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Die Erfolgsgeschichte geht weiter

Der einstige Jugendchor der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ist erwachsen geworden. 15 Jahre nach seiner Gründung zählt der Chor insgesamt 60 Sänger .
Chorleiter Benedikt Baum (vorne sitzend) mit seinen Sängern.	Foto: wös Chorleiter Benedikt Baum (vorne sitzend) mit seinen Sängern. Foto: wös
Friedrichsdorf. 

Freitagabend, 19 Uhr, 40 Sänger treffen sich zur wöchentlichen Chorprobe in der Evangelisch-methodistischen Kirche in der Wilhelmstraße. Chorleiter Benedikt Baum zeigt vollen Körpereinsatz, spricht während des Einstudierens des Songs „Balia di Sehu“ von Eduard Toppenberg mit Händen und Füßen. „Noch intensiver, noch eindrucksvoller, und nicht mit angezogener Handbremse“, ruft er. Und schon bald ertönt ein mitreißender Gesang der Chormitglieder, begleitet von Michael Braaz am Klavier.

 

Lieder aus der Ferne

 

Der Text des Songs entstammt dem „Papiamentu“, einer Kreolensprache. „Der größte Teil kommt aus dem Portugiesischen oder dem Spanischen, der Rest aus dem Niederländischen, Englischen und afrikanischen Sprachen“, weiß der Chorleiter. Gesprochen wird diese Sprache auf den sogenannten ABC-Inseln: Aruba, Bonaire und Curaçao, die geografisch zu Südamerika gehören. Vor rund 15 Jahren wurde in der Evangelisch-methodistischen Gemeinde darüber nachgedacht, den langsam überalternden Chor mit einem Jugendchor aufzufrischen. Es waren genau zehn Sänger, sowohl Jugendliche als auch Erwachsene zur Unterstützung, die sich an das Projekt Jugendchor wagten. Sie gaben ihm den Namen „Ephata“ (in Aramäisch „hephatach“ – Öffne dich). Nach dem Evangelium des Markus (7,31-37) war das der Ausspruch Jesu an den Taubstummen, der daraufhin wieder sprechen konnte.

Zunächst lag die Leitung des Chors in den Händen von Markus Blum, dann folgte Karl-Heinz Baum. Der Chor wuchs und wuchs und ist längst kein Jugendchor mehr. Das Alter der Mitglieder bewegt sich zwischen zehn und 70 Jahren. Auf der Chorliste stehen die Namen von 60 Mitgliedern. Wo liegt der Grund für die Erfolgsgeschichte dieses Chores, während andere Chöre über mangelnden Nachwuchs klagen?

Zur Person

Benedikt Baum

clearing

„Mittlerweile ist es ein fast überregionaler Chor, die Mitglieder kommen auch aus Sprendlingen, Höchst, Brombach und den Nachbargemeinden. Und es kommen auch viele Menschen, die keine christliche Grundlage haben, weil sie spüren, dass sie willkommen sind, das ist das wichtigste Element, sie fühlen sich wohl bei uns“, sagt Baum. Das bestätigen auch Karin Moos sowie Bettina und Bertram Kübler: „Es macht einfach Spaß, es ist eine sehr gute Gemeinschaft, wir spüren das Zusammenwachsen bei Chorreisen, dazu kommt eine gesunde Mischung über Generationen hinweg, es singen Väter, Mütter, Töchter, Söhne miteinander.“

 

Reisen um den Globus

 

Chorreisen standen schon immer auf dem Programm, so führte die erste Chor-Tournee 2002 mit 25 Personen in die USA, auch die zweite Tournee, jetzt schon mit 30 Personen, führte über den großen Teich, 2004 folgte die Englandtournee, zwei Jahre später das große Konzert in Pilsen in der Tschechischen Republik. Im Jahr 2008 übernahm Michael Braaz die Chorleitung mit Unterstützung von Sebastian Hammann, es ging zur großen Konzert-Tour nach Südafrika, inzwischen mit einer stattlichen Anzahl von 45 Personen.

Von 2010 an unterstützt Benedikt Baum die Arbeit mit zunehmendem Engagement, für die Chor-Tournee in die USA 2013 hatte er bereits die Gesamtleitung inne. „Wir sind alle Suchende, so wollten wir einen Raum schaffen, in dem Gemeinschaft die Musik erfahren kann“, sagte Baum und versteht darunter „Klang in den Vordergrund stellen, neue Resonanzräume und Schwingungen finden und dadurch die Vielfalt des Klanges zeigen“. Hierfür bezieht er afrikanische, ägyptisch sowie französische Lieder mit ein.

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