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Seniorenstift Hohenwald: Der gute Geist des Hauses

Für alles, was im Seniorenstift Hohenwald repariert werden muss, ist Hausmeister Ahmet Menxhiqi erster Ansprechpartner. Nur die Gartenarbeit und die Weihnachtsdekoration und überlässt er anderen.
Er arbeitet nicht nur fleißig, sondern hat immer auch ein Ohr für die Bewohner des Seniorenstifts: Ahmet Menxhiqi (49), ursprünglich aus dem Kosovo, ist seit fünf Jahren Hausmeister von Hohenwald und vom Seniorenstift Kronthal. Er arbeitet nicht nur fleißig, sondern hat immer auch ein Ohr für die Bewohner des Seniorenstifts: Ahmet Menxhiqi (49), ursprünglich aus dem Kosovo, ist seit fünf Jahren Hausmeister von Hohenwald und vom Seniorenstift Kronthal.
Kronberg. 

Zurzeit sind es hauptsächlich die Heizungen, die mal nicht so wollen, „denn im Sommer wurden die Heizkörper ja nicht benutzt, und da klemmt es jetzt manchmal bei der Wasserzirkulation“, weiß Ahmet Menxhiqi. Der 49-Jährige ist für die Bewohner des Seniorenstifts Hohenwald in Kronberg so etwas wie der gute Geist. Denn immer zuverlässig zur Stelle, wenn irgendwo etwas nicht funktioniert. Zumindest immer vormittags, denn nachmittags ist er als Hausmeister auch für das Seniorenstift Kronthal zuständig. „Wenn sich allerdings eine Firma oder ein Kunde für einen bestimmen Termin angekündigt hat, dann verschiebt sich diese Aufteilung natürlich auch mal, und an manchen Tagen ist halt in dem einen Haus mehr zu tun und an manchen in dem anderen.“

Jeder kennt ihn

Aber wenn Menxhiqi im Haus ist, dann ist er für alle und alles da. Allein die Weihnachtsdekoration hat er lieber den Betreuern überlassen. „Für die Außenanlage bin ich ebenfalls nicht zuständig, muss also auch keinen Schnee schippen, aber wenn es beispielsweise über Nacht geschneit hat, dann streue ich natürlich morgens rasch mal Salz bei den Parkplätzen, wenn die Kollegen mit ihren Räumgeräten noch nicht da waren.“

Insgesamt leben derzeit 125 Bewohner in der Anlage, die über 140 Betten verfügt. Neben einem kleinen Haus mit Seniorenappartments, die ein noch sehr eigenständiges Leben ermöglichen, gibt es die Pflegeeinrichtung für Bewohner, die einem Pflegegrad zugeordnet sind. „95 Prozent der Leute hier kenne ich“, meint Menxhiqi, „denn ich bin ja seit fünf Jahren jeden Tag hier, und es ist fast in jedem Zimmer mal was zu machen, so dass ich eigentlich mit allen Kontakt habe.“

Täglicher Einsatz

Irgendwo muss eigentlich fast täglich eine Glühbirne ausgetauscht werden, gerade bei den Nachtlichtern über den Betten, wie er während eines kleinen Rundgangs demonstriert. „Ich bekomme immer Zettel geschrieben, in welchem Wohnbereich etwas kaputt ist, und dann schaue ich direkt nach.“ Der Handlauf im Flur sitzt locker, in einem Zimmer funktioniert die Klingel am Bett nicht, bei einem anderen Bewohner muss der Duschschlauch oder –kopf repariert werden. „Auch bin ich natürlich zuständig dafür, wenn beispielsweise der Deckel der Zahnpastatube in den Abfluss gefallen ist“, lacht der Kosovare. Im Vorübergehen hält er kurz mit einer Seniorin, die im Rollstuhl sitzt, ein Schwätzchen und verspricht, später noch bei ihr vorbeizukommen.

„Natürlich helfe ich auch, wenn Bewohner Bilder von ihrer Familie oder Regale in ihren Zimmern aufhängen wollen.“ Daher haben manche Hausbewohner seine Handynummer einprogrammiert, um ihn direkt kontaktieren zu können; für die anderen organisieren das die Pflegekräfte. „Die älteren Herrschaften sind alle sehr lieb und nett zu mir, ich habe überhaupt keine Probleme mit denen. Irgendwie erinnern sie mich auch an meine eigenen Eltern. Daher versuche ich immer so schnell wie möglich, das zu erledigen, wenn sie irgendetwas brauchen.“

Nicht zuletzt unterstützt er diese und packt mit an, wenn es zum Beispiel darum geht, Betten auszutauschen. In seiner Werkstatt kann er viele kleinere Dinge selber erledigen, für größere Reparaturen, Wartungen oder bei Wasserschäden ruft er die entsprechenden Firmen an und bestellt gegebenenfalls neues Material.

„Wichtig ist mir vor allem, dass ich gerne zum Arbeiten hierher komme! Und dass ich mit allen hier, ob Bewohner oder Kollege, guten Kontakt habe, denn wir lachen viel zusammen, ganz ohne Stress oder Ärger.“

Ein Haus in der Heimat

„Ich hoffe, dass auch die anderen zufrieden sind mit mir“, sagt er grinsend, als ob er nach Komplimenten heischen würde.

Traurig macht ihn, wenn Bewohner, die er über eine längere Zeit kannte, versterben. Seit mittlerweile 29 Jahren lebt Menxhiqi nun in Deutschland, mittlerweile mit Kindern und Enkeln. „Das ist Hobby genug“, freut er sich.

Wobei er früher auch sportlich unterwegs war, beim Kickboxen. Und da er ehedem in der Gastronomie tätig war, zieht es ihn manchmal auch an den heimischen Herd. Langfristig möchte er in die Heimat zurück, wo er noch ein Haus hat. „Meine Familie will das sicherlich nicht, aber meine Rente wird für ein Leben hier kaum ausreichen. Im Kosovo ist das Leben wesentlich günstiger. Wenn ich dort bin, werde ich mir dann Obst und Gemüse selber anbauen.“ Später selbst in ein solches Seniorenstift einzuziehen, kann er sich daher nicht vorstellen. „In erster Linie will ich gesund bleiben, dann bin ich zufrieden. Und gerne würde ich auch bis zum Ruhestand hier arbeiten, denn die Tätigkeit und der Umgang mit Menschen machen mir großen Spaß.“

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