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Flugsicherung: Keine Änderung bestehender Routen: Dauer-Dröhnen über Bad Homburg: Bürger klagen über mehr Fluglärm

Von Natürlich sind Bad Homburg und Neu-Anspach nicht Flörsheim oder Raunheim. Aber die Beschwerden der Hochtaunusbürger, die sich von Fluglärm geplagt fühlen, häufen sich.
(Symbolbild) (Symbolbild)
Hochtaunus. 

Harald Koch ist verdutzt. Der Bad Homburger hat festgestellt, dass es am Himmel über der Kurstadt lauter zugeht, vor allem zwischen 5 und 6 Uhr morgens. Aber auch zu anderen Zeiten scheint es lauter geworden zu sein: Am Freitag vor einer Woche habe es über den Homburger Stadtteilen Ober-Eschbach und Gonzenheim fast schon ein Dauer-Dröhnen gegeben. Und Marcus Hett registrierte in Homburg jüngst „besonders laute Landeanflüge, die die Wände beben lassen, etwa samstags kurz vor 8 Uhr, wenn es wirkt, als nähme irgendein A 380 die Abkürzung über Bad Homburg“. Seiner Meinung nach hat sich „gerade über dem Kurpark ein wahres Drehkreuz entwickelt“.

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Fluglärm stellen auch Bürger im Königsteiner Ortsteil Falkenstein und in Neu-Anspach fest. Ein Leser aus dem Stadtteil Westerfeld sagte, besonders „am Vormittag zwischen 7 und 8 Uhr ist es deutlich lauter geworden“. Auf Facebook fragen sich bereits viele Taunusbürger, was da los ist – und ob sich die Flugrouten geändert haben.

Westwind und Ostwind

Das ist nicht der Fall, versichert Ute Otterbein, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS). Sie erklärt: „Was über dem Taunus zu beobachten ist, sind die Abflüge bei Ostwind auf der Abflugstrecke 07-Nord ,kurz‘ “. Diese führt über Frankfurt, dann weiter über Homburg. Otterbein: „Ab bestimmten Höhen dürfen Piloten von dieser Strecke abweichen. So ist es möglich, dass auch westlich der Strecke Überflüge zu beobachten sind.“ Ebenfalls über dem Hochtaunus unterwegs seien Anflüge bei Westwind. Diese würden, wenn viel Anflugverkehr unterwegs sei, über „Transitions“ geführt. Hier müsse der Pilot nach Anweisung des Lotsen die Strecke Punkt für Punkt abfliegen. Die „Transition“ führe in einem Bogen zunächst in den Süden, dann parallel zu den beiden Start- und Landebahnen in Richtung Osten, um von dort in den Endanflug „eingefädelt“ zu werden. Bei weniger Verkehr könne der Lotse den Verkehr aber auch direkt führen. Das spare Strecke, Kerosin und Emissionen.

Dr. Berthold Fuld, Bad Homburger und Vizepräsident der Bundesvereinigung gegen Fluglärm, sagt: „Auch Abflugstrecken bei Westwind verlaufen über dem Taunus; seit etwa zwei Jahren nutzen diese Abflüge vermehrt Flugstecken östlich des Kamms, vor allem auch nach 21 Uhr.“ Fuld weiter: „Es ist lästig, dass häufig abseits der veröffentlichten Anflugrouten geflogen wird – und das sind die Flüge, die wir hier in Bad Homburg hören.“ Dieses „Abseitsfliegen“ betreffe besonders jene Maschinen, die, von Westen kommend, auf der Süd- oder Centerbahn landen sollen aber über den nördlichen Gegenanflug geführt werden. Was laut Fuld oft zwischen 22 und 23 Uhr, aber auch zwischen 5 und 6 Uhr geschehe. Durch unnötig geringe Flughöhe und oft hohe Geschwindigkeit entstehe dabei vermeidbarer Lärm.

Maximal 133 Bewegungen

Apropos: Gab es nicht mal eine „Lärmpause“? Die wurde frühmorgens für die Südbahn eingeführt, was bedeutet, dass sämtliche Anflüge zur Nord- oder Centerbahn geführt werden. „Als Ausgleich zur Lärmpause zwischen 5 und 6 Uhr im südlichen Anflugbereich, wird zwischen 22 und 23 Uhr eine Lärmpause für den nördlichen Anflugbereich eingehalten, so dass von 22 bis 23 Uhr keine Landungen auf der Landebahn 25 R (Nordwest) durchgeführt werden“, beantwortete das Referat LFR – Luftraum, Flugverfahren, Recht Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) eine Anfrage von Harald Koch und weiter: „Die Anzahl der maximalen Flugbewegungen wurde in den Nachtrandstunden auf durchschnittlich 133 Flugbewegungen festgelegt.“

Doch wie laut ist es denn nun wirklich im Taunus? Eine Möglichkeit, das festzustellen, gibt es: In der Kommission zur Abwehr des Fluglärms, zu deren Mitgliedern auch die Bundesvereinigung gegen Fluglärm zählt, hat die Initiative Zukunft Rein-Main (ZRM) eine Methode vorgestellt, bei der man durch Auswertung von aufgezeichneten Flugspuren berechnen kann, wie sich der Geräuschpegel über einem Gebiet verändert hat. Fuld: „Diese Methode in Homburg und bestimmten Gebieten des Hochtaunuskreises anzuwenden, könnte ziemlich spannend sein. . . “

Die Präsentation ist übrigens öffentlich zugänglich, und zwar im Internet über www.flk-frankfurt.de.

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