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Naturfreunde: Ein krimireifes Ausflugsziel in Königstein

Von In lockerer Folge stellen wir beliebte Ausflugslokale vor. Das Naturfreundehaus auf der Billtalhöhe oberhalb von Königstein ist nicht nur ein Ziel für Wanderer und Mountainbiker im Taunus, die von Wirtin Sabine Schädel Hausmannskost serviert bekommen. Jetzt wird der urige Treff auch berühmt: Denn Anfang Januar ist er im Fernsehen ein Schauplatz des neuen Taunuskrimis von Nele Neuhaus.
Viele Helfer: 1926 packten die Naturfreunde fleißig an, um aus einer alten Militärbaracke das Billtalhaus zu machen. Viele Helfer: 1926 packten die Naturfreunde fleißig an, um aus einer alten Militärbaracke das Billtalhaus zu machen.
Königstein. 

Auf der Billtalhöhe, mitten im Wald, wo sich Fuchs und Hase „gute Nacht“ sagen, liegt Sabine Schädels Glück. Denn mit der Übernahme des Naturfreundehauses ist für sie ein Traum wahr geworden. Seit 14 Jahren ist die 50-Jährige aus dem Frankfurter Stadtteil Zeilsheim die Wirtin der Gaststätte, die dem Naturfreundeverein Höchst gehört.

„Ich war vor 20 Jahren zum ersten Mal hier oben, zum Zelten. Als ich damals in die Gaststätte kam, dachte ich sofort, ach wie ist das süß, daraus kann man was machen“, erzählt sie. Als sie dann zufällig mitbekam, dass der langjährige Pächter aufhören wollte, hat sie das als Wink des Schicksals empfunden und entschieden, das Lokal zu übernehmen.

„Ganz bewusst habe ich mich dazu entschlossen, die Speisekarte klein zu halten“, sagt sie. Schädels Tag auf der Billtalhöhe beginnt um 6 Uhr morgens. „Dann genieße ich erst einmal die Ruhe hier oben“, berichtet sie.

Urige Atmosphäre

Mit ein paar Renovierungsarbeiten hat sie es geschafft, die urige und gemütliche Atmosphäre zu bewahren und trotzdem frischen Wind hineinzubringen. Dass sie ein Händchen für ihre Arbeit hat, bekommt sie oft bestätigt: „Viele sagen ,Wenn wir zu dir in die Wirtsstube kommen, ist das wie nach Hause kommen‘“, sagt sie. Spannend und aufregend ist für die Billtalhöhen-Wirtin, dass ihre Arbeitsstätte 2017 sogar zum Schauplatz von Dreharbeiten für den neuen Taunuskrimi von Nele Neuhaus geworden ist. „Ich war überrascht, wie ruhig die ganzen Dreharbeiten vonstatten gegangen sind. Das war alles super strukturiert“, berichtet sie. Sie selbst ist in dem Zweiteiler, der am kommenden Mittwoch und Donnerstag, jeweils um 20.15 Uhr, im ZDF gesendet wird, auch zu sehen. „In der Geschichte ist die Pächterin zwar gerade im Urlaub, aber ich durfte trotzdem eine kleine Rolle spielen“, verrät sie.

Im Buch verewigt

Super zufrieden ist Sabine Schädel auch mit ihrem Verpächter, den Naturfreunden. Das beruht auf Gegenseitigkeit: „Inzwischen ist unser Naturfreundehaus Billtalhöhe, insbesondere dank unserer Wirtin, zu einer Institution geworden, die neben Mountainbikern, Wanderreitern, Wanderern und Familien auch örtliche Prominenz anzieht und inspiriert“, betont Manfred Leugering vom Vorstand der Naturfreunde Höchst. „Schließlich hat die Krimi-Autorin Nele Neuhaus unseren Platz in eines ihrer Bücher integriert.“ Die Dreharbeiten am und rund ums Naturfreundehaus für den neuen Taunuskrimi haben im vergangenen Sommer stattgefunden.

Zu Fuß oder mit dem Bus – viele Wege führen zur ...

Die Gaststätte im Naturfreundehaus auf der Billtalhöhe (Borgnisweg 1) hat in den Wintermonaten mittwochs bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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Die Naturfreunde Höchst sind ein Verein mit über 100-jähriger Geschichte. Entstanden ist der Verein aus der Arbeiterbewegung. Die Naturfreunde haben das Gelände im Taunus 1923 gekauft. „Verbunden war damit die Idee, sozial schwachen Familien den Zugang zur Natur zu ermöglichen“, erzählt Leugering. „Vorrangiges Ziel war damals die ,Rotfabriker‘, so wurden die Mitarbeiter der früheren Farbwerke Hoechst genannt, aus den Kneipen zu holen und für die Natur zu begeistern.“

Zunächst diente 1923 eine kleine Hütte am Bürgelkopf, die von den Naturfreunden ausgebaut worden ist, als Treffpunkt. 1927 errichtete die Gruppe das Billtalhaus aus einer alten Militärbaracke. „Unser Naturfreundehaus diente schon immer Wandergruppen und anderen Gruppen als Unterschlupf und Treffpunkt. Es wurde gemeinsam gekocht, und gefeiert. Die Wiese wurde für Sport und Spiel genutzt“, schildert Vorstandsmitglied Leugering.

Eine Zäsur in der Vereinsgeschichte kam während der Nazi-Zeit. „Die Nazis verboten die Naturfreunde-Bewegung, da sie diese als kommunistisch empfanden“, berichtet Leugering. „Sie zweckentfremdeten die Gebäude für Hitlerjugend und Flakhelfer.“ Nach dem Zweiten Weltkrieg bekamen die Naturfreunde ihr Eigentum zurück. „Das Haus wurde renoviert und die Vereinsaktivitäten wurden wieder aufgenommen.“

Die 1970er und 1980er Jahre brachten, so Leugering, viele technische Neuerungen. „Die ersten Wohnwagen kamen, die Leute wurden allgemein mobiler, kamen mit ihren Autos zum Zelten zum Naturfreundehaus“, erzählt er. Und Naturschutz wurde zum Thema: „Im Zuge der Ausweisung von Wasser- und Naturschutzgebieten im Hochtaunuskreis in den 1980er Jahren mussten auch die Naturfreunde vielfältige Auflagen erfüllen.

„Das taten wir auch mit großem Engagement“, sagt Leugering. Die Naturfreunde konnten weiterhin den Gastronomiebetrieb und auch die Stellplätze für Wohnwagen und Möglichkeiten zum Zelten anbieten. Wer mag, kann den neuen Taunuskrimi am 2. und 3. Januar auch am Ort des Geschehens gucken: Sabine Schädel lädt an beiden Abenden zum „Gruppen gucken ,Im Wald‘“ ein. Treffpunkt ist jeweils von 19.30 Uhr an im Naturfreundehaus.

Hier gibt’s Infos

Weitere Infos zu den Naturfreunden gibt’s auf www. Naturfreunde-Höchst-Billtalhöhe.de.

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