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Hochtaunus-Kliniken: Der Baby-Boom geht weiter

Die Attraktivität der Hochtaunus-Kliniken als Geburtsklinik ist weiterhin hoch. 2017 kamen dort 1583 Kinder zur Welt – damit wurden sogar die Rekordzahlen aus dem vorangegangenen Jahr überboten.
So glücklich macht ein „Burschi“: Cornelia Stier und Marc Tielebörger mit Söhnchen Finn Justus, der am 18. Dezember 2017 in den Hochtaunus-Kliniken geboren wurde. Bilder > So glücklich macht ein „Burschi“: Cornelia Stier und Marc Tielebörger mit Söhnchen Finn Justus, der am 18. Dezember 2017 in den Hochtaunus-Kliniken geboren wurde.
Hochtaunus. 

Das kleine Bündel im blauen Strampelanzug liegt friedlich schlafend auf Papas starker Schulter. Finn Justus heißt der kleine Mann. Oder „Burschi“, wie Vater Marc Tielebörger (35) ihn liebevoll nennt. Der Junge mit den dichten dunklen Haaren ist eines von insgesamt 1583 Babys, die 2017 in den Homburger Hochtaunus-Kliniken das Licht der Welt erblickt haben. Am 18. Dezember um 17.31 Uhr ist Mama Cornelia Stier (33) entbunden worden – quasi im zweiten Anlauf.

Denn nach einer Nacht mit Wehen war sie morgens zum ersten Mal in die Klinik gekommen, wurde aber wieder nach Hause geschickt. Dann nach dem Mittagessen, es gab Spaghetti Bolognese, „ging es richtig los“, erinnert sich die 33-jährige. Dass es dann noch ein Notkaiserschnitt wurde, war zwar nicht geplant gewesen. Im Rückblick aber, so die strahlende Mutter, die sich wegen der Narbe noch etwas den Bauch hält, sei alles gut gelaufen. „Wir sind die ganz Zeit super betreut worden. Es war eine gute Entscheidung, unser Kind hier zu bekommen“, sagen die glücklichen Eltern, die in Frankfurt wohnen.

Die Attraktivität der Hochtaunus- Kliniken als Geburtsklinik hat auch in 2017 angehalten. Nachdem es ein Jahr zuvor mit 1552 Babys schon einen Geburtsrekord gegeben hatte, sind die Zahlen für das gerade vergangene Jahr noch etwas höher: Mit Stand vom 31.12.2017 kamen hier 768 Mädchen und 815 Jungen zur Welt. „Das ist total viel für so ein mittelgroßes Kreiskrankenhaus wie das unsere“, sagt Prof. Dr. Dominik Denschlag, der Leiter der Frauenklinik. Als wichtigsten Grund für die Beliebtheit bei den Gebärenden, die nicht nur aus dem Kreisgebiet, sondern auch aus dem Frankfurter Norden und der Wetterau kommen, nennt der Mediziner den modernen Neubau der Klinik, der für viele sehr attraktiv sei.

Glückliche Väter

Ungefähr drei Geburten gibt es durchschnittlich pro Tag auf der Frauenstation. Mehrlingsgeburten nehmen auch wegen der Reproduktionsmedizin zwar bundesweit zu, sind in der Kreisklinik mit durchschnittlich einer pro Monat aber eher die Ausnahme. Der Grund: Mehrlingsschwangerschaften werden von anderen Kliniken, zum Beispiel dem Klinikum Höchst, betreut. Dort wird dann meistens auch geboren.

Kylian Nicolas.
Wir begleiten Kylian Nicolas in den kommenden Wochen

„Gestatten, mein Name ist Kylian Nicolas“ – so würde sich der junge Mann wohl vorstellen, wenn er schon sprechen könnte. Aber das kommt ja erst noch.

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Die Frauen, die in Bad Homburg entbinden, werden unter anderem von den Hebammen Katja Lindner de Alvarez und Ulrike Bittner betreut. Beide sind seit über 20 Jahren im Job und beobachten, dass sich die Rolle der Väter sehr geändert hat: „Das ist schon selbstverständlich, dass die dabei sind“, sagen beide und Lindner fügt lachend hinzu: „Manchmal sind sie auch liebevoll von ihrer Frau dazu gezwungen worden.“ Die allermeisten der frisch gebackenen Väter seien aber sehr froh, dabei gewesen zu sein. „Die haut es einfach aus den Socken vor Glück“, so die beiden Hebammen. Außerdem hat die Frau während der Geburt eine wichtige Bezugsperson, und die Bindung zwischen Vater und Baby kann sofort aufgebaut werden.

Erstmal kuscheln

Zusammen mit ihrem Chef Dr. Dominik Denschlag sehen die beiden allerdings auch, dass sich viele Frauen nach der Geburt unter einen enormen Druck setzen. „Heute wollen die Frauen alles perfekt machen und vertrauen immer weniger auf ihre natürlichen Instinkte.“ Die Angst, etwas falsch zu machen oder das alles nicht zu schaffen, sei schon ziemlich groß. „Aber eine Gebrauchsanleitung fürs Baby haben wir auch nicht“, sagt Hebamme Lindner de Alvarez. Das müsse jede Familie schließlich für sich selbst herausfinden und eigentlich wissen die Eltern auch, wie es geht. Im Zweifelsfalle, so die erfahrene Hebamme, helfe immer: „Erstmal kuscheln!“. Die Familienzimmer, in denen die Eltern mit ihrem Nachwuchs die ersten Tage und Nächte alleine verbringen können, wenn sie bereit sind, etwa 100 Euro pro Tag selbst zuzuzahlen, werden sehr gut angenommen. Rücken gleich noch die Geschwisterkinder mit an, dann gibt es auch die Möglichkeit, eine Suite mit zwei Zimmern zu beziehen.

Was die Geburtsart angeht, entscheiden sich etwa ein Viertel der Schwangeren an den Kliniken für einen Kaiserschnitt. Das liegt prozentual unter dem bundesdeutschen und dem hessischen Durchschnitt, der sich zurzeit bei 35 Prozent eingependelt hat. Abgesehen von medizinischen Erfordernissen, „bevorzugen wir hier allerdings die normale Geburt, denn das ist das Sicherste und Beste für Mutter und Kind. Das zeigen auch entsprechende Studien“, so Denschlag. Trotzdem habe der Wunsch der Frau immer Vorrang bei der Wahl, wie sie gebären möchte. „Im Liegen, im Hocken, im Hängen oder im Wasser, das ist bei uns alles möglich“, sagt der leitende Arzt.

Im Schnitt bleiben die Mütter zwei bis drei Nächte im Krankenhaus. Nach der U2, also der zweiten standardmäßigen Frühuntersuchung, geht es dann nach Hause, wo das große Abenteuer Familienleben wartet. Bei den Neu-Eltern Cornelia Stier und Marc Tielebörger ging es zusammen mit Söhnchen Finn Justus noch vor Weihnachten erstmal zu den Großeltern, die in Wehrheim wohnen. Und irgendwie hat sich da auch ein Kreis geschlossen. „An Ostern haben wir erfahren, dass wir ein Kind erwarten“, verrät der stolze Papa. „Und der Weihnachtsmann hat uns den Kleinen dann gebracht.“

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