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Apfelmarkt: Ein Bembel für die Kelter-Meister

Sturm und Regen wollten den Kronbergern den Apfelmarkt verwässern. Viele Standbetreiber scheuten das Unwetter und bauten die Stände gar nicht auf oder frühzeitig wieder ab. In und um die Zehntscheune wurde trotzdem gefeiert und der Äppelwoimaster 2018 gekürt.
Heiko Fischer (links) bestimmt Apfelsorten. Heiko Fischer (links) bestimmt Apfelsorten.
Kronberg. 

Draußen ist es windig, verregnet und ungemütlich. Das Umweltreferat der Stadt Kronberg unter Leiterin Yvonne Richter wurde beim Apfelmarkt unerwartet widrigen Rahmenbedingungen ausgesetzt. „Wir hatten heute Morgen noch überlegt, was zu tun ist und sind dann übereingekommen, das Fest stattfinden zu lassen“, so Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos). Die Einschränkung, keine Zelte an der Ecke Tanzhausstraße aufzubauen, gilt dann allerdings doch.

„Schade, dass der Wettergott so ungnädig ist“, hört man beim Bund für Naturschutz Kronberg stöhnen. Hoffnungsfroh hatte man den Stand zum Jubiläum aufgebaut, um ihn kurz darauf wieder abzubauen. „Es macht einfach keinen Sinn“, so die stellvertretende Vorsitzende Maria Brohm.

Stimmungsaufheller

Imker Tomasi zeigt dem Wetter die kalte Schulter und wärmt sich an seinem Maronenofen. „Es läuft heute alles schlecht“, macht er seiner Enttäuschung Luft.

Einzig in und um die Zehntscheune sammeln sich die Gäste und trotzen dem Regen. Dort hebt der Apfelwein die Stimmung. „Der schmeckt dieses Jahr wieder hervorragend“, so die Meinung eines Pärchens nach dem ersten Schluck aus dem Gerippten. Dass der Apfelmarkt als Umweltfest alljährlich Umweltthemen aufgreift, finden die beiden gut. „Schließlich sind die heimischen Streuobstwiesen wichtiger Lebensraum für Insekten oder Vögel und typisch für Kronberg.“

Die Erhaltung und Pflege der Streuobstwiesen liegt auch Hanspeter Borsch vom Obst - und Gartenbauverein am Herzen. „Die Streuobstwiesen als Kulturgut zogen Maler, Bürgertum und letztlich auch unsere Kaiserin Victoria an. Die Wiesen müssen unbedingt erhalten und gepflegt werden und dürfen nicht zu Abstellplätzen verkommen“, so seine Meinung.

Ganz offensichtlich gibt es in Kronberg genügend Apfelliebhaber. Im Jubiläumsjahr haben sich 28 Hobbykelterer den Anforderungen der vierköpfigen Jury zum „Äppelwoimaster“ gestellt.

Hennes Peter, Stefan Schmidt, Michael Stöckel und Stefan Herberth sind Profis auf dem Gebiet des goldenen Heimatgetränks. Hennes Peter ist seit Jahren OGV-Mitglied und keltert selbst. „Manchmal ist die Mischung entscheidend und gibt den besonderen Geschmack.“

Sein Kollege Stefan Schmidt ist Diplom-Getränketechnologe und kann selbst geringste Makel herausschmecken. „Man merkt, wenn der Wein muffig ist oder einen Essigstich hat“, sagt er. Michael Stöckel, ernannter Apfelweinsommelier und Stefan Herberth aus der gleichnamigen Getränkedynastie ergänzen die Jury.

Mut zum Boskopp

Bürgermeister Temmen und der Vorsitzende des OGV Kronberg Heiko Fischer lösen schließlich gemeinsam mit dem Kronberger Bembel-Pärchen Nadine und Alex das Rätsel. Die Keltergemeinschaft „Die Boskopper Kronberg“ aus Thorsten Bass, Lars Pollmöller, Frank Thom und Christian Bass gewinnt den ersten Platz und ist Äppelwoimaster des Jubiläumsjahrs 2018. Die Freunde freuen sich sehr über die Auszeichnung. „Wir sind dieses Jahr einfach mal das Risiko eingegangen, ausschließlich die Sorte Boskop in unserem Wein zu verarbeiteten.“

Platz zwei geht an Helmut Krieger. „Ich könnte mit den gewonnenen Bembeln bereits ein Museum eröffnen“, so der Senior. Krieger schwört auf die traditionelle Flaschengärung in seinem Gewölbekeller und die offene Gärung in Glasflaschen.

„Das schmeckt man. Der Wein ist immer großartig“, erklärt sein langjähriger Freund und Hobbyverkoster Christoph Bark. Den dritten Platz sicherte sich die Keltergemeinschaft „Die Kellerkinder“. Ganz aus dem Häuschen und völlig sprachlos werden sie sogleich von ihrer Fangemeinde umringt und feiern die Platzierung bei einem Glas Apfelwein.

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