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Weinfest: Einen erfahrenen Winzer haut nichts um

Unzählige Luftballons vom Familienzentrum Fambinis (siehe Box) sorgten für ein buntes Bild auf dem Spielplatz, Fachkenntnisse zum Thema Wein ließen sich an den umliegenden Ständen am Houiller Platz erwerben – und natürlich gleich vor Ort und Stelle anwenden.
Darf’s noch ein Schlückchen sein? Martinique Bergmann schenkt Marion Amelung und Heinz-Josef Evertz beim Weinfest am Houiller Platz ein Gläschen leckeren „Pinot Brut“ ein. Bilder > Foto: Jochen Reichwein Darf’s noch ein Schlückchen sein? Martinique Bergmann schenkt Marion Amelung und Heinz-Josef Evertz beim Weinfest am Houiller Platz ein Gläschen leckeren „Pinot Brut“ ein.
Friedrichsdorf. 

Ein erfahrenen Winzer haut so schnell nichts um. „Wir machen das Beste draus“, sagte denn auch Günther Martin aus Erbach im Rheingau. Er und seine Familie lassen sich auch von einem eher schwierigen Jahr in Sachen Weinlese nicht entmutigen. „Bereits im August, so früh wie noch nie, mussten wir mit der Traubenernte beginnen, um noch zu retten, was zu retten ist. Sonst hätten uns die Wespen und die Kirschessigfliege die von Hagel und Frost im Frühjahr vorbelasteten Trauben endgültig zerstört“, erklärt Winzer Martin. So sei die Ernte zwar mit relativ viel Verlust verbunden, aber der Mann aus Erbach ist auf dem Friedrichsdorfer Weinfest dennoch guter Dinge und gibt gern Auskunft zu den verschiedenen Weinen.

„Die Leute möchten informiert werden“, sagt er und packt gleich noch alle Infos aus über das In-Getränk aus, den Blanc de Noir vom Spätburgunder, der als erster Saft von der Presse keinen Farbstoff enthält und somit trotz der Ernte aus roten Trauben eben keinen Rotwein ergibt. Das wussten Marion Amelung und Heinz-Josef Evertz schon, die am Stand der Martins „Pinot Brut“ trinken, einen Sekt aus Spätburgunder. „Aber nur ein Glas“, sagt Marion Amelung – die beiden Rodheimer machen Rast nach einer Radtour und müssen ja auch wieder zurück. Alle Weinstände haben sie abgeklappert und fanden die Variante mit dem Sekt aus roten Trauben am interessantesten; „Genau das Richtige für einen Samstagnachmittag.“

Kuchen statt Rebsorten

Am Stand der Friedrichsdorfer Tafel hat man sich dafür entschieden, die Weinverkostung den Profis zu überlassen und stattdessen viele verschiedene Sorten Kuchen anzubieten. Und Tafel-Leiter Helmut Lorenz erzählt nicht von Reben und Weinbergen, sondern von den vielen Kisten mit Lebensmitteln, die seine Fahrer frühmorgens bei den Märkten abholen und die andernfalls einfach weggeworfen würden. Natürlich werden die Lebensmittel von den ehrenamtlichen Tafel-Mitarbeitern noch sortiert, aber in der Regel kann fast alles weitergegeben werden. „So machen wir ein Mal in der Woche fünfzig Familien froh“, sagt Lorenz, bedauert aber auch, dass das Angebot nicht alle Bedürftigen erreicht. „Wir würden gern noch mehr für junge Familien und ältere Menschen tun“, ergänzt seine Frau – die Möglichkeiten sind da, der Verein „Wir Friedrichsdorfer“ bietet sogar einen Lieferservice an. Die Anmeldung erfolgt über die Diakonie. Dort wird die Berechtigung bestätigt und niemand muss sich schämen, die Hilfe anzunehmen. „Außerdem geht es hier ja nicht nur um den sozialen Aspekt, wir tun auch etwas für die Umwelt“, ermuntert Helmut Lorenz die Menschen, diesen hilfreichen Dienst zu nutzen.

Kaffee und Brezeln

Ebenso engagiert präsentieren sich die Mitglieder der evangelisch-methodistischen Kirche, die Brezeln zugunsten des Arbeitskreises Asyl verkauften. Alle zwei Monate organisieren die Gemeindemitglieder das „Welcome-Café“ für geflüchtete Menschen in Kooperation mit dem Arbeitskreis. Es findet im Wechsel mit dem Kaffeenachmittag der evangelisch-methodistischen Kirche statt und „jeder ist herzlich willkommen“, sagen Uwe Boldt und Rosi Hochapfel von der Kirchengemeinde, die sich um den Brezelstand kümmern.

Der Arbeitskreis Asyl ist Mitglied bei Pro Asyl und setzt sich bereits seit 1990 für die Verbesserung der Lebensbedingungen geflüchteter Menschen ein, unterstützt bei Anträgen und Behördengängen, hilft bei der Wohnungssuche und Deutschkursen. Die Mitglieder des Arbeitskreises treffen sich jeden ersten Montag im Monat um 19 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum Köppern, Dreieichstraße 20.

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