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Kampf gegen Leukämie: Die Suche nach dem passenden Spender

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hat sich dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben. Seit fast drei Jahrzehnten versucht sie ein weltweites Netzwerk potenzieller Stammzellspender aufzubauen, denn nur so können Menschen gerettet werden. Auch der Taunus hilft dabei mit.
Bei der 2012 von Jörg Hölzer initiierten Typisierungsaktion in Bad Homburg ließ sich auch unsere Reporterin Muriel Larissa Frank untersuchen. Archivfoto: Jochen Reichwein Bei der 2012 von Jörg Hölzer initiierten Typisierungsaktion in Bad Homburg ließ sich auch unsere Reporterin Muriel Larissa Frank untersuchen. Archivfoto: Jochen Reichwein
Hochtaunus. 

Am Anfang steht – wie so oft – eine persönliche Tragödie: 1991 starb Mechtild Harf, die Ehefrau des späteren DKMS-Gründers Dr. Peter Harf, an den Folgen einer Leukämieerkrankung. Vor ihrem Tode hatte Harf seiner Frau versprochen, dafür zu kämpfen, dass jeder Blutkrebspatient einen passenden Stammzellspender findet. Damals war die Hoffnung, einen passenden Spender zu finden, äußerst gering. Der Aufbau von großen Datenbanken steckte noch in den Kinderschuhen. Zudem waren zu diesem Zeitpunkt in Deutschland lediglich 3000 Menschen als potenzielle Stammzellspender erfasst. Mit der Gründung der DKMS versucht Peter Harf seitdem sein gegebenes Versprechen einzulösen.

Und das durchaus erfolgreich. Mittlerweile agiert die DKMS weltweit. Ihr Anteil an weltweit vermittelten Stammzellspenden liegt bei rund 30,4 Prozent – und dennoch: Jahr für Jahr erkranken alleine in Deutschland rund 10 000 Personen an der tückischen Krankheit. Wenn man dann bedenkt, dass die Wahrscheinlichkeit, einen geeigneten Spender für einen Leukämie-Patienten zu finden, im günstigsten Falle bei 1:20 000 liegt, nicht selten aber bei über 1:1 Million, wird ersichtlich, welche Aufgabe der Aufbau eines solchen Netzwerks ist und warum die DKMS so viel daran setzt, Typisierungsaktionen zu unterstützen.

Auch im Taunus fanden schon mehrfach solche Aktionen statt. Zuletzt ließen sich 150 Schüler der Kronberger Altkönigschule typisieren. Damit sind ihre Gewebeproben gespeichert und können mit denen von Leukämie-Patienten verglichen werden.

Chance 1:1 000 000

Eine, die das Glück hatte, einen Spender zu finden, ist die Steinbacherin Carolin Gadde. Obwohl bei ihr die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden, bei rund 1:1 Million lag, hat sie es geschafft, die 24-Jährige ist heute wieder gesund. Im Jahr 2014 war sie an Leukämie erkrankt, hatte 2015 einen Rückfall erlitten, und es war klar, dass sie einen Stammzell-Transplantation benötigte, um zu überleben. Anfang 2016 kam dann die erlösende Nachricht, dass für sie ein Spender gefunden worden war.

Freunde und Bekannte von ihr hatten eine Typisierungsaktion auf die Beine gestellt, zu der 900 Personen gekommen waren. Und auch wenn kein Spender für die Steinbacherin dabei war, war die Aktion dennoch ein Erfolg: Vier anderen Patienten irgendwo auf der Welt konnte geholfen werden.

Es ist eine Geschichte mit Happy End, die zeigt, wie wichtig die Vernetzung ist. Ohne die Typisierungsaktion hätten die vier Personen, die andernorts erkrankt waren, vermutlich keine zweite Chance für ihr Leben bekommen.

35 Euro pro Probe

Doch das gute Ende bei einer Typisierungsaktion ist keineswegs garantiert. Jörg Hölzer, umtriebiger Vorsitzender der Bad Homburger Aktionsgemeinschaft der Einzelhändler, litt selbst an Krebs und kämpfte über Jahre gegen die tückische Krankheit an. 2012 organisierte Bad Homburg eine Typisierungsaktion und sammelte Geld, um die Untersuchungen der Proben zu ermöglichen, denn die sind mit 35Euro pro Probe keineswegs günstig. Auch wenn sich damals viele Menschen testen ließen und viel Geld spendeten – ein passender Spender für Jörg Hölzer wurde weltweit nicht gefunden. Er starb im März 2016.

 

(aw)
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