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Das selbstbestimmte Ende des selbstbestimmten Lebens

Es gibt Themen, über die man nicht gerne spricht. Der „letzte Weg“ eines Menschen gehört da sicher dazu. Und dennoch muss man darüber reden, Vorbereitungen treffen: Denn nichts ist so gewiss wie der Tod. In der Seniorenresidenz „Kursana“ wurde das heiße Eisen jetzt von einem Mann vom Fach angepackt.
Königstein. 

Wer macht sich schon gerne Gedanken über den eigenen Tod. Doch wer sich frühzeitig damit auseinandersetzt, wie der letzte persönliche Weg aussehen soll und seine Wünsche klar formuliert, erspart nicht nur seinen Angehörigen viele Fragen, Ärger und Frustration.

Welche Probleme auftauchen können und was für eine Bestattungsvorsorge spricht, darüber referierte Bestatter Heinz Grossmann am Montagabend in der Villa Kursana.

Für die Zuhörer, die gekommen waren, um sich zu informieren, fand Grossmann lobende Worte. „Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Mut, dass Sie sich mit diesem Thema beschäftigen.“ Früher sei es für ihn ein Beruf gewesen, heute sehe er es als Berufung, so Heinz Grossmann. Er sei selbst mittlerweile 71 Jahre alt und warum solle man sich scheuen, den Rest seines Lebens so auslaufen zu lassen, wie man es sich selbst für sich wünscht.

Patientenverfügung, Betreuungsvollmacht und Testament sind zwar ein Schritt, aber es sollte auch eine Person des Vertrauens darüber informiert sein, wo im Bedarfsfall diese Dokumente hinterlegt sind. Sich mit dem Gedanken zu begnügen, „ach, die Kinder machen das schon“, sei falsch. Mittlerweile gehe ohne die nötigen Schriftstücke „fast gar nichts mehr“.

„Die Gerichte sind in solchen Fällen sehr schnell mit dem Einsetzen von amtlich bestellten Betreuern. Ob eine Regelung dann noch im eigenen Sinne getroffen wird, ist fraglich“, ließ Heinz Grossmann wissen. Auch Kinder müssten explizit als Entscheidungsbefugte benannt sein. Von Grossmann aufgeführte Beispiele zeigten deutlich, wie es im Einzelfall enden kann, wenn nichts vorab geplant ist. „Es gibt viele Gerichte, die lieber einen Berufsbetreuer bestellen als einen Familienangehörigen. Oftmals suchen die Gerichte auch gar nicht groß, ob es überhaupt Angehörige gibt.“

Nur in jedem zehnten Fall wüssten die Gerichte, was der Betreute selbst gewollt hätte. Liege eine Willenserklärung vor, dann müssten sich die Behörden daran halten und die genannten Personen einsetzen.

Grossmann plädierte dafür, ein selbstbestimmtes Leben auch selbstbestimmt enden zu lassen. „Zu einem selbstbestimmten Leben gehört auch ein selbstbestimmtes Sterben.“ Dazu gehört letztlich nicht nur die Verteilung des eventuell vorhandenen Vermögens, sondern auch die Organisation der eigenen Beerdigung.

Wo soll die letzte Ruhestätte sein? Wünscht der Betreffende eine Erd- oder lieber eine Feuerbestattung? Soll das Grab auf einem Friedhof am Heimatort sein oder dort, wo Angehörige zu Hause sind, die sich um die Pflege kümmern können? Oder bevorzugt man die Beisetzung in einem Friedwald? Auch die Pflege des Grabes sollte vorab geklärt sein.

Komplexe Organisation

Für Bestattungsunternehmen ist eine „Vororganisation“ heute gang und gäbe. War früher der Bestatter meist auch Schreiner, war er lediglich für die Herstellung des Sarges und die Einsargung zuständig. „Um den Rest kümmerte sich die Familie“, so Grossmann. Heute gehöre viel mehr dazu. „Wir übernehmen nicht nur die Beratung, sondern auch Behördengänge und die komplette Organisation.“

Heinz Grossmann verweist auf den im Verlag Linde-International veröffentlichten Ratgeber „Vorsorge für den Todesfall“. Hier seien alle Maßnahmen klar und einfach benannt, um sich vorab zum Thema zu informieren.

(juba)
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