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Metallregale für Warenlager der Flüchtlingshelfer: Eine extrem stabile Unterstützung

Unermüdlich sammelt der Verein „Wir Friedrichsdorfer“ Sachspenden für Flüchtlinge und Bedürftige. Dabei wird er immer wieder auch von ortsansässigen Unternehmen unterstützt.
Die Auszubildenden Uli Stofel (links) und Klaus Schäfer haben die Regale gefertigt, die den Helfern die Arbeit im Warenlager erleichtern. Bilder > Die Auszubildenden Uli Stofel (links) und Klaus Schäfer haben die Regale gefertigt, die den Helfern die Arbeit im Warenlager erleichtern.
Seulberg. 

Es ist Ausgabetag im Spendenlager in der Herrenhofstraße 1. Flüchtlinge – Familien wie Einzelpersonen – gehen ein und aus, durchstöbern die Kleidertische und begutachten Blusen, Hemden sowie T-Shirts. Andere zeigen direkt ihren Berechtigungsschein vor, auf dem vermerkt ist, was sie benötigen.

„So manche Flüchtlingsfamilien kleiden wir hier von Kopf bis Fuß ein. Die Kommunikation ist dabei nicht immer einfach. Manche können nicht einmal Englisch“, berichtet Beate Lorenz, die zwei Mal in der Woche im Spendenlager aushilft. In solchen Fällen werden die zwei ehrenamtlichen Dolmetscher – ein Syrer und ein Afghane – aktiv, die an den Ausgabetagen ebenfalls am Ort sind und helfen. „Wir sind ein tolles Team“, sagt Lorenz, die schon viele Jahre in der Bürgerselbsthilfe engagiert ist und ihre Arbeit im Spendenlager als erfüllend bezeichnet. „Es macht sehr viel Spaß, auch wenn ich manchmal groggy bin“, räumt die Rentnerin ein.

Ein Acht-Stunden-Tag

Freude bei der Arbeit hat auch Birgit Merklein. Bis zu acht Stunden ist die stellvertretende Vorsitzende der „WiFris“ täglich für Flüchtlinge im Einsatz. „Ich bezeichne mich inzwischen als hauptamtliche Ehrenamtliche“, gesteht sie lächelnd ein. Doch sie mache genau das, was sie am besten könne. Merklein hält den Kontakt zur Stadt, zieht die Strippen im Hintergrund, begutachtet und sortiert die Spenden, hilft bei der Ausgabe und organisiert Helfer für Sonderaktionen, beispielsweise für das Herrichten von Betten in den Gemeinschaftsunterkünften.

„Wir wollen den Flüchtlingen das Gefühl geben, dass sie hier willkommen sind“, sagt sie. Besonders dankbar ist Merklein, dass die Hilfsbereitschaft der Friedrichsdorfer nach wie vor hoch ist. Pro Woche werden etwa 30 blaue Säcke sowie mehr als 15 Kartons mit Sachspenden abgegeben. „Ich aktualisiere auch regelmäßig auf unserer Homepage die Bedarfsliste. Das nehmen die Menschen wahr“, hat sie festgestellt. Wenn die 20 Helfer die Spenden gesichtet haben, müssen sie nach Geschlecht und Größe sortiert werden. „Anschließend werden sie in die Regale in den beiden Lagerräumen geräumt“, beschreibt Merklein.

Meisterlich gebaut

Apropos Regale: Zwei Stück wurden den WiFris unlängst von zwei Auszubildenden der Friedrichsdorfer Arnold AG gespendet. Dabei handelt es sich um Spezialanfertigungen, die jeweils über eine breite Ablagefläche für größere Artikel wie Schulranzen und Babysitze verfügen sowie über eine massive Kleiderstange, wie die Lehrlinge Uli Stofel (Konstruktion) und Klaus Schäfer (Fertigung) erklären. Das bestätigt auch Birgit Merklein: „Die sind extrem stabil.“ Und deshalb schon jetzt unentbehrlich.

„Angefangen haben wir nämlich mit Regalen und Kleiderstangen, die nach einem Monat unter der Kleiderlast zusammengebrochen sind. Vor allem Winterjacken sind nämlich sehr schwer“, so Merklein. Die zwei gespendeten Regale – 60 Arbeitsstunden wandten die beiden Lehrlinge für den Bau auf – sind zudem auf Rollen montiert und somit flexibel einsetzbar.

Probleme bereitete den Azubis, die von ihrem Ausbildungsleiter Mathias Roepke unterstützt wurden, lediglich die Anlieferung der Regale. Denn sie passten nicht durch die schmale Eingangstür des 100 Quadratmeter großen Lagers. „Kurzerhand haben sie die Regale auseinandergeschraubt, so dass der Unterbau quer durch die Türen getragen werden konnte“, berichtet Merklein.

Aktuell freut sich der Bürgerselbsthilfeverein über folgende Spenden: Frühlingskleidung Herren, Damen, Kinder (insbesondere T-Shirts und Übergangsjacken sowie kurze Hosen), Fußballschuhe in den Größen 40 bis 44, Schienbeinschoner, Stulpen, Turnschuhe in allen Größen, kurze Herrensporthosen, Rucksäcke, Schulrucksäcke für Jugendliche, Kochutensilien wie Pfannenwender, Nudelhölzer und Suppenkellen, Staubsauger, Wasserkocher, Handrührgeräte, Kaffeemaschinen, Bügeleisen, Toaster, Einkaufstrolleys sowie funktionsfähige Laptops ab Baujahr 2010. Die Sachspenden können dienstags von 10 bis 12 Uhr und mittwochs von 16 bis 18 Uhr abgegeben werden. Weitere Informationen sind unter www.wirfriedrichsdorfer.de im Internet zu finden.

Wer spenden will, überweist an die Bürgerselbsthilfe: Verwendungszweck „Flüchtlingshilfe“, Kontonummer: 76 78 74 41, Bankleitzahl: 501 900 00,

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