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Homburger Stadtteil ist besonders geeignet zum Sterne-Beobachten: Eine Sternwarte für Dornholzhausen

Von Ein dunkler Fleck gilt ja selten als etwas Gutes. Im Fall von Dornholzhausen ist das aber etwas anderes. Aus gutem Grund. . .
So könnte sie aussehen: Beim Stadtteilfest in Dornholzhausen zeigte Oliver Debus (l.) Stadtverordnetenvorsteher Dr. Alfred Etzrodt ein Modell der geplanten Volkssternwarte am Peter-Schall-Haus. Foto: Jochen Reichwein So könnte sie aussehen: Beim Stadtteilfest in Dornholzhausen zeigte Oliver Debus (l.) Stadtverordnetenvorsteher Dr. Alfred Etzrodt ein Modell der geplanten Volkssternwarte am Peter-Schall-Haus.
Dornholzhausen. 

Der Weltraum, unendliche Weiten. Dies ist die Geschichte der Astronomischen Gesellschaft Orion, die mit ihrem 20 Mann starken Verein unterwegs ist, eine neue Sternwarte zu bauen, um damit ihr 20-jähriges Bestehen zu feiern. Wer sich da gerade an Raumschiff Enterprise erinnert fühlte: Das ist kein Zufall. Die Science- Fiction-Serie hat auch Oliver Debus schon als Kind fasziniert. Raumschiffe, unbekannte Galaxien und Sterne, der Blick in die Milchstraße und die ewige Frage, ob es Leben auf einem anderen Planeten gibt. Das brachte ihn zur Astronomie.

Vor genau 19 Jahren gründete sich deshalb die astronomische Gesellschaft Orion in Bad Homburg. Und zu ihrem 20. Geburtstag im kommenden Jahr will sich der Verein einen ganz großen Traum erfüllen: Eine eigene Volkssternwarte. In Dornholzhausen soll sie errichtet werden, am Peter-Schall-Haus. „In Dornholzhausen ist der dunkelste Fleck von Homburg“, informierten der Präsident und sein Team beim fünften Stadtteilfest vergangenes Wochenende die Besucher und zeigte zum Beweis eine „Lichtverschmutzungskarte“. Das ist eine Karte die anzeigt, wo es überall auch nachts hell ist. Und die verdeutlichte: In der Kurstadt wird an der Beleuchtung nicht gespart.

Info: Fest soll sich räumlich ausdehnen

„Langfristig soll das Fest sich die ganze Straße entlangziehen“, sagte Susanne Mellinghoff. Die federführende Organisatorin des fünften Stadtteilfestes von Dornholzhausen zeigte sich sehr

clearing

Sicherlich wären die im Usinger Land liegenden Örtchen Mönstadt und auch Pfaffenwiesbach ein wenig besser geeignet, „aber die sind schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen“, erklärte Debus. Außerdem sprechen weitaus mehr Aspekte für Bad Homburg. Die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist einer davon, ein weiterer der barrierefreie Zugang.

Und auch die Gesellschaft hat ihren Sitz schließlich in der Kurstadt, da wollte man keine Sternwarte fernab der Heimat realisieren. Zumal neben den Besuchern auch Kindergärten und Schulklassen von der Sternwarte profitieren sollen.

Das Projekt ist bislang einzigartig im Hochtaunuskreis. Denn wer wirklich professionell in die Sterne schauen möchte, der muss dafür gen Frankfurt fahren oder zu einem der Treffen der Gesellschaft kommen. 2018 soll sich das ändern. Zu ihrem Geburtstag will sie auf dem städtischen Gelände des Peter-Schall-Hauses eine 36 Quadratmeter große Sternwarte bauen. „Der Bau an sich dauert nur zwei Tage“, erklärte Christian Schmitz, Vizepräsident der Gesellschaft, den Besuchern. Während der Unterbau eher an eine Art Trafohaus erinnert, macht die große Baader-All-Sky-Kuppel deutlich, worum es geht. „Das Besondere an der Kuppel ist, dass sie sich komplett öffnen lässt“, sagte Debus. Und dass ganze Schulklassen Platz haben, um die Sterne zu beobachten. Möglich macht das wiederum das große Teleskop, das in der Kuppel (Durchmesser 4,5 Meter) verankert werden soll. Das gleiche Modell werde übrigens auch in der Arktis eingesetzt. 80 000 Euro kostet allein die Kuppel, weitere 30 000 Euro das Teleskop, der Rest gehe für den Unterbau drauf, an dem auch eine kleine Terrasse für mobile Teleskope errichtet werden soll. So können Besucher auch mit dem eigenen Fernrohr auf Höhe der Kuppel in die Sterne sehen.

Insgesamt muss die Gesellschaft Orion für die Sternwarte zwischen 150 000 bis 160 000 Euro aufbringen. Das zahlt auch Orion nicht einfach aus der Portokasse, zumal die Gesellschaft gerade einmal aus 22 Mitgliedern besteht. Sie ist also noch auf finanzielle Unterstützung angewiesen und nutzt dafür derzeit alle Möglichkeiten – unter anderem am Sonntag beim Stadtteilfest. Spenden, Stadt und Stiftungen sollen helfen, dass ein Stück Weltraum zum Greifen nahe wird. „Für Touristen ist eine solche Sternwarte sicherlich eine Attraktion“, ist sich Debus sicher. Und für die Kinder erst recht! Vor allem, wenn Debus und seine Mannen dort auch künftig, wie beim Stadtteilfest, Kekse aus Sternenstaub verteilen . . .

Am 16. September soll das Projekt noch einmal der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Zeit und Ort stehen noch nicht fest.

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