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Verkehrsführung am Ortseingang: Gilt hier bald Tempo 30?

Von In Oberstedten regt sich Widerstand gegen die geplante neue Verkehrsführung am Ortseingang. Ob das Konzept wie geplant umgesetzt wird, steht in den Sternen.
An der Kreuzung Niederstedter Straße/Industriestraße kommt es häufig zu gefährlichen Situationen. Es gibt zwar Vorschläge, wie die Probleme gelöst werden könnten. Darüber, was umgesetzt werden sollte, sind sich Ortsbeirat und Stadt aber nicht einig. Foto: Matthias Reichwein An der Kreuzung Niederstedter Straße/Industriestraße kommt es häufig zu gefährlichen Situationen. Es gibt zwar Vorschläge, wie die Probleme gelöst werden könnten. Darüber, was umgesetzt werden sollte, sind sich Ortsbeirat und Stadt aber nicht einig.
Oberstedten. 

Dass man die „Eier legende Wollmilchsau“ nicht finden werde – wie es Ortsbeiratsmitglied Marjon Roth (OBG) in Bezug auf den Verkehr am Ortseingang von Oberstedten mal formulierte - so viel ist klar. Fest steht auch, dass die aktuelle Situation rund um den neuen Rewe-Supermarkt an der Niederstedter Straße weder übersichtlich noch besonders sicher ist.

Das Thema hatte das Stadtteilgremium denn auch schon länger auf Trab gehalten – im September präsentierte die Stadt dann ein Konzept, das Abhilfe schaffen soll: Demnach sollte die Industriestraße, um den Kreuzungsverkehr zu entzerren, zur Einbahnstraße werden, das Befahren in Richtung Niederstedter Straße sollte untersagt werden. Denn das Gebot, dass aus der Industriestraße kommende Verkehrsteilnehmer nur nach rechts abbiegen dürfen, wird in der Praxis häufig ignoriert.

Außerdem sollte der Radverkehr – bis auf Teilbereiche des Gehwegs – wieder auf die Straße verlagert und generell nur noch in Fahrtrichtung geführt werden. Um die Regelung visuell zu verdeutlichen, sollten Schilder aufgestellt und auf der Fahrbahn Rad-Piktogrammketten markiert werden; für Fahrradschutzstreifen ist die Straße zu schmal. In Richtung Ortsmitte sollte darüber hinaus die Begrenzung auf Tempo 30 vor den Kurvenbereich gezogen werden.

„Zu gefährlich“

Allein: Die Umsetzung des Konzepts liegt aktuell auf Eis. Im Ortsbeirat hat sich nämlich Widerstand geregt, der jetzt in zwei gemeinsame Anträge von CDU und SPD mündete. Zum einen wollen die Fraktionen, dass der Radverkehr auf dem Fuß- und Radweg an der Niederstedter Straße auf der Rewe-Seite weiterhin in beide Richtungen gestattet ist. „Dieses Anliegen wurde auch vom Turnverein an uns herangetragen – es geht darum, dass die Kinder und Jugendlichen die Halle sicher erreichen“, sagte Jutta Niesel-Heinrichs (SPD). Das Fahren auf der Fahrbahn ortsauswärts mit Querung der Niederstedter Straße in Kreisel-Nähe sei zu gefährlich. Man vertrete eine „andere Auslegung“ als die Straßenverkehrsbehörde.

Die hält ihr Konzept für sicherer und befürwortet die Nutzung in beide Richtungen nicht: „Wir hatten doch – zusammen mit dem Ortsbeirat – zwei große Probleme identifiziert: die Gefahr für Kinder auf dem Rad an der Rewe-Zufahrt durch ein- und ausfahrende Autos und die Einmündung Industriestraße“, erinnerte Bernd Strobehn, Geschäftsbereichsleiter Umwelt, Energie und Verkehr, aus dem Rathaus. Darüber hinaus gab er zu bedenken, dass Rad fahrende Kinder bis zu einem Alter von zehn Jahren ohnehin einen Gehweg in beide Richtungen nutzen dürften. „Und dann müssen sie doch lernen, wie man sich im Straßenverkehr zurechtfindet“, pflichtete ihm Marjon Roth bei.

„Über was reden wir hier eigentlich? Eine Piktogrammkette, die aus dem Nichts anfängt und im Nichts endet“, echauffierte sich dagegen Niesel-Heinrichs, die das Ganze „unbefriedigend“ nannte. „Das Konzept wurde einfach so festgelegt, ohne noch mal mit dem Ortsbeirat Rücksprache zu halten“, kritisierte sie.

Dennoch will die Behörde Anregungen aus dem Gremium umsetzen: etwa, dass die Beschränkung auf Tempo 30 bis zum Kreisel vorgezogen wird – allerdings nur, wenn der Radverkehr tatsächlich auf die Straße kommt. Das sei die Bedingung, machte Strobehn klar. „Das ist eine einmalige Chance, auf einer der meistbefahrenen Straßen in Oberstedten Tempo 30 zu bekommen“, sagte Peter Matthäy (Grüne).

Angst vor mehr Rasern

Niesel-Heinrichs erschloss sich der Zusammenhang allerdings nicht. „Das ist nicht logisch – die Argumente werden hier so gebogen, wie es gerade passt“, monierte sie, stimmte aber zähneknirschend zu, dass der Antrag bis zur Dezembersitzung zurückgestellt wird.

Ein anderer Antrag, ebenfalls von CDU und SPD gestellt, passierte den Ortsbeirat – vor der Ausweisung der Industriestraße als Einbahnstraße soll erprobt werden, wie sich die Sicherung der Rechtsabbiegung durch feste Elemente und eine gut wahrnehmbare Beschilderung auswirkt. Kommt die Einbahnstraße, rechnen die Fraktionen mit mehr Rasern.

Strobehn versprach, die Idee zu prüfen. Die Spur müsste allerdings von der Breite her auch für den Lkw-Verkehr ausgelegt sein – „ob sie dann einen Nutzen hat, muss man sehen; es wird dort ja bewusst links abgebogen“.

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