnee im Taunus geben. „Es soll doch jeder Spaß haben am Schnee“, sagt die Verkehrswacht-Vorsitzende.

 

* * *

 

An den Markttagen brummt es normalerweise auf der Louisenstraße. Gestern aber standen gerade mal rund die Hälfte der Stände auf den Plätzen in der Innenstadt – und das, obwohl nach Wochen der Kurhausvorplatz endlich wieder frei und das Almstadl abgebaut war. Und auch an den Ständen musste man nicht lange warten. „Wenn Schnee liegt, haben wir viel weniger Kunden“, erklärt der Gemüsehändler von der Steinfurther Bioland-Gärtnerei Schwalm/Becker, er seinen Stand auf dem Waisenhausplatz mit Plastikwänden kuschelig warm hält. Er weiß von vielen älteren Kunden, die bei Schnee lieber zu Hause bleiben.

Ähnliches erzählt man am Obststand nebenan, und auch am Blumenstand von Peter Braun bleibt kaum jemand stehen. „Wer kauft bei Schnee schon Blumen?“, meint er. Und mit einer Einhausung, um sich und die Blumen warm zu halten, hat er am vorigen Wochenende keine guten Erfahrungen gemacht. „Es hat sich niemand reingetraut.“

Nur etwa die Hälfte der Marktbeschicker, die sonst kommen, bot in Bad Homburg gestern  Waren an. Bild-Zoom Foto: Jochen Reichwein
Nur etwa die Hälfte der Marktbeschicker, die sonst kommen, bot in Bad Homburg gestern Waren an.

 

* * *

 

Einer, der sich über den Schnee freut, ist Marc Michel, Geschäftsführer von Intersport Taunus. Denn seine Mützen, Handschuhe und Winterkleidung werden gekauft. Umso mehr, da er Teile davon stark reduziert hat. „Die Leute sehen, es schneit, und wissen: Jetzt brauche ich eine Mütze“, erklärt er. Und auch wer bis jetzt noch keine kalten Finger im Auto hatte – jetzt habe er sie. Ebenso gut läuft es bei den Wintersportgeräten. „Langlaufskier sind im Moment der Renner.“

Zur Startseite Mehr aus Vordertaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse