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Köppern: E-Autos stellen Wehr vor Herausforderung

Von Eine Million Elektrofahrzeuge sollen bis 2020 über deutsche Straßen rollen. So will es die Bundesregierung. Für die Unfallrettung ergeben sich dadurch neue Herausforderungen, denen sich auch die Freiwillige Feuerwehr Köppern stellen muss. Ein Rettungsdatenblatt soll Abhilfe schaffen.
E-Mobile, wie hier vor dem Rathaus, gereichen der Feuerwehr in Friedrichsdorf nicht immer zur Freude. E-Mobile, wie hier vor dem Rathaus, gereichen der Feuerwehr in Friedrichsdorf nicht immer zur Freude.
Köppern. 

Sie cruisen lautlos durch die Landschaft und sind dabei sogar frei von schädlichen Abgasen – die Rede ist von Elektrofahrzeugen, die eines schönen Tages den Individualverkehr revolutionieren könnten. Zwar lag 2017 der Bestand an Elektro- und Hybrid-Pkw zusammen genommen laut Kraftfahrtbundesamt bei gerade einmal knapp 200 000 Exemplaren. In der Tendenz aber dürfte die Zahl der Neuzulassungen künftig auch kräftig zulegen. Für die Feuerwehren ist das bei Verkehrsunfällen eine Herausforderung, denn im Umgang mit batteriebetriebenen Fahrzeugen muss einiges beachtet werden. In puncto „Sicherheit“ geraten vor allem zwei Komponenten in den Fokus: die Fahrzeugbatterie und das Hauptstromkabel.

So könnte bei einem Unfall das Batteriegehäuse im Zusammenspiel mit auslaufendem Kraftstoff Feuer fangen oder durch umherfliegende Teile beschädigt werden. Dadurch könnte – zumindest theoretisch – ein Kurzschluss entstehen. Ein weiteres mögliches Problem stellen Kabel dar, die unter Spannung stehen und die in jedem Fahrzeugtyp unterschiedlich verbaut sind.

Detaillierte Infos nötig

Aus diesem Grund benötigen die professionellen Helfer detaillierte Informationen über die Lage dieser Kabel, sobald eingeklemmte Personen mit Rettungsschere und Spreitzer aus misslichen Lagen befreit werden müssen. Werden die Leitungen nämlich versehentlich durchtrennt, drohen den Feuerwehrleuten etwa Stromschläge. Typenbezogene Datenblätter sind daher unverzichtbar. In Friedrichsdorf ist es bislang nur zu einigen wenigen Einsätzen mit E-Fahrzeugen gekommen. Allerdings dürfte sich die Zahl der Alarmierungen mit der Zunahme des Elektrofahrzeuganteils am Gesamtfahrzeugbestand in Zukunft erhöhen.

Relevant ist das vor allem für die 55 Frauen und Männer der Köpperner Einsatzabteilung, die sich schwerpunktmäßig auf Verkehrsunfälle spezialisiert haben. Ein Grund dafür ist die für sie schnelle Erreichbarkeit der Autobahn A 5, für die die Friedrichsdorfer Wehren auf dem rund zehn Kilometer langen Abschnitt von der Auffahrt Friedberg bis zum Bad Homburger Kreuz zuständig sind.

Aber auch im Köpperner Tal und auf der Umgehungsstraße kracht es immer wieder. So zählte die Köpperner Wehr im Jahr 2017 immerhin 97 Alarmierungen, von denen 23 Einsätze in direktem Zusammenhang mit Verkehrsunfällen standen, wie der Köpperner Wehrführer Jürgen Reeh und sein Stellvertreter Peter Schulte anlässlich der Jahreshauptversammlung der Brandbekämpfer berichteten.

Zu den 57 Hilfeleistungseinsätzen kamen 16 Brände, 17 Fehlalarme und sieben Brandsicherheitsdienste. Allein 26 Mal mussten die Retter zu Autobahneinsätzen ausrücken, die jedoch zum Glück alle glimpflich verliefen. In der Summe wurden bei allen Einsätzen 68 Personen gerettet, zwei Menschen konnten nur noch tot geborgen werden.

Auf die in Zukunft häufiger zu erwartenden Unfälle mit Elektrofahrzeugen angesprochen reagierten Reeh und Schulte gelassen. „Jeder Einsatz birgt ein gewisses Risiko, das ist bei E-Fahrzeugen nicht anders. Diese Notfälle arbeiten wir mit der gewohnten Professionalität und Routine ab, wie alle anderen auch“, sagten sie übereinstimmend. Bedauerlich sei, dass die Industrie bisher keine für alle Pkw geltende Norm dafür vorgebe, an welchen Stellen die Batterien der E-Fahrzeuge vom Antrieb zu trennen seien. „Darum sind wir auf das Rettungsdatenblatt angewiesen, das uns die Leitstelle aufs Handy schickt.“

Nachwuchs gewonnen

Eine Erfolgsbilanz zog die Köpperner Feuerwehr in Sachen „Nachwuchsarbeit“. Reeh zufolge gehören der Jugendfeuerwehr 17 Jungen und zwei Mädchen an, während die Mini-Feuerwehr im dritten Jahr ihres Bestehens zehn Jungen und vier Mädchen zählt. Für den Jugendfeuerwehrwart Fabian Lenz, der sein Amt aus persönlichen Gründen abgab, wurde Alicia Wiedelmann eingesetzt, unterstützt von Nadine Aust. Nach einem Umzug hat Sabrina Deutsch, die zur Gründung der „Löschzwerge“ beigetragen hat. die Mini-Feuerwehr verlassen. In Deutschs’ Fußstapfen tritt Ben Voigt mit der stellvertretenden Leitung Julia Werner an seiner Seite.

 

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