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Eltern ärgern sich über Stadt: „Eine Kita ohne Zuweg ist ein Skandal“

Von Oberurseler Eltern mahnen seit Längerem: Ihre Kinder in die Kita Schatzinsel zu bringen, gleiche mangels sicheren Gehwegs einem Spießrutenlauf – jetzt aber ist das Maß für die Mütter und Väter voll: Aus Kostengründen hat die Stadt den für 2018 fest zugesagten Straßenausbau Gattenhöferweg/Hammergarten „still und heimlich“ um weitere Jahre verschoben.
Der Eingang zur Kita Schatzinsel ist ordentlich gepflastert. Für den Weg zur Kindertagesstätte gilt das allerdings ganz und gar nicht. Der Eingang zur Kita Schatzinsel ist ordentlich gepflastert. Für den Weg zur Kindertagesstätte gilt das allerdings ganz und gar nicht.
Oberursel. 

Vernachlässigt die Oberurseler Politik aus Kostengründen die Sicherheit der Allerkleinsten? Das ist der Vorwurf, den Eltern aus der Brunnenstadt erheben, deren Kinder die Kindertagesstätte Schatzinsel im Hammergarten besuchen. In ihrer Verzweiflung haben sich die Mütter und Väter nun auch an diese Zeitung gewandt.

„Entsetzen“ erfasste Christine Greve, die dem Elternbeirat der Einrichtung angehört, als sie vor wenigen Wochen einen genaueren Blick in den jüngst verabschiedeten Haushaltsplan 2018 warf. Was auf Seite 767 nachzulesen ist, treibt Greve sowohl Sorgen- als auch Zornesfalten auf die Stirn: Dort geht es um die Investitionsmaßnahme Gattenhöferweg/Hammergarten, konkret um den Straßenendausbau bis zur Firma Barth-Galvanik. 0 Euro sind dafür bis einschließlich 2019 vorgesehen – erst in den Jahren 2020 und 2021 plant die Stadt insgesamt 450 000 Euro ein.

Damit sei auch ein befestigter, gut ausgeleuchteter Gehweg, der aus Richtung Neubaugebiet Gattenhöferweg gen Kita führt, in weite Ferne gerückt, kritisiert Greve. Ganz besonders wütend ist sie darüber, dass die Maßnahme, für spätestens 2018 fest zugesagt, „still und heimlich“ erneut um Jahre verschoben worden sei. „Die städtische Einrichtung existiert nun in ihrem siebten Jahr und der Großteil der Kinder, die zu Fuß zur Kita gebracht werden, muss ohne befestigten Gehweg, vorbei am Busparkplatz, zwischen rangierenden Lkw und ohne Beleuchtung in der dunklen Jahreszeit zur Kita laufen“, sagt Greve. „Eine Kindertagesstätte mitten in einem stark befahrenen Gewerbegebiet ohne wetterfesten, gesicherten Zuweg, das ist ein Skandal!“

Auch Nico Machnitzki kann ein Lied davon singen, wie gefährlich der tagtägliche „Spießrutenlauf“ zur Schatzinsel ist. Seine Frau und er bringen die zwei Söhne jeden Morgen zur Kita und holen sie am Abend wieder ab. „Wir bewegen uns über den Gattenhöferweg in den Hammergarten und zurück. Busse, 40-Tonner und zu schnelle Pkw passieren diesen Weg regelmäßig. Da hilft es auch nicht, dass Warnbaken aufgestellt sind.“ Zu Fuß sei der Randstreifen nutzbar, mit Kinderwagen, Lauf- oder Fahrrad sehe das schon anders aus. „Faustgroße, scharfkantige Steine schränken die Nutzung massiv ein“, sagt Machnitzki.

Situation verschärft

„Die Eltern haben recht“ – das ergibt eine Nachfrage dieser Zeitung bei Erstem Stadtrat Christof Fink (Grüne). Spätestens, seit im Hammergarten ein weiterer Gewerbebetrieb eröffnet habe, habe sich die Situation verschärft. Dass die Ausbau-Zusage nicht eingehalten werden könne, hänge mit der „finanziellen Gesamtsituation“ der Stadt zusammen. „Die Prioritätenliste musste überarbeitet werden.“ In dem Gebiet liege noch ein großes Grundstück brach – „in ein paar Jahren einen neu gebauten Gehweg wieder aufzureißen, wäre kein guter Umgang mit öffentlichen Mitteln“, sagt Fink und spricht von einer „schwierigen Abwägungslage“.

In diesem Frühjahr, wahrscheinlich im März, soll es allerdings eine Verbesserung geben: Im Zuge der Verlegung von Telekommunikationsleitungen werde der geschotterte Randstreifen als „provisorischer Gehweg“ asphaltiert. Zudem solle er deutlich von der Fahrbahn abgegrenzt werden, was etwa mit Baumstämmen denkbar sei. Damit, so Fink, sollte sich die Sicherheit der Fußwegeverbindung für Eltern, Kinder und Kita-Gruppen erhöhen. Und der Endausbau? „Ziel ist, es 2020/2021 zu machen. Eine definitive Zusage wäre aber nicht fair.“

Die Eltern indes bleiben skeptisch. Die provisorische Verbesserung – sollte sie denn wirklich kommen – sei zwar erfreulich, sagt Christine Greve. Alles in allem bleibe die Haltung der Stadt ein Ärgernis. Sichere Fußwege, unterstreicht Greve, sollte bei der Planung einer Kinderbetreuungseinrichtung immer mit budgetiert werden.

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