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Rathaus-Mitarbeiter: Dienstfrei für Fastnacht gibt es auch im Taunus

Von Dienstfrei für Fastnacht – das gibt es nicht nur in den Karnevalshochburgen, sondern auch im Taunus. Am großzügigsten sind die Regelungen in Bad Homburg und Steinbach.
Wenn sich am Montagnachmittag auf dem Laternenfest das Kettenkarussell vor dem Bad Homburger Kurhaus dreht, können auch die städtischen Angestellten mitfahren. Die Stadt gibt ihnen nämlich an diesem Nachmittag frei. Foto: Jochen Reichwein Wenn sich am Montagnachmittag auf dem Laternenfest das Kettenkarussell vor dem Bad Homburger Kurhaus dreht, können auch die städtischen Angestellten mitfahren. Die Stadt gibt ihnen nämlich an diesem Nachmittag frei.
Hochtaunus. 

Wer in Köln einen Behördengang zu erledigen hat, sollte das tunlichst nicht am Rosenmontag tun. Bei der Stadt läuft dann nur noch ein Notbetrieb. „Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Dienststellen geschlossen“, heißt es auf der Homepage der Verwaltung. Wer nun glaubt, die Menschen in den Hochburgen des Karnevals bekämen ob ihrer närrischen Lebensart eine Extrawurst, muss sich eines Besseren belehren lassen. Dass Mitarbeiter an sogenannten Brauchtumstagen vom Dienst befreit werden, ist eine Praxis, die es auch im Taunus gibt – aber die gewährte Großzügigkeit ist mitnichten überall anzutreffen und schon gar nicht einheitlich. Wir haben mal in den Rathäusern nachgefragt

  Bad Homburg: In der Kurstadt macht das Rathaus am Fastnachtsdienstag und am Laternenfest-Montag mittags offiziell zu. „Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, an den Brauchtumsfesten teilzunehmen, ohne Urlaub nehmen zu müssen“, erklärt Pressesprecherin Anke Krieger. Das ist allerdings keine Pflicht. Wer an diesen Tagen normal arbeiten will, kann das tun – ist damit aber nicht benachteiligt. „Egal wie – alle Mitarbeiter bekommen für die zwei Nachmittage insgesamt einen Tag Urlaub pro Jahr mehr“, so Krieger.

  Oberursel: In der Brunnenstadt müssen die städtischen Beschäftigten ohne freien Tag auskommen. „Früher bekamen die Mitarbeiter am Brunnenfest-Montag am Nachmittag frei, dies wurde allerdings 2013 eingestellt“, teilt Pressesprecherin Nina Kuhn mit. Ein Grund für die Entscheidung sei die „gestiegene Erwartungshaltung der Öffentlichkeit“ gewesen. Viele Bürger, Firmen und Institutionen hätten hohe Ansprüche, was die Dienstleistung und Verfügbarkeit der Rathaus-Mitarbeiter angeht. „Dieser Realität können wir uns nicht verschließen“, so die Stadt.

  Steinbach: Zu festen lokalen Ereignissen gibt es für die Mitarbeiter der Stadt Steinbach nicht frei – im Gegensatz zu früher, als der Nachmittag des Fastnachtdienstages und der Dienstagnachmittag nach Pfingsten (Wäldchestag) die Arbeit ruhte. Leer gehen die Beschäftigten dennoch nicht aus: „Diese beiden halben Tage wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2001 in einer Dienstvereinbarung zu einem Tag zusammengefasst, so dass die Mitarbeiter seither an ihrem Geburtstag einen Tag frei erhalten“, heißt es aus dem Steinbacher Rathaus.

  Friedrichsdorf: Dienstfrei an Brauchtumstagen – das gibt es bei der Friedrichsdorfer Stadtverwaltung nicht. Mitarbeiter haben dort lediglich die Möglichkeit, „im Rahmen der bestehenden Gleitzeitregelungen vorhandene Zeitguthaben durch stundenweisen Abbau, aber auch durch einzelne oder zusammenhängende Tage “ einzusetzen. Ob es mal anders war? „Zumindest in den letzten zehn Jahren gab es keine derartigen Vergünstigungen“, heißt es von offizieller Seite.

  Glashütten: Auch in Glashütten gibt es keine Freizeit an Brauchtumstagen mehr. Wer an Fastnachts- oder Kerbeveranstaltungen teilnehmen möchte, müsse Urlaub beantragen oder Überstunden abbauen, heißt es aus der Gemeindeverwaltung. Die Regelung ist noch vergleichsweise jung. Bis 2016 wurde den Mitarbeitern ein halber Tag für Fastnachtsdienstag gewährt,

  Königstein: Auch in der Königsteiner Verwaltung gibt es keine Freistellung für Brauchtumstage. Zwar hatte es in früheren Zeiten eine entsprechende Regelung für dem Burgfest-Montag gegeben. Doch die wurde schon vor Jahren abgeschafft und hat sich spätestens mit dem Ende des Festes am Sonntagabend ohnehin erledigt. Leer gehen die Mitarbeiter dennoch nicht aus: Wer Geburtstag hat, darf mittags gehen,

  Kronberg: In der Burgstadt wurden die Statuten ebenfalls angepasst – allerdings liegt die Änderung hier schon länger zurück. Die Mitarbeiter der Verwaltung bekamen bis zum Jahr 2009 zur Thäler Kerb am Mittwochnachmittag frei und erhielten zudem Verzehrgutscheine. „Diese Regelung wurde zum Jahr 2010 und im Zuge der Haushaltskonsolidierung eingestellt“, teilt die Pressestelle der Stadt mit. Durch die Reduzierung von freiwilligen Leistungen) sollten Kosten gespart werden.

  Usingen: Am Fastnachtsdienstag wird die Verwaltung in Usingen um 12 Uhr geschlossen, damit sich Mitarbeiter, die Karneval feiern möchten, frei nehmen können. Kindergärten können auch den Rosenmontag wählen. Dafür gibt es allerdings keine Zeitgutschrift. Anders sieht es beim Laurentiusmarkt aus. „Alle Bediensteten erhalten – soweit keine Abwesenheit wegen Urlaub, Überstundenabbau oder Krankheit vorliegt – eine Zeitgutschrift von drei Stunden“, informiert die Stadt. Verwaltung und Kindergärten werden am Montag um 12 Uhr geschlossen. Bedienstete, die den kompletten Montag arbeiten, erhalten ebenfalls eine Zeitgutschrift von drei Stunden.

  Neu-Anspach: Ein halber Tag für Karneval und wenn es ein besonderes Fest gibt (zum Beispiel 150 Jahre SG Anspach) von 13 Uhr an frei, um gemeinsam ins Festzelt einzuziehen – so sieht die Regelung in Neu-Anspach aus. Die Mitarbeiter müssen den halben Tag allerdings nicht unbedingt an Fastnacht nehmen. „Es ist ihnen freigestellt, wann sie diese Zeitgutschrift in Anspruch nehmen“, heißt es aus dem Rathaus. Der Bürgerservice bleibe am Fastnachtsdienstag durchgehend geöffnet, da viele Bürger gerade diesen Tag – vielleicht wegen Freistellung am eigenen Arbeitsplatz – für einen Behördengang nutzten.

  Schmitten: Kurz und knapp lässt sich die Regelung für die Schmittener Verwaltung erzählen: Es gibt keine Freistellungen zu bestimmten Ereignissen oder Brauchtumstagen. Ob es sie früher einmal gegeben hat, sei „nicht mehr nachvollziehbar“.

  Wehrheim: Die Stadtverwaltung Wehrheim zeigt sich narrenfreundlich. Am Fastnachtsdienstag sind Verwaltung und Bauhof von 12 Uhr an geschlossen. „Die geleisteten Stunden werden bis 12 Uhr gerechnet und der Nachmittag wird gemäß der individuellen Sollzeit an einem Dienstag als Gutschrift berechnet“, lautet die dortige Regelung. Die Beschäftigten der Schülerbetreuung sind nicht freigestellt, sie bekommen aber „aus Gleichbehandlungsgründen gemäß der individuellen Sollzeit die Zeit als Überstunden zusätzlich zu den geleisteten Stunden gutgeschrieben“.

  Grävenwiesbach: Die Gemeindeverwaltung in Grävenwiesbach hat am Faschingsdienstag nachmittags geschlossen. Allerdings sind die Mitarbeiter nicht dienstbefreit, sondern müssen – wenn sie nicht arbeiten – Urlaub nehmen. An Geburtstagen sieht es anders aus, dann gibt es einen halben Tag frei.

  Weilrod: Eine pauschale Freistellung gibt es in der Gemeinde nicht. Aber auch in Weilrod ist der Faschingsdienstag kein Tag wie jeder andere. Allgemein gilt: Eine Wertung als Arbeitszeit setze voraus, dass diese Zeit für gemeinsame Aktivität mit Kollegen (teambildend) genutzt werde. „Wenn hier gemeinsam gefeiert wird, bin ich gerne bereit, zwei oder drei Stunden als Arbeitszeit anzuerkennen“, teilt Bürgermeister Götz Esser mit und kündigt auch gleich an, in diesem Jahr am Fastnachtsdienstag „nach langjähriger Abstinenz“ wieder gemeinsam in der Gemeindeverwaltung feiern zu wollen. Das Rathaus werde dann nachmittags geschlossen.

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