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Burgfestspiele in Königstein: Furioser Festzug zum Finale

Von Klappstühle am Straßenrand, Bänke am Busbahnhof – wer den Königsteiner Burgfest-Umzug genießen will, kümmert sich frühzeitig um passende Sitzgelegenheiten an strategisch günstigen Orten. Mit jeder Minute steigt die Spannung, bis Ordner Bernd Zierlein endlich auf dem Motorrad um die Ecke biegt: Es geht los!
Viele Gruppen hatten sich für den Festzug in unterschiedlichste Kostüme und Gewänder geworfen. Bilder > Foto: Heiko Rhode Viele Gruppen hatten sich für den Festzug in unterschiedlichste Kostüme und Gewänder geworfen.
Königstein. 

Für den großen Festumzug am Sonntagnachmittag hatte der Burgverein den Weg zum Ziel gemacht. „Vom Tal zur Burg“ hieß das Motto, und trotz des – im Vergleich zu den Vorjahren – früheren Beginns hatten sich rechtzeitig hunderte Menschen entlang der Strecke postiert. Bei warmem Sommerwetter bekamen sie 51 Gruppen und Wagen zu sehen. Genauer gesagt waren es sogar 52, denn der Halter des Autos mit Wiesbadener Kennzeichen, das direkt am Kapuzinerplatz stand, hatte die Zeichen der Zeit wohl nicht erkannt: Halteverbot, Abschleppdienst – und dem Zug stand nichts mehr im Weg.

Bilderstrecke Fotos vom Burgfest in Königstein
18.07.2015, Burgfest Königstein.

Foto: Heiko Rhode, Bad Homburg

***www.foto-rhode.de***18.07.2015, Burgfest Königstein.

Party im "Kö-Keller".

Foto: Heiko Rhode, Bad Homburg

***www.foto-rhode.de***18.07.2015, Burgfest Königstein.

Party im "Kö-Keller".

Foto: Heiko Rhode, Bad Homburg

***www.foto-rhode.de***

Der begann mit Pauken und Trompeten des Königsteiner Fanfarencorps, mit der sie die nachfolgenden Attraktionen durch die Straßen der Stadt geleiteten. An deren schriftlich nachweisbare Anfänge erinnerte die Kolpingfamilie Königstein, die evangelische Kirchengemeinde und der Ortsbeirat Schneidhain. Eine Woche zuvor war dort das Jubiläum „800 Jahre Kirche in Schneidhain“ gefeiert worden, gleichzeitig die Ersterwähnung Königsteins. Eine clevere Idee, ein Modell des Bauwerks in einen mit Stroh ausgelegten Wagen zu stellen – das erinnerte in der Tat an die Geburt der Kirche.

Nach einem tierischen Block mit Merinolandschafen, die am Bangert heimisch sind, und dem obligatorischen Kuhgespann von Bauer Schmitt aus Schneidhain folgte eine große Fußgruppe Königsteiner Bürger. Nicht nur an ihnen konnte man sehen, dass das „Fingerhut-Geschwader“ des Burgvereins wieder einmal ganze Arbeit geleistet und wunderschöne Kostüme gezaubert hatte. Die buntgemischte Truppe erinnerte daran, dass es schon im Mittelalter ein reges Markttreiben im Schatten der Burg gab.

„Jetzt wird’s kriegerisch“, warnte Rainer Kowald, der den Zug am Eingang zum Kurpark moderierte. Ein Freundeskreis ehemaliger Fußballer des 1. FC Königstein präsentierte die „eilende Türkenhilfe“, die darstellte, wie Graf Ludwig von Stolberg mit dem Wetterauer Grafen-Verein nach Ungarn zog. Aus Rücksicht auf die Zuschauer schraubten sie ihr Tempo von „eilend“ auf „gemächlich“ herunter.

Bilderstrecke Großer Festzug in Königstein
19.07.2015, Burgfest Königstein - Festzug.

Burgfräulein Isabelle I.

Foto: Heiko Rhode, Bad Homburg

***www.foto-rhode.de***19.07.2015, Burgfest Königstein - Festzug.

Burgfräulein Isabelle I.

Foto: Heiko Rhode, Bad Homburg

***www.foto-rhode.de***Großer Festzug beim Burgfest in Königstein. Burgfräulein Isabelle I.

Einige Minuten später tönte das Posthorn von Briefträger Lutz Paul. 1615 erhielt Königstein eine Posthalterei, wie es der Freundeskreis der Städte Königstein stilecht in einer Postkutsche nachstellte. Weniger freundlich ging der Jäger der Laienbühne Schloßborn mit dem „Wild“ Heiko Scheurich um: „Aus Küche und Keller wird aufgetischt“, so der Slogan, er rettete seine Haut und entkam.

Vor 200 Jahren wurde Georg Pingler, der Begründer des Kurwesens in Königstein, geboren. Grund genug für den Denkmalpflegeverein, sich Bärte anzukleben, Gehröcke anzuziehen und ihn auf diese Weise zu würdigen. Dazu passten die historischen Badeanzüge der Freunde des Kurbads, damals war die Kleiderordnung noch züchtiger als heutzutage.

Eine tolle Idee hatte auch die Kinderkirche der evangelischen Immanuel-Gemeinde und der Freundeskreis Asyl. „Das Hotel Procasky entsteht und beherbergt Gäste aus aller Welt“, hieß es bei ihnen. Es folgte eine große Gruppe mit vielen Flüchtlingen, die derzeit in Königstein leben. Andere Gäste kamen aus der Nachbarschaft, etwa der Fanfarenzug Kronberg. Ob er über den Philosophenweg anreiste, wie Kowald nahelegte, ist zu bezweifeln.

 

Gäste aus Kórnik

 

Eine besonders große Gruppe stellten die polnischen Gäste aus Kórnik anlässlich des zehnjährigen Bestehens er Städtepartnerschaft. Während die Weiße Dame Alexandra I. aus der Kutsche grüßte, präsentierte sich der junge Damenchor Tutti Sancti so ausgelassen wie kaum eine andere Gruppe.

Je später der Tag, desto schöner die Gäste: Es folgten die Jubilarinnen sowie weitere Hohe Burgfrauen, bevor die Ritter von Königstein skandierten: „Sie lebe hoch! Hoch! Hoch!“, und dann kam sie: Ihre Lieblichkeit Isabelle I., die souverän, würdevoll und strahlend von der Königsteiner Burg en miniature grüßte. Es war der buchstäblich krönende Abschluss eines Umzugs, bei dem alle Teilnehmer für ihre oft lange und liebevolle Vorarbeit mit viel Applaus belohnt wurden.

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