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Ein Sternenhimmel unterm Dach

Das Eintauchen in die unendliche Weite des Universums durfte die Klasse 4b der Montessori-Schule in Kronberg mit ihrer Lehrerin Sophie Walzel bei ihrem Besuch in der Astronomieschule Debus in Bad Homburg vor der Höhe erleben.
Die Schüler der Klasse 4b der Montessori-Schule in Kronberg besuchten als Zing-Journalisten Oliver Debus in seiner Astronomieschule in Homburg. Bilder > Die Schüler der Klasse 4b der Montessori-Schule in Kronberg besuchten als Zing-Journalisten Oliver Debus in seiner Astronomieschule in Homburg.
Bad Homburg. 

Der Inhaber der Astronomieschule, Oliver Debus, hat sich seit seiner Kindheit schon für den Sternenhimmel interessiert. Er hatte bereits als kleiner Junge angefangen, durch das Fernglas oder Teleskop seines Vaters zu schauen, den Sternenhimmel zu betrachten und Phänomene am Nachthimmel zu beobachten. Dieses Interesse blieb ihm bis heute erhalten, sodass er sein Hobby zum Beruf machte.

Debus ist Präsident in der Astronomischen Gesellschaft Orion Bad Homburg e. V. und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie e. V. Er unterrichtet unter anderem an der Volkshochschule Bad Homburg und Hochtaunus Astronomie für alle, die in die Welt der Astronomie eintauchen wollen.

Der 45-Jährige hat seine Astronomieschule in einem unscheinbaren Wohnhaus in Bad Homburg, nahe des alten Krankenhauses, eingerichtet, das mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen ist. Die Schule gibt es nun schon seit neun Jahren, und Debus erweitert und vervollständigt sein Inventar stetig. Man kann die Anstronomieschule jederzeit besuchen, wenn man einen Termin ausgemacht hat.

Das Zimmer, in dem Oliver Debus seine Arbeit vorstellte, war mit verschiedenen Plüschplaneten bestückt, die bei den Schülern großes Interesse erzeugten. Debus berichtete, dass es ungefähr 200 Milliarden Sterne in unserer Galaxie, der Milchstraße, gibt und, dass die Milchstraße wahrscheinlich sechs „Arme“ hat. Es gibt viele weitere Galaxien, wobei nur eine mit bloßem Auge von der Erde aus gesehen werden kann: die Andromeda Galaxie. Man weiß, dass die Andromeda Galaxie die Nachbargalaxie von der Milchstraße ist, eine ähnliche spiralartige Form hat, aber die Milchstraße von der Größe her überholt.

Außerdem erklärte Debus, dass die Distanz zwischen Neptun und Erde circa 4,5 Milliarden Kilometer beträgt und der Neptun somit der am weitesten entfernte Planet von der Erde ist. Auf die Frage, wie viele Meteoriten bereits auf der Erde eingeschlagen sind, wusste Oliver Debus keine genaue Antwort. Er sagte, dass in Deutschland vier bis fünf bedeutende Meteoriteneinschläge aus den letzten 100 Millionen Jahren bekannt seien. Dazu zeigte Debus seine Meteroritensammlung, lauter kleine Meteoritenstücke, die alle unterschiedlich in Form, Gewicht und Aussehen waren.

Im oberen Stockwerk des Hauses eröffnete sich ein kleines Museum, in dem Debus aus Lego in viel Kleinarbeit eine Zukunftsstadt auf dem Mond gebaut hat. Er hat dort Plantagen unter einer Glaskuppel, Satellitenschüsseln, Häuser zum Leben und Züge zum Fortbewegen dargestellt. Die internationale Raumstation ISS und eine Apollo- Rakete wurden als Modelle ausgestellt. Zum Größenvergleich stand neben der Rakete ein normaler Bus, was verdeutlichte, wie riesig Raketen im Vergleich zu Menschen und zu anderen Fortbewegungsmitteln sind.

Auch erklärte Debus, dass nur der kleinste Teil einer Rakete die Kommandokapsel ist, in der sich die Astronauten aufhalten und der weitaus größere Anteil der Rakete für den Treibstoff genutzt wird. Als aufregendes Ereignis erzählte der Physiker, dass er den Astronauten Alexander Gerst getroffen habe. Es hat ihn sehr beeindruckt, Weltraumerfahrungen von einem Astronauten berichtet zu bekommen.

Oliver Debus braucht für seine Arbeit viele Utensilien. Unter anderem ein Fernglas und ein Sonnenteleskop. In der Ausrüstung hat er auch einen Sternenfotoapparat, mit dem er Fotos durch ein Teleskop machen kann. Er stellte sein Spiegelteleskop vor und gab den Kindern die Möglichkeit, die Funktionen des Spiegelteleskops kennenzulernen. Ein interessantes Phänomen erklärte der Astronom, indem er zeigte, welche Farbtöne in einer Farbe stecken. Dazu benutzte er ein Spektroskop, mit dem er die Lichtstrahlen einer leuchtenden Kugel spaltete. Die Schüler staunten sehr, als sie bemerkten, dass weißes Licht alle Farben enthält, obwohl man das so gar nicht vermuten würde.

Debus konnte ein Planetarium erzeugen, wodurch der komplette Sternenhimmel zu sehen war und alle Sternbilder. Der Sternenhimmel drehte sich im abgedunkelten Dachgeschoss und man konnte erkennen, welche Sterne wann an welcher Stelle des Nachthimmels aufgingen und wieder untergingen, und wie diverse Sternbilder am Süd- oder Nordhimmel aussahen, wie der Drachen, der große Bär, der kleine Wagen und die nördliche Krone. Debus versicherte, dass man keine Angst vor schwarzen Löchern zu haben braucht, weil sie viel zu weit entfernt sind. Schwarze Löcher sind explodierte Sterne, die alles um sich herum verschlucken, sogar das Licht.

Die Frage, die Oliver Debus seit jeher beschäftigt und zu der er intensiv forscht, ist, ob es im Universum anderes Leben gibt. Ob er diese Frage jemals beantwortet bekommt, bleibt ungewiss.

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