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Umbau des PPR-Knotens: Eine Krake für die Kreuzung in Dornholzhausen

Von Reitet da jemand mit einer Krake einen alten Gaul tot? Während der Umbauphase der PPR-Kreuzung kommt ein Dornholzhäuser mit einer Idee für den gordischen Knoten daher. Ortsvorsteher Peter Maier hingegen will der jetzigen Planung zumindest eine Chance geben.
Noch fließt der Verkehr an der PPR-Kreuzung in Grenzen. Das könnte sich aber mit dem Fortgang der Bauarbeiten in den nächsten Tagen ändern. Foto: Jochen Reichwein Noch fließt der Verkehr an der PPR-Kreuzung in Grenzen. Das könnte sich aber mit dem Fortgang der Bauarbeiten in den nächsten Tagen ändern.
Dornholzhausen. 

Man kann es auch ironisch sehen: Tag zwei der Bauphase 1 an der PPR-Kreuzung ist vorüber – und noch ist Dornholzhausen nicht von der Außenwelt abgeschnitten. Aber im Ernst: Tatsache ist, dass der Verkehr bislang noch halbwegs flüssig fließt. „Die Spuren sind etwas schmal“, erklärt Ortsvorsteher Peter Maier (CDU). Was die kommenden Tage bringen? Maier weiß es nicht, aber er sagt: „Man muss den Experten vertrauen, denn wir Bürger und Politiker sind nun mal keine Spezialisten.“

Seit bald 50 Jahren ringe man in Bad Homburg um eine Lösung für das Nadelöhr PPR-Kreuzung, jetzt hofft der Ortsvorsteher am Ende der dreimonatigen Bauzeit zumindest auf ein „tragbares Ergebnis“. Allerdings haben ihn die vielen Jahre der Diskussionen und Planungen auch ein wenig skeptisch werden lassen. „Ich hoffe, die Arbeiten bringen etwas, warten wir es doch einfach ab.“

Was Maier nicht versteht, waren die heftigen Proteste vieler seiner Mitbürger bei der Bürgerversammlung vor gut einer Woche. „Es war wohl nicht allen klar, dass es in der Versammlung nur um die einzelnen Bauphasen gehen sollte und nicht mehr um eine grundsätzliche Debatte ging.“ Die hätte man durchaus im Ortsbeirat führen können, als die Arbeiten unter anderem anhand einer Simulation vorgestellt worden seien. „Die Resonanz war da allerdings eher gering“, so Maier.

Zweifel am Umbau

Einer von denen, die nicht an den Erfolg des Ausbaus der Kreuzung glauben, ist der Diplom-Ingenieur Werner Solf. Er führt seit Jahren ausführliche Korrespondenzen mit der Stadtverwaltung und dem Verkehrsministerium – ob Over-Fly, Tunnel oder neue Ampelschaltungen, der Dornholzhäuser ist stets auf dem neusten Stand.

Was ihm bei der aktuellen Planung aufstößt: Die Erweiterung von einer auf zwei Fahrspuren von der Saalburg kommend in Richtung Oberursel – vor allem, da ja auf einer dritten Spur auch noch die Rechtsabbieger aus Dornholzhausen dazukämen. „Und das auf kaum 100 Metern? Da kann man nur mit dem Kopf schütteln“, so Solf, der früher für einen Verkehrsbetrieb gearbeitet hat – die Bahn. Denn verschärfend käme ja noch die Fußgängerampel vom Gartenfeld rüber nach Dornholzhausen hinzu. Solf fürchtet, dass es zu einem Rückstau bis in den Kreuzungsbereich kommt – ähnlich war auch schon im Parlament argumentiert worden. Wer sich das ausgedacht habe, so der Diplom-Ingenieur weiter, könne keine Ahnung haben, Simulation hin, Simulation her. Das habe er ja auch schon bei der Tunnellösung erlebt – damals habe man in einer Senke einen Tunnel bauen wollen, erinnert er an die alten Debatten.

„Elegante Lösung“

Doch Solf ist keiner, der nur meckert, er hat auch einen alternativen Lösungsvorschlag in petto, der ein wenig an die Anfangszeit der PPR-Diskussion erinnert – aber auch nur ein wenig. Der rüstige Senior schlägt eine sogenannte Krake vor. „Eine sehr elegante Lösung“, wie Solf findet.

Verkürzt zusammengefasst stellt er sich an der PPR-Kreuzung eine ampelfreie Kreuzung mit Kreisel sowie mit einer darüberliegenden Überführung für die B 456 vor. Rechtsabbieger könnten jeweils per eigener Fahrspur ohne Berührung der Kreuzung abgeleitet werden. Die Ein- und Ausfädelungen müssten lang genug sein, um einen Stau auf der B 456 oder im Kreisel zu vermeiden. Der Kreisel sollte zweispurig und sein Radius möglichst groß sein. Im Kreuzungspunkt sieht Solf bei geradliniger Straßenführung einen Freiraum von neun Metern. „Eventuell bräuchte man noch Fläche vom ehemaligen Reifenhandel und dem Parkplatz vor dem Vereinshaus“, so Solf.

Der Verkehr auf der Hauptachse hingegen würde ungehindert über die Überführung rollen, „die im Höchstfall fünf Meter hoch wäre“. Um die Höhe zu verringern, könnte man den Buckel im Kreuzungsbereich noch um einen Meter abtragen. Die dazugehörigen Rampen würden vom Geländeprofil quasi kostenlos bereitgestellt. Die Überführung könnte, wenn es aus schalltechnischen Gründen notwendig wäre, ganz oder teilweise eingehaust werden. Insgesamt, da ist sich der Diplom-Ingenieur sicher, würde sich durch den kontinuierlich fließenden Verkehr die Schallemission ohnehin verringern.

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