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Burgfest-Umzug: Der Stolz der Stadt

Er konnte sich wahrlich sehen lassen, der Umzug zum 66. Königsteiner Burgfest. Viele Menschen säumten die Straßen, um sich von den 46 teilnehmenden Gruppen verzaubern zu lassen und dem neuen Burgfräulein Isabella I. zuzujubeln.
<span></span> Foto: Jochen Reichwein
Königstein. 

Nein, der Burgverein hatte nicht vergessen, den ersten Wagen des gestrigen Festzugs im offiziellen Programm zu erwähnen. Das Präsidium hatte bei der Vorbereitung auf das Fest schlicht gehofft, dass er dieses Mal nicht anrollen müsste: der Abschleppwagen. Musste er aber doch.

Während die vielen hundert Zuschauer am Straßenrand amüsiert das Geschehen beobachteten, dürften die Fahrzeughalter wenig Grund zum Lachen haben, wenn erst in den nächsten Tagen eine Zahlungsaufforderung ins Hause flattert. 340 Euro werden fällig, wie Moderator Rainer Kowald nach Rücksprache mit der Ordnungspolizei verkündete. Das Geld hätte man sinnvoller in den Erwerb von Burgfest-Buttons investieren können.

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Wenn das Amt des Burgfräuleins jung hält, dann kann das des Bürgermeisters das Gegenteil erreichen. Das meinen zumindest die, die das schon mal gemacht haben, so wie Karl-Christian Schelzke,

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Von wegen „Regen“-tin

Wie dem auch sei: Zumindest war damit der Weg frei für Isabella I. Von wegen „Regen“-tin! Einen Burgfestumzug mit Sonnenschein und fast schon hochsommerlichen Temperaturen bescherte Ihre Lieblichkeit der Kurstadt. In edles Blau gekleidet, strahlte sie auf ihrem Wagen mit dem Wärme spendenden Gestirn um die Wette. Überflüssig zu erwähnen, wer gewann, wurde die irdische Kandidatin doch mit lauten Rufen ihres Namens und durch eine Vielzahl an Menschen, die ihr Antlitz als Button ans Revers geheftet hatten, unterstützt.

Vorneweg ging die Musik- und Showband des Fanfarencorps Königstein. Eine sichere Bank in puncto Feiern, zumal sie sich bereits für ihr eigenes Jubiläum warmliefen, sofern das bei ihren Pelzmützen überhaupt nötig ist. Am Samstag, 25. Juni, feiern sie von 11 Uhr an ihr 50-jähriges Bestehen mit einer großen Party auf dem Kapuzinerplatz.

Ganz in Weiß mit einem Blumenstrauß – was Roy Black sich in seinen schönsten Träumen ausmalte, sahen die Festzugsbesucher tatsächlich und leibhaftig. Die Weiße Dame war mit einer Delegation aus der polnischen Partnerstadt Kórnik angereist, um dem Volk von Königstein ihre Aufwartung zu machen. Als Dank gab es viel Applaus für die weitgereisten Gäste.

Das Kurwesen darf auch heutzutage nicht als Thema fehlen. Die Brunnen- und Kerbegesellschaft Sachsenhausen etwa flanierte in zeitgenössischer Tracht und mit vornehmen Sonnenschirmen durch die Gassen und erinnerte daran, wie „Sachsenhäuser Berjersleut“ zur Kur in Königstein verweilten. Der Verein für Denkmalpflege wies auf ein weiteres Jubiläum hin, das dieses Jahr gefeiert wird: Vor 125 Jahren eröffnete Hugo Amelung seine Kuranstalt.

Nur ein bisschen mit der Kur hatte das Motto der Stadtbibliothek zu tun: Vor 40 Jahren wurde im Kurhaus eine Stadtbibliothek eingerichtet – dafür hatten sich die Protagonisten in bunte Hippie-Kleidung geworfen.

Bevor die Kronberger und Königsteiner Ritter mit den Hohen Burgfrauen an der Reihe waren, gab es noch einmal einen wilden Ritt durch die Geschichte: von der neuformierten Festungsgarde der Plaschis in ihren originalgetreuen Uniformen über den Mammolshainer Vereinsring und Heimatverein, die zur Feier des bald anstehenden Jubiläums „825 Jahre Ersterwähnung“ Mammolshainer Apfelwein ausschenkten, bis hin zum Krankenhaus St. Josef. Mitarbeiter, Verwaltung und der Geschäftsführer stellten die Übernahme des Hauses durch die Stadt Königstein vor 25 Jahren dar.

Einzelne Nummern hervorzuheben, bedeutet genaugenommen, die anderen ungerechtfertigterweise nicht zu erwähnen. Vereine, Schulen, Kirchengemeinden, Organisationen, Politiker, Bürger und Gastgruppen aus Nachbarstädten – alle hatten schön anzusehende Wagen geschmückt, teils historische Kostüme angelegt und viele Menschen zum Mitmachen animiert.

Der Burgverein ist für seine Mühen und seinen scheinbar unerschütterlichen Optimismus – Wetterkapriolen hin, stetig steigende Sicherheitsauflagen her – belohnt worden.

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