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Naschen: Experte gibt Tipps zum richtigen Schokoladengenuss

Sie gehören zusammen wie Topf und Deckel: Winterzeit und Schokoladengenuss. Das liegt daran, dass wir in der kalten Jahreszeit besonders gern naschen. Und da ist und bleibt besonders Schokolade ein Favorit.
Ob mit Nüssen oder mit Zimt – Schokolade schmeckt immer. Besonders in der kalten Jahreszeit wird sie viel genascht. Foto: (28180973) Ob mit Nüssen oder mit Zimt – Schokolade schmeckt immer. Besonders in der kalten Jahreszeit wird sie viel genascht.
Hochtaunus. 

Der Bad Homburger Daniel Schwaabe ist ein Ladenbesitzer, der seine Kunden noch persönlich kennt. Er hält den Damen die Tür auf und bietet gern eine Kostprobe an, denn er weiß, so kann er jeden Süßschnabel um den Finger wickeln. In seinem kleinen Lädchen mit dem Namen „Chocolat plus“ kann man Glück kaufen. Doch, doch Glück. Denn Schokolade schmeckt nicht nur, durch ihren Genuss schüttet der Körper Serotonin aus – und das ist das sogenannte Glückshormon. Es sorgt dafür, dass wir sehr zufrieden sind. Aber dazu später mehr.

Seit 2005 gibt es „Chocolat plus“ und obwohl Daniel Schwaabe eigentlich Werbefachmann ist, hat er sich beruflich inzwischen ganz auf Schokolade spezialisiert. Er selbst sei bekennender Schoko-Fan, man könnte ihn auch „Schokoholic“ nennen, gibt er zu. „Ich stehe dazu“, sagt Schwaabe und lacht. „Schon als kleiner Junge habe ich tief ins Nutella-Glas gegriffen und bis heute nasche ich gern.“ Kaum zu glauben, wenn man seine schlanke Gestalt betrachtet.

Wo die Kakao-Bäume wachsen

Bis die Schokolade überhaupt auf unsere europäischen Gabentische gefunden hat, musste sie eine lange Reise zurücklegen. Die Entdeckung Amerikas und die Entdeckung der Schokolade sind eng miteinander verknüpft.

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Museumsreif

Diese Museen machen Großen und Kleinen Spaß:   Das Imhoff-Schokoladenmuseum (www.schokoladenmuseum.de) wurde 1999 in Köln am Rhein eröffnet.

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Einst Luxus-Gut

Früher war Schokolade ein Luxus-Gut, das nur betuchten Menschen zur Verfügung stand. Heute brauchen wir nur in den Supermarkt zu gehen und bekommen dort Regale voller Schokolade in allen möglichen Geschmacksrichtungen dargeboten. Da stellt sich einem schon die Frage: Süßer Luxus oder doch lieber Massenware? Dazu hat Schoko-Experte Daniel Schwaabe eine ganz klare Meinung und die überrascht: „Schokolade hat für mich ganz viel mit Genuss zu tun, weniger mit dem Preis“, sagt er überzeugt. „Vielleicht ist der Genuss, das Wertschätzen das Wichtigste am Schokolade essen“, findet er. „Wenn jemand bei mir eine Tafel Schokolade kaufen würde und sie dann nicht isst, weil die Verpackung so schön aussieht, dann blutet mir doch ein wenig das Herz“, bekennt Schwaabe.

Schokolade muss aber nicht sofort im Mund landen, man kann sie auch in ein Kunstwerk verwandeln, zum Beispiel in Form einer Schokoladen-Skulptur. Solche speziellen Anfertigungen werden aber meistens von ausgebildeten Maitre Chocolatiers, also von Konditoren angefertigt, die auf den „Werkstoff“ Schokolade spezialisiert sind.

Bevor sie damit arbeiten können, muss allerdings vorher viel passieren. Der Schokoladenbaum wächst nur rund um den Äquator, denn dort herrscht das tropische Klima, das er zum Wachsen braucht. Bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 70 Prozent fühlt sich der Kakao-Baum besonders wohl. Die Edelkakao-Sorten gedeihen nach wie vor in der Ursprungsheimat der Pflanze: in Peru, Ecuador, Venezuela und Brasilien. Rein theoretisch kann ein Kakao-Baum bis zu 100 Jahre alt werden. Bis er überhaupt Früchte trägt, vergehen mindestens drei bis vier Jahre. Da der Reifegrad der Frucht sehr wichtig ist, muss sie bei jeder Kakao-Bohne geprüft werden. Wer eine solche Frucht aufschneidet, erkennt, dass die Bohnen von einem Fruchtfleisch umhüllt sind. Dies muss entfernt werden. Nur aus dem Kern wird Schokolade hergestellt – ein langwieriger Prozess, dem die Arbeitsschritte Fermentieren, Rösten, Brechen und Mahlen vorausgehen.

Schokoladen-Liebhaber müssen hingegen nur eine Sache beachten, um Freude am Genuss zu haben – und das ist die richtige Lagerung. „Niemals die Schokolade starken Temperaturschwankungen aussetzen“, warnt Schwaabe. „Wenn die Schoki anschmilzt und dann wieder fest wird bekommt sie so einen hässlichen weißen Belag. Die Schokolade ist deshalb zwar nicht verdorben, aber das Auge isst ja bekanntlich mit.“

Einen weiteren leckeren Tipp für die kalte Jahreszeit hat Schwaabe: „Wie wäre es denn mit einer richtig guten Trinkschokolade“, sagt er und meint einen kleinen Block Schokolade am Stil, der einfach in eine heiße Tasse Milch eingerührt wird. „Wenn ein Kind die perfekte Mischung hergestellt hat und noch was übrig ist, kann man den Bollen ganz einfach in den Mund stecken und wie einen Lolli auflutschen.“

Das Herz sprechen lassen

Bleibt nur noch die Frage zu klären, welche Geschmacksrichtung es sein soll. Die meisten Menschen lieben Vollmilch. Ein Trend derzeit ist aber auch, die süße Schokolade mit einem Kontrast-Geschmack zu kombinieren, wie salzigen Mandeln oder gesalzenem Karamell. Wer es lieber scharf möchte, der sollte einmal eine Chili-Schokolade probieren. Und wer Schokolade verschenken will, sollte idealerweise wissen, welchen Geschmack der zu Beschenkende hat. „Wenn man es nicht weiß, sollte man sein Herz sprechen lassen und danach gehen, was man selbst gern bekommen würde“, ermutigt Schwaabe.

Doch noch einmal zurück zum Thema Glück: Im Kakao steckt Tryptophan, eine Aminosäure, die wichtig für den Aufbau von Proteinen ist. Wenn Tryptophan im Körper abgebaut wird, entsteht Serotonin, das Glückshormon. Inzwischen sind sich Wissenschaftler aber sicher, dass die Dosierung des freigesetzten Serotonins zu gering ist, um unsere Stimmung wirklich aufzuhellen. Vielleicht liegt es einfach an den schönen Erinnerungen, die wir mit dem Genuss von Schokolade in uns wachrufen.

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