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Koppelverbot bestätigt: Fichtenhof-Besitzerin reicht Klage ein, hofft aber auf einvernehmliche Lösung

Von Tierschutz contra Naturschutz? Die Pferdekoppel im Kirdorfer Feld erhitzt die Gemüter und landet jetzt schon wieder vor Gericht.
Eine malerische Szene: Freudig galoppiert ein Pferd über die neue Koppel, beobachtet von Reitschülerinnen aus dem Fichtenhof. Foto: Matthias Reichwein Eine malerische Szene: Freudig galoppiert ein Pferd über die neue Koppel, beobachtet von Reitschülerinnen aus dem Fichtenhof.
Kirdorf. 

Nächste Runde im Kirdorfer Koppelstreit: Die beim Regierungspräsidium angesiedelte Obere Naturschutzbehörde (ONB) hat der RF Reitsport Fichtenhof GmbH & Co. KG die Nutzung ihrer Pferdekoppel auf dem Kirdorfer Feld untersagt und angeordnet, die bereits aufgestellten Zäune zu beseitigen. Mittlerweile ist die Angelegenheit aber schon wieder vor Gericht: Denn Fichtenhof-Besitzerin Dr. Barbara Werner hat eine Anfechtungsklage und Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz eingereicht.

Wie berichtet, hatte Werner in direkter Nachbarschaft zu ihrem Reiterhof im Usinger Weg eine Koppel im Kirdorfer Feld errichtet, auf der ihre Pferde Auslauf bekommen sollen. Dies hatte die im Rathaus ansässige Untere Naturschutzbehörde zunächst untersagt. Auch der BUND hatte sich gegen die Koppel ausgesprochen. Bei der Interessengemeinschaft waren die Meinungen zumindest zwiespältig. Das Verwaltungsgericht Frankfurt hatte wenig später allerdings Werner Recht gegeben. Und jetzt geht die gerichtliche Auseinandersetzung also wieder von vorne los.

Die ONB beruft sich bei ihrem Verbot auf die „Natura 2000-Verordnung“ des Landes Hessen. „Diese legt fest, dass im FFH-Gebiet ,Kirdorfer Feld‘ ein günstiger Erhaltungszustand des dort vorkommenden Lebensraumtyps 6510 ,Magere Flachland-Mähwiesen‘ zu gewährleisten ist“, sagt Behördensprecher Christoph Süß. Die nicht genehmigte Pferdebeweidung und der Aufbau von Zäunen seien Störungen des Natura-2000-Gebietes, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Lebensraumtyps führen könnten.

Rotationsprinzip

„Ich hätte nie gedacht, dass aus unserer Koppel ein so großes Thema werden würde“, sagt derweil Dr. Barbara Werner. Dass sie jetzt erneut vor Gericht ziehen muss, erstaunt obendrein: „Die Sache war doch bereits durch das Verwaltungsgericht entschieden.“ Spricht man mit der Fichtenhof-Chefin, hat man den Eindruck, dass sie manchmal an sich halten muss. Doch letztlich wäre es ihr am liebsten, wenn man eine einvernehmliche Lösung finden könnte. „Artgerechte Tierhaltung und Naturschutz schließen einander doch nicht aus.“ Zumal sie bei ihrer Recherche auch schon auf Abhandlungen gestoßen sei, die ein Zusammenspiel von Pferden, die Wiesen beweiden, und „Natura 2000“ nicht ausschließen. Sie denkt an ein Rotationsprinzip: vier Wochen Beweidung, sechs Wochen Ruhe. Dafür bräuchte sei jedoch noch mehr Koppelfläche als die bisherigen 1,8 Hektar. Aber sie ist überzeugt, dass die Pferde pflegend auf die Fläche wirken würden.

„Mit etwas gutem Willen müsste es doch möglich sein, eine Lösung zu finden. Ich bin jedenfalls verhandlungsbereit“, so Werner. Man müsse aber auch die Themen artgerechte Haltung und Tierschutz im Auge behalten. Und: „Pferde gehören auf die Koppel.“ Ihr Dilemma: Sie würde ihren Stall ja auch in anderer Richtung ausdehnen, doch dies ist wegen der umgrenzenden Nachbarschaft nicht möglich.

Die „Natura 2000-Verordnung“

Natura 2000 ist ein EU-weites Netz von Schutzgebieten zur Erhaltung gefährdeter oder typischer Lebensräume und Arten. Es setzt sich zusammen aus den Schutzgebieten der Vogelschutz-Richtlinie und

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