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Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné: Der Kurpark und seine Strahlkraft

Der Kurpark ist nicht nur Anziehungspunkt für Kurgäste und Erholungssuchende, sondern auch bei den Homburgern außerordentlich beliebt. Zu verdanken hat die Kurstadt ihren Park dem Landschaftsgärtner Peter Joseph Lenné. Zu Ehren seines 150. Todestags hielt der Gartenhistoriker Dr. Klaus-Henning von Krosigk einen Vortrag über die besonderen Leistungen Lennés.
Peter Josef Lenné Foto: akg-images (epd) Peter Josef Lenné
Bad Homburg. 

Bad Homburg ohne den Kurpark? Undenkbar. Das stellte auch Dr. Klaus-Henning von Krosigk gleich zu Beginn seines Vortrags anlässlich des 150. Todestages Lennés klar. „Lennés Kurparkschöpfung war zentral für die Entwicklung und das Stadtbild von Bad Homburg“, so der langjährige stellvertretende Landeskonservator Berlins.

Der studierte Gartenarchitekt weiß genau, wovon er spricht: Er hat im Rahmen seines Berufslebens so einige Gärten Lennés besucht und teilweise auch bei ihrer Restaurierung betreut. Alle Park- und Gartenanlagen, die Lenné während seiner Berufszeit kreierte, seien Gesamtkunstwerke höchster Qualität. Dem stimmte auch Dr. Albrecht Graf von Kalnein, Vorstandsvorsitzender der Reimers Stiftung, die gemeinsam mit der Stiftung historischer Kurpark zum Vortrag eingeladen hatte. Kalnein betonte, Lenné habe einen maßgeblichen Anteil an der heutigen Strahlkraft Bad Homburgs.

Prachtvolle Arbeit

Die prachtvolle Arbeit des preußischen Gartenarchitekten ist aber nicht nur in Bad Homburg, sondern auch in Aachen, Bad Nauheim, Berlin, Köln, Bonn und noch vielen weiteren Städten zu sehen. Doch nicht alle Arbeiten Lennés sind noch erhalten, so von Krosigk. Bad Homburg sei in dieser Hinsicht ein schillerndes Beispiel, da hier nicht nur alle Vorschläge Lennés zur Anlage des Kurparks tatsächlich realisiert wurden, sondern auch weil viel für die Erhaltung des angelegten Parks getan werde. Nichtsdestotrotz mahnte Krosigk die anwesenden Zuhörer davor, aus finanziellen oder wirtschaftlichen Gründen, den Kurpark oder die angrenzenden Liegenschaften anzutasten. „Typisch für Lenné war, dass er bei der Anlage eines Parks auch die umgebende Kulturlandschaft in das Gesamtkonzept integrierte.“ Im Falle Homburgs sei dies beispielsweise der Hardtwald.

Dass Lenné überhaupt den Homburger Kurpark gestaltete, ist den beiden Gründern des Spielkasinos zu verdanken. Die Gebrüder Blanc beauftragten den damals bereits sehr bekannten Gartenarchitekten 1854 damit, einen repräsentativen Park zu entwerfen, um den Aufenthalt für die Gäste der Spielbank so angenehm wie möglich zu gestalten.

Veschlungene Wege

Bad Homburg kann aus heutiger Sicht von Glück sagen, dass die beiden Unternehmer keine Kosten und Mühen scheuten. Denn auch stilistisch kann sich der Homburger Kurpark sehen lassen: Er verfügt nicht nur über verschlungene Wege und Gartenflächen, sondern auch über durchdachte Sichtachsen.

Ein weiteres Charakteristikum Lennés, das auch in Bad Homburg sichtbar wird, sind seine Bemühungen, die vorhandenen Gebäude wirkungsvoll in Szene zu setzen. Teppichbeete und die Festlegung auf nur fünf bis sechs Baumarten machen darüber hinaus den unverwechselbaren Charme der Entwürfe Lennés aus. Ihm sei es immer darum gegangen, ein „gesamtkulturlandschaftliches Erlebnis“ zu erschaffen, stellte von Krosigk fest. Im Fall von Bad Homburg ist ihm das definitiv gelungen.

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