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Ausflug zum Schafhof: Fair Play lohnt sich

Von Auf dem Foto sind die Sieger zu sehen, aber letztlich gewinnen alle: Beim Fair-Play-Wettbewerb an der Altkönigschule werden diejenigen gewürdigt, die sich durch vorbildliches Verhalten und ein hohes Maß an Empathie hervorheben. Zur Belohnung ging es zu Ann Kathrin Linsenhoff auf den Schafhof.
Ann Kathrin Linsenhoff im Gespräch mit den fairsten Schülerinnen der Altkönigschule Ann Kathrin Linsenhoff im Gespräch mit den fairsten Schülerinnen der Altkönigschule
Kronberg. 

Auf Hilfe zählen können, wenn man an einer Aufgabe verzweifelt. Die Tasche der Mitschülerin tragen, wenn sie alle Hände voll zu tun hat. Mit Klassenkameraden lernen, damit alle die nächste Klausur mit Bravour bestehen. Kleine Gesten und Taten sind das, aber sie sind wertvoll, buchstäblich unbezahlbar. „Und es macht auch Spaß“, sagt Eva Feichtinger (15). Zusammen mit Nina Rack (13), Veronika Vormann (14), Jannis Rauch (12), Julian Hofmann (13), Jannik Steinkamp (14) und Yaren Cengiz (15) sitzt sie auf dem Gelände des Schafhofs, nachdem die Gruppe von der Hausherrin höchstpersönlich durch das Gestüt geführt wurden – der Olympiasiegerin und Stifterin Ann Kathrin Linsenhoff.

Für sie selbstverständlich

Die Jugendlichen gehen auf die Altkönigschule (AKS), und sie haben sich diesen exklusiven Ausflug redlich verdient: Allesamt wurden sie zum „Top Fair Player“ des Jahres gewählt. Nicht von irgendeiner Jury, sondern von denen, die es am besten beurteilen können: ihren Mitschülern. „Sie wissen, wie man tickt“, bestätigt Jannik. Mindestens ebenso viel Respekt nötigt ihre Haltung ab: Fast wirkt es ein bisschen so, als ob sie gar nicht wüssten, womit sie die Ehre verdient haben. Für sie ist es selbstverständlich, achtsam zu sein und zu helfen.

Für andere aber nicht. Das weiß auch Martin Peppler, Projektinitiator und Leiter der Mittelstufe des Gymnasialzweigs an der AKS. Die Idee ist im Ausschuss für Soziales und Prävention, in dem Eltern, Lehrer und Schüler vertreten sind, geboren worden. Naturgemäß brauchen die Schüler, die Schwierigkeiten haben oder weniger aufmerksam sind, mehr Aufmerksamkeit. Mit der Wahl von „Top Fair Playern“, an der Klassen der Jahrgangsstufen 6 bis 9 freiwillig teilnehmen können, soll der Spieß einmal umgedreht werden. Peppler: „Wir wollen den Blick auf diejenigen richten, die tolle Sachen machen.“ Zudem soll mit dem Projekt das Wir-Gefühl in der Klassengemeinschaft gestärkt werden.

In diesem Schuljahr waren sechs Mittelstufe-Klassen am Start. Zu Beginn wurde gemeinsam diskutiert und festgelegt, woran man vorbildliches Verhalten festmachen kann. Während des Schuljahres können die Jugendlichen Mitschüler nominieren, aus denen am Ende die „Top Fair Player des Jahres“ gewählt werden. Sie dürfen als Dank und Auszeichnung einen Ausflug während der Schulzeit machen, bei dem sie ein Vorbild, einen „Top Fair Player“ aus der Gesellschaft treffen. In diesem Jahr war das Linsenhoff, die die Schüler auf den Schafhof einlud. Sie nahm sich sehr viel Zeit für die Jugendlichen, beantwortete eine Vielzahl an Fragen, führte sie über das Gelände, lud sie anschließend noch zu einem Imbiss ein und verabschiedete sie mit einem Geschenk.

„Wenn ich helfen kann, gibt mir das persönlich sehr viel“, sagt Linsenhoff, die sich mit ihrer gleichnamigen Stiftung schon lange für Kinder und Jugendliche starkmacht. Sie hat ein feines Gespür dafür, wo Unterstützung gebraucht wird: „Ich empfinde das vielleicht stärker als andere Menschen, weil ich viel mit Tieren zu tun habe“ – und die können über ihre Nöte nicht sprechen.

Nicht nur die großen Taten

Fair Play und der Einsatz für andere ist Linsenhoff zufolge eine Einstellung, die einen durch das gesamte Leben tragen sollte: „Wer immer nur die großen Taten wahrnimmt, dem entgeht viel.“ Vorbild zu sein, so wie die versammelten AKS-Schüler vor ihr, dazu könne man niemanden zwingen: „Man kann es nur vorleben.“

Um Nachhaltigkeit zu gewährleisten, finden insgesamt dreimal im Jahr Fair-Play-Wahlen statt, und auch die Zweit- und Drittplatzierten bekommen eine Urkunde aus den Händen von Schulleiter Stefan Engel. Es kommt auf die Kleinigkeiten an, die ein Lächeln auf die Lippen zaubern – oder auch das Einstehen für Fehler.

Ein Schüler habe einmal eine weiße Wand mit seinen Schuhen verschmutzt, erzählt Peppler. Er gab es zu und erklärte sich bereit, sie neu zu streichen. Der Lehrer wurde daraufhin Zeuge von mehr Fair Play, als er erwartet hatte: Sieben, acht Freunde standen nachmittags da, um die Wand gemeinsam wieder in frischem Glanz erstrahlen zu lassen.

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