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Oberhöchstädter Theatergruppe: Die Variante mit der zweiten Tante

Von Die Fichtegickel spielen wieder, und sie haben sich für diese Saison einen großen Komödienklassiker ausgesucht. Was als freundschaftliche Rettungsaktion für ein amouröses Treffen beginnt, endet zur Freude der Zuschauer im heillosen Chaos.
Andreas Risse (l.) hat Erklärungsbedarf, Steffen Schmidt hört ganz entspannt zu.	Foto: Priedemuth Andreas Risse (l.) hat Erklärungsbedarf, Steffen Schmidt hört ganz entspannt zu. Foto: Priedemuth
Oberhöchstadt. 

Oliver Hardy hat sie gespielt, Heinz Rühmann und Willy Millowitsch auch, sogar Sir Alec Guiness ist in diese Rolle geschlüpft. Im Vergleich dazu klingt der Name Steffen Schmidt in Schauspielerkreisen (noch) nicht ganz so glanzvoll. Was er als „Charleys Tante“ und seine Mitstreiter bald auf die Bühne des Hauses Altkönig bringen werden, dürfte für das regionale Publikum mindestens so witzig sein wie das, was die großen Vorgänger schufen. „Ein Klassiker – neu und auf die typische Fichtegickel-Art inszeniert“, verspricht Norbert Jäger, Gründungsmitglied der Theatergruppe des KV 02.

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Umsetzungen des Stücks von Brandon Thomas, das 1892 uraufgeführt wurde. Für die wenigen Menschen, die noch keine davon gesehen haben: Im Mittelpunkt des Stücks stehen zwei Studenten, die für ein Treffen mit zwei Schottinnen eine Anstandsdame benötigen. Allein, die für diese Rolle vorgesehene brasilianische Tante Donna Lucia d’Alvadorez trifft nicht rechtzeitig ein, und so erklärt sich Freddy Baker, ein Freund der beiden Männer, bereit, in Frauenkleider zu schlüpfen und über das doppelte Tête-à-Tête zu wachen. Dass das nicht gutgehen kann, wird spätestens deutlich, als die echte Tante aus Brasilien doch noch eintrifft.

 

Heiße Phase beginnt

 

Die Flyer sind gedruckt, die Transparente im Ort aufgehängt, und doch gibt es bis zur Premiere noch einiges zu tun, berichtet Regisseurin Viktoria Fuchs: „Für uns beginnt die wichtigste Zeit, wenn die Bühne steht.“ Erst dann sehen die Mimen, wo was steht und wohin sie gehen müssen. „Wir versuchen das vorher mit Tischen und Stühlen zu simulieren, aber das ist etwas ganz anderes“, so Fuchs. Zumal die Aktiven eine kleine „Überraschung für das Publikum“ ein- und das Set im Laufe der Vorstellung stellenweise umbauen werden.

In wenigen Tagen steht die Einrichtung, und auch die gemeinsame Fahrt zum alteingesessenen Kostümverleih Jansen in Heddernheim hat die Theatergruppe schon absolviert. „Wir müssen die Kostüme vorher anprobieren, anziehen und auch damit proben, sonst würden wir uns bei der Premiere auf der Bühne selbst kaputtlachen“, berichtet Jäger.

Mit Jörg Kouth, einem Kollegen aus dem Elferrat des KV 02, und Ann-Christin Ernst, die beim Musikverein Kronberg spielt, werden zwei Theater-Neulinge auf der Bühne stehen. Langjährige Fans der Aufführungen dürfen sich zudem auf die Rückkehr von Anneliese Hecking freuen: Nachdem sie mehrere Jahre beruflich im Ausland verbrachte, wurde sie nach ihrer Wiederkehr „angesprochen und gleich engagiert“, erzählen Jäger und Fuchs.

Dass der Theaterverein im nahegelegenen Oberursel in diesem Jahr ebenfalls „Charleys Tante“ auf die Bühne brachte, sehen die Oberhöchstädter eher als Vorteil denn als Nachteil: „Wir haben eine andere, unsere ganz eigene Version und uns ganz bewusst dafür entschieden, bei dem Stück zu bleiben. Für die Zuschauer ist es doch toll, wenn sie die beiden Aufführungen miteinander vergleichen können.“ Einiges hätten sie außerdem aus dem Original gestrichen, verrät Jäger: „Die meisten Stücke sind zu lang.“ Die Zuschauer sollen am Ende lieber bedauern, dass es schon zu Ende ist, anstatt während des Abends zu beginnen, auf die Uhr zu schauen.

 

Vorverkauf läuft

 

„Der Unterschied zwischen einem Theater und dem Bundestag: Im Theater werden gute Schauspieler schlecht bezahlt.“ Wohl wahr, was die Fichtegickel da in ihrem Flyer schreiben. Trotzdem haben sie die Eintrittspreise stabil gehalten: Karten für „Charleys Tante“ sind von diesem Samstag an für 15 Euro im Delikatesslädchen „DeliCasa“ in der Limburger Straße 1, Telefon (0 61 73) 6 01 10 04, in Oberhöch- stadt erhältlich. Premiere mit einem Sektempfang feiert die Theatergruppe am Samstag, 18. Oktober, um 20 Uhr. Weitere Vorstellungen finden am Samstag, 25. Oktober, Freitag, 31. Oktober, sowie am Samstag, 1. November, jeweils um 20 Uhr statt. Außerdem gibt’s eine Nachmittagsvorstellung am Sonntag, 26. Oktober, um 17 Uhr. Aufführungsort ist das Haus Altkönig in der Altkönigstraße 30.

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