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Regionalpark in Weißkirchen: Ein Garten des Mittelalters

Von Ursellis Historica hat sich bereits mit der Feyerey einen Namen gemacht. Nun steht ein weiteres großes Projekt an.
Marcus Keimling hatte die Idee für Ursellis Historica. Der Vereinsvorsitzende freut sich auf die Zusammenarbeit mit der Regionalpark-Gesellschaft. Hier ist er vor einer der Hütten zu sehen, die Vereinsmitglieder gebaut haben. Marcus Keimling hatte die Idee für Ursellis Historica. Der Vereinsvorsitzende freut sich auf die Zusammenarbeit mit der Regionalpark-Gesellschaft. Hier ist er vor einer der Hütten zu sehen, die Vereinsmitglieder gebaut haben.
Weißkirchen.  Wenn die Mitglieder des Mittelaltervereins Ursellis Historica kräftig in die Hände spucken, dann geht alles ganz schnell. So ist der Metallcontainer, der auf ihrem Gelände an der Krebsmühle steht, inzwischen hinter einer Holzverkleidung verschwunden. Und auch an einer Kochstelle wurde bei einem der jüngsten Arbeitseinsätze fleißig gewerkelt.
Hier entsteht der Mittelaltergarten. Der große Brombeerstrauch (Bildmitte) soll in Kürze herausgerissen werden. Dieser Platz ist für eine kleine Mühle vorgesehen. Geplant ist auch ein Dorfgarten mit typischen Nutzpflanzen des Mittelalters. Bild-Zoom
Hier entsteht der Mittelaltergarten. Der große Brombeerstrauch (Bildmitte) soll in Kürze herausgerissen werden. Dieser Platz ist für eine kleine Mühle vorgesehen. Geplant ist auch ein Dorfgarten mit typischen Nutzpflanzen des Mittelalters.

Beim Projekt Mittelaltergarten – das die Regionalpark-Gesellschaft Taunushang mit Ursellis Historica (siehe INFO) realisieren will, mahlen die Mühlen zwar etwas langsamer. Doch der erste Schritt soll jetzt gemacht werden. Aufmerksamen Spaziergängern sind am Krebsmühlenweg – Teil der Regionalpark-Route – vermutlich schon die beiden pinkfarbenen Markierungen an der dichten Brombeerhecke oberhalb des Ursellis-Geländes aufgefallen. Genau hier soll demnächst eine Schneise für den Zugang zum künftigen Mittelaltergarten geschlagen werden. Schräg hinunter soll der Weg führen.

Vom Korn zum Brot

„Wir müssen zwar erst einmal sehen, wie groß die Steigung ist“, sagt Ursellis-Historica-Vorsitzender Marcus Keimling. Aber voraussichtlich wird es künftig über eine in den Hang eingelassene Erdtreppe auf das Areal des Vereins gehen. Dort soll Regionalpark-Besuchern ein Bild vom dörflichen Leben im Mittelalter vermittelt werden – speziell der Weg vom Korn zum Brot, also vom Getreideanbau über eine Mühle zum Backhaus. Oben am Krebsmühlenweg sollen zudem Fahrradständer und Bänke aufgestellt werden. Anja Littig, Oberursels Vertreterin in der Geschäftsführung der Regionalpark-Gesellschaft Taunushang, rechnet mit Gesamtbaukosten in Höhe von circa 37 000 Euro.

Das Ganze ist Teil des Projekts „Zeitgärten“, mit dem sich Oberursel am Regionalpark Rhein-Main beteiligt. Kurz gefasst, will die Stadt mit diesen Gärten zu einem Gang durch die Geschichte und ihre Siedlungsepochen einladen. Die „Agrar-Kultur-Achse“ mit ihrer Station an der U-Bahn-Haltestelle Weißkirchen – 2011 eingeweiht – ist ebenfalls Teil dieses Konzepts.

Ursellis Historica und die Regionalpark-Gesellschaft Taunushang sind wegen des Mittelaltergartens schon länger im Gespräch. Keimling bringt die geplante Zusammenarbeit auf die Formel: „Der Regionalpark baut und wir pflegen.“ Wobei der Mittelalterverein auch bei der Errichtung mitanpacken will. Das gilt weniger für die Treppe aufs Gelände. Die soll ein Garten- und Landschaftsbauer anlegen, berichtet Anja Littig. Aber für den Bau des geplanten Mühlrads gebe es bereits einen Interessenten aus dem Verein, sagt sie im Gespräch mit der TZ.

Littig geht davon aus, dass der Unterbau beziehungsweise die Plattform für die stilisierte Mühle von einer Fachfirma angelegt wird. „Aber da sind wir noch in Gesprächen.“ Der Platz für die Mühle ist auch schon gefunden. An dieser Stelle wächst derzeit noch ein großer Brombeerstrauch, der fürs Projekt weichen muss.

Brot zu backen, ist dagegen schon länger auf dem Gelände möglich – in einem Lehmofen, den Vereinsmitglieder selbst gebaut haben. Das Backhaus war quasi das erste, was auf der großen Wiese, die Ursellis Historica vom Verein Hilfe zur Selbsthilfe der Krebsmühle gepachtet hat, stand. Nach und nach kamen ein keltisches Grubenhaus, ein Druidenstand und noch einiges mehr hinzu. Eine Bogenbahn zum Beispiel, die Schatzmeister Achim Lameyer und seine Mitstreiter in diesem Jahr neu anlegen wollen. Denn 2017 ist ein großes Bogenschützen-Turnier geplant. „Baustellen haben wir hier genug – auch ohne Regionalpark“, meint Lameyer und grinst.

Ihm und den übrigen Vereinsmitgliedern ist wichtig, ein glaubhaftes Bild vom Mittelalter zu vermitteln. Daran soll sich auch durch die vielen neuen Besucher, die das Projekt Mittelaltergarten mit sich bringen wird, nichts ändern.

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