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Orden der „Woogbach-Wasser-Baa-Bambeler“: Ein „ordentliches“ Sonntagskind

Der Orden der „Woogbach-Wasser-Baa-Bambeler“ hat eine neue Schwester in seine Reihen aufgenommen und mit dem dazu gehörenden Schmuckstück versehen. Almut Boller, Geschäftsführerin der Königsteiner Kur GmbH, ist die dritte Frau, die von den Mitgliedern des Königsteiner Narrenclubs „Die Plasterschisser“ für ihre Verdienste um die Stadt und deren Vereinsleben ausgezeichnet wurde.
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Königstein. 

Kann eine überzeugte Falkensteinerin auch ein Herz für Königstein haben – ja, sie kann. Almut Boller ist der beste Beweis dafür. So gerne sie am „Rand“ wohnt, so sehr bringt sie sich in der Mitte der Stadt ein.

Als Kosmopolitin im lokalsten Sinne des Wortes pendelt sie nicht nur als Kurchefin, sondern auch als Vorsitzende der Kulturgesellschaft zwischen Berg und Tal, ist sie bei vielen Veranstaltungen in der Stadt präsent – allen voran bei der Plaschi-Fastnacht.

„Almut Boller ist immer da und hilft, wo sie kann. Sie hat verstanden, wie Königstein geht und wie man Königstein lebt“, lobte Stefan Jung am Mittwochabend die frischgebackene Trägerin des „Woogbach-Wasser-Baa-Bambeler“-Ordens (WbWBBO).

Sie ist das 13. Mitglied in einer 2002 begonnenen Reihe von Männern und Frauen, die sich aus Sicht des Königsteiner Narrenclubs „Die Plasterschisser“ um das Leben in der Stadt und vor allem um die Vereine verdient gemacht haben.

Als Ordensträger des Vorjahres fiel es TZ-Redakteur Jung zu, die Laudatio auf das „neue Schwesterchen“ zu halten. Und schwer fiel es ihm nicht. Wer Almut Boller nicht kenne, so Jung, der wohne vielleicht in Königstein, wirklich leben könne er in der Kurstadt allerdings nicht. Am Laudator war es denn auch, die eine oder andere Anekdote aus dem Leben der Falkensteinerin preiszugeben, die so bislang nur wenigen bekannt waren.

Bestes Beispiel: Almut Boller ist ein Sonntagskind – und was für eines. Die Falkensteinerin hatte sich nämlich einen ganz besonderen Sonntag ausgeguckt, an dem sie das Licht der Welt erblicken wollte. Es war ausgerechnet der „Burgfest-Sonntag“ des Jahres 1970, an dem sie sich in den kleinen Kopf gesetzt hatte, die Welt mit ihrer Anwesenheit zu beehren. Die Folge: Ihre Eltern mussten sich in froher Erwartung und im familieneigenen „Boller-Wagen“ – einem VW-Käfer – in den Burgfestumzug einreihen und mitrollen, um noch rechtzeitig ins St. Josef-Krankenhaus zu kommen. All das glückte, die Neugeborene erhielt passenderweise den Zweitnamen Beate – die Glückliche – und verlebte in der Folge eine geborgene Kindheit und Jugend in Falkenstein – inklusive erster „närrischer“ Ausbrüche bei den „Tiffanys“.

Mit dieser Tanzgruppe war Almut Boller nicht nur in der Fastnacht in ihrem Heimatort aktiv, sondern sogar auf „Tournee im benachbarten Ausland“ – genauer gesagt, auf der Königsteiner Seniorenfastnacht.

Letztlich jedoch habe sie sich gegen das Showbusiness und für eine Ausbildung zur Bürokauffrau bei der Königsteiner Kur GmbH entschieden. Hier, so ihr Laudator, habe sie als „Mädchen für alles“ beim „Allvater des gepflegten Badewesens“, Rainer Kowald, die Arbeit im Bad und im Veranstaltungsbereich von der Pike auf gelernt.

Nach mehreren Jahren beim Taunus Touristik Service ist Almut Boller seit 2009 bekanntlich selbst Herrin über Becken und Kacheln in der Königsteiner Badeanstalt, die Außenstehende manchmal nicht nur optisch an eine Narrhalla erinnert. Während seine Ordensschwester auf der großen Bühne die Alleinunterhalterin gebe, so Jung augenzwinkernd, schunkele unten im Saal die Politik in der Frage der Kurbad-Sanierung „links, rechts, vor, zurück“.

Dass Boller darüber noch nicht ihren Spaß an der Arbeit und ihren Humor verloren habe – allein das mache sie schon zur perfekten Trägerin des Woogbach-Wasser-Baa-Bambeler-Ordens.

Sie sei sich der Ehre sehr bewusst und dankbar, betonte Boller nach der rituellen Fußwaschung im kalten Wasser des Woogbachs, um im Anschluss daran mit ihrer Familie und den Kurstadt-Narren die Auszeichnung mit einem Gläschen Wein zu feiern. tz

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