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Festival „Königstein Tanzt“: Der Hof tanzt . . .

Da scharren schon einige mit den Füßen: Am Freitag steigt das Festival „Königstein Tanzt“ – initiiert von Helen Dawson. Seit Jahren prägt die Tanzleidenschaft das Leben von Burgfräulein Isabelle und ihren Hofdamen Helen und Angelika.
Adel in Steppschuhen: Hofdame Helen Dawson (li.) hat ein Tanzspektakel auf die Beine gestellt, bei dem auch Burgfräulein Isabelle I. (2. von re., mit Hofdame Angelika und Junker Dario) mit von der Partie sein wird. Adel in Steppschuhen: Hofdame Helen Dawson (li.) hat ein Tanzspektakel auf die Beine gestellt, bei dem auch Burgfräulein Isabelle I. (2. von re., mit Hofdame Angelika und Junker Dario) mit von der Partie sein wird.
Königstein. 

Das bleibt in Erinnerung: Burgfräulein Isabelle und ihre Hofdamen Angelika und Helen wirbeln in ihrem Ornat über die Bühne bei der Fastnachtsfeier im Haus der Begegnung. Ihre Schuhe sind allerdings alles andere als mittelalterlich. An ihren Füßen tragen die drei jungen Frauen Stepptanzschuhe. Die Kleider schwingen, die weißen Unterröcke blitzen und die Sohlen klackern, während das Publikum eifrig mitklatscht und der Elferrat das ungewöhnliche Spektakel genießt. Ein steppendes Burgfräulein hatte es bisher noch nie auf einer Plaschi-Sitzung gegeben.

Info: Eine ganze Stadt zum Tanzen bringen

Um dem Tanzsport in Königstein neue Impulse zu geben und Tänzern und denen, die es gerne werden wollen, die Gelegenheit zu bieten, einige Probestunden zu machen, organisiert Helen Dawson einen dreitägigen Workshop (7.

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„Da wir alle drei steppen, kam uns schon früh die Idee eines gemeinsamen Auftritts“, erzählt Isabelle. An Fastnacht kam die Chance, diese als Überraschungsauftritt zu verwirklichen. Und das Publikum fand es grandios, wie die Facebook-Kommentare zu dem Video des Auftritts zeigten.

Angefangen mit dem Tanzen haben die drei Freundinnen schon früh. Im Alter von drei Jahren ging es zum Kindertanzen oder zum Ballett. Isabelle und Helen kennen sich seit der Kindergartenzeit, in der Grundschule lernten sie Angelika aus der Parallelklasse kennen. „Mit dem Übergang in die weiterführende Schule begannen wir auch, an den Meisterschaften im Steppen teilzunehmen“, erinnert sich die 19-jährige Angelika.

Aufs Treppchen gesteppt

Auf ihre vielen Erfolge können die drei Königsteinerinnen stolz sein: Helen und Isabelle wurden im Duo Süddeutsche Meister und Deutsche Vize-Meister, mehrfach waren die Stepperinnen unter den Top Ten bei Weltmeisterschaften. Beim Steppen gibt es verschiedene Gruppeformen, deren Tänze jeweils unterschiedlich lang sind. Und so tanzten Isabelle und Helen bei der letzten Stepptanz-WM in goldfarbenen Oberteilen und Latzhosen ein Duo, während Angelika ein Solo präsentierte. Zusammen haben das Burgfräulein und ihre Hofdamen aber auch schon in der Small Group (sieben Tänzer) und in der Formation (14 Tänzer) gesteppt. „Wir haben alle Arten der Stepptanz-Formationen ausprobiert“, sagt die Altkönigschülerin Angelika.

„Wir überlegen, dieses Jahr im November mit einer Small Group aus sieben Königsteinerinnen an den Deutschen Meisterschaften in Weinheim teilzunehmen. Das ist aber noch nicht sicher“, verrät Helen. Einen kleinen Einblick gibt es am Freitag bei „Königstein Tanzt“. Das ist Helens neuestes Projekt. Es geht um die Idee, Tanz für alle zugänglich zu machen – auch und gerade für die, die nicht so oft tanzen oder sich einfach mal ausprobieren wollen. Schnell schlossen sich zum Steppen auch Ballett, Modern Dance, Hiphop sowie Fitnesskurse an. So organisiert die 19-Jährige die Workshops, die auch bei ihren „Hoheits-Kolleginnen“ großes Interesse auslösten.

„Helen und ich sind zusätzlich Trainerinnen einer Kindergruppe im Stepptanz und bereiten sieben Nachwuchs-Stepperinnen für die Meisterschaften vor“, berichtet die 18-jährige Isabelle. Dort bewerten Juroren verschiedene Kriterien: die Choreographie, die Technik und das Image, also wie sich der Tänzer präsentiert.

Schuhe als Instrument

Dass Steppen eine große Leidenschaft für die drei Freundinnen ist, merkt man schnell: „Steppen ist so ein vielseitiger Sport, man kann alles versteppen, jeder Tanzstil kann mit Steppen kombiniert werden“, schwärmt Isabelle. „Es entstehen so schnell neue Bewegungen und Schritte, alles ist sehr frei “, stimmt Angelika zu. „Auf fast jede Musik kann man tanzen, egal ob klassisch, modern, langsam oder schnell. Ganz ohne Musik geht es aber auch, schließlich sind die Steppschuhe auch ein eigenes Instrument“, so Helen.

Dass die Stepptanz-Gemeinschaft ebenfalls etwas ganz Besonderes sei, konnten Isabelle und Helen im vergangenen Sommer beim „Brighton Tap Festival“ in Großbritannien erleben. Besonders die „Tap-Jams“ begeisterten sie. Diese würden immer mehr an Popularität gewinnen. „Dabei stehen die Tänzer zusammen im Kreis mit dem Ziel, den Takt zu halten und Schritte zu zeigen“, beschreibt Isabelle. Wer aus dem Takt kommt, scheidet aus. Besonders schwierig werde es, wenn der Takt geändert wird.

Während der Abi-Vorbereitungen mussten die Termine für das Burgfräulein reduziert werden. „Der Burgverein hat viel Rücksicht auf mich genommen und war sehr verständnisvoll.“, freut sich die Feldbergschülerin Isabelle. So konnte sie sich auf die Prüfungen konzentrieren, was auch ganz gut geklappt habe. Im April beginnt dann der letzte „Terminmarathon“ vor dem Burgfest.

Was für eine wichtige Konstante Steppen im Leben der Tänzerinnen ist, zeigte sich auch auf ihren Abi-Plakaten. Helen meisterte bereits 2015 ihr Abitur, ein Plakat mit dem Spruch „You’ll tap that“ trug dazu bei. Angelika und Isabelle haben seit kurzer Zeit ihr schriftliches Abitur geschafft, auch an der Feldbergschule und der Altkönigschule hängen Plakate mit den Texten „Das Tanzen ist die Kunst, wo die Beine denken, sie seien der Kopf“ und „Du steppst das Abi“.

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