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Designpreis: Goldschmiedin Bettina Gomez-Latus hat Auge und Händchen für Schmuck

Von Die Steinbacherin Bettina Gomez-Latus (50) entwirft Schmuck und ist dafür bereits mit einem Designpreis ausgezeichnet worden. Für ihre Kreativität spielen der heimische Küchentisch und Mischlingshündin Nanny eine besondere Rolle.
Bettina Gomez-Latus nimmt einen Ring unter die Lupe. Der, den sie für den „A’ Design Award“ kreiert, wird anders aussehen. Am Handgelenk trägt sie das bereits preisgekrönte Armband. Foto: Jochen Reichwein Bettina Gomez-Latus nimmt einen Ring unter die Lupe. Der, den sie für den „A’ Design Award“ kreiert, wird anders aussehen. Am Handgelenk trägt sie das bereits preisgekrönte Armband.
Steinbach. 

Es ist ein bisschen so, als würde der Metzger sagen, er sei Vegetarier: Da dreht sich das Gespräch seit gut einer Stunde um Schmuck, und dann erzählt Bettina Gomez-Latus plötzlich, sie trage ja eigentlich nicht so gerne Schmuck. Hat das die Steinbacherin gerade wirklich gesagt? Hat sie!

Mag ja sein, dass ihr das Tragen von Schmuck nicht so viel bedeutet. Umso lieber spricht die 50-Jährige über Ringe, Ohrringe und Armbänder – und kreiert sie. Die Arbeit der Goldschmiedin findet Anerkennung, wurde sie doch mit einem Designpreis, dem „A’ Design Award“, ausgezeichnet (siehe weiteren Text). Konkret gab es die Anerkennung für ein Armband, aber dazu später mehr.

Bettina Gomez-Latus gibt sich begeistert, wenn sie von der Preisverleihung im italienischen Como erzählt, von den vielen Menschen und Sprachen, die sie da getroffen respektive gehört habe. Der Preis kam rechtzeitig zum runden Geburtstag – ihre erste Auszeichnung, das hat gepasst.

„Der Award gibt mir das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein“, sagt die aus Oberbayern stammende Frau. „Die Bestätigung von einer Fachjury zu bekommen, das ist schon was anderes.“

Die Preisverleihung liegt schon ein paar Monate zurück, aber Gomez-Latus sucht diese Bestätigung erneut: Sie arbeitet bereits an einem anderen Schmuckstück, das sie für den Award einreichen will. Dieses Mal soll es ein Ring sein, ein breiter Bandring, möglicherweise mit einem Gittermuster. Bis Ende des Jahres will sie ihre Bewerbung fertig haben. Dazu gehört auch „Papierkram“ – die Arbeit muss umfangreich dokumentiert werden.

Arbeit am Computer

Wie genau das Teil aussehen wird, mag die Steinbacherin nicht verraten, der Konkurrenten wegen. Auch die Feinheiten, an denen sie arbeitet – zum Beispiel, dem Ring das richtige Gewicht zu geben – legt sie lieber nicht öffentlich dar.

Wer jedoch meint, ein Schmuckstück werde hauptsächlich im Werkstattbereich des hölzernen Hinterhaus-Ateliers entwickelt, täuscht sich. Auch das Handwerk setzt auf Computer: „Es ist viel Arbeit mit CAD“, sagt Gomez-Latus in Bezug auf ein Programm, wie es auch aus der Arbeit von Architekten bekannt ist, und zeigt verschiedene Ansichten und Entwürfe.

Manche Ideen, so erzählt sie, trägt sie über Jahre mit sich rum, bis sie sich nach und nach entwickeln. Die ausschlaggebende Überlegung kann beim Spaziergang mit Mischlingshündin Nanny kommen, aber auch daheim am Küchentisch. Dann müssen schnell ein Stück Papier und ein Stift her: Zeit zum Scribbeln. So entsteht ein rascher Entwurf, ehe es ans CAD geht.

„Der Küchentisch ist mein Lieblingsplatz“, sagt Bettina Gomez-Latus. Dort sei ihr auch die Idee zu dem Schmuckstück gekommen, das mit dem „A’ Design Award“ ausgezeichnet wurde, sagt sie und erzählt von einem Sonntagmorgen mit Kaffee, an dem sie an etwas Farbenfrohes dachte, das sportlich und elegant sein sollte.

Herausgekommen sind schließlich lederne Armbänder, auf die silberne Elemente aufgeschoben werden. Zum einen sogenannte Loops mit Edelstein-Köpfchen, zum anderen das, was die Goldschmiedin Flowers nennt: Blüten mit fünf Blättern, bearbeitet mit Feueremaille. Und weil es ja etwas Buntes sein sollte, gibt es das alles in verschiedenen Farben. Und: „Ich liebe Blumen“, sagt die Kreative mit Blick auf ihre Flowers. Überhaupt, das Runde, das Weiche, das gut Tragbare, das möge sie.

Ideenschmiede

Der Schaffensprozess war intensiv, bis alles so war, wie es sich die Mutter einer Tochter vorstellte – Letztere ist heute 16 und hat schon für eine Werbung für die schmückenden Blumen Modell gestanden. Die Mama, Bettina Gomez-Latus, hat die Aufschieber mehrfach überarbeitet, bis diese so waren wie gewünscht, zum Beispiel nicht verrutschten, wenn sie das Band um den Hals trug. „Zwei Mal ums Handgelenk gewickelt passt ein Mal um den Hals, das habe ich gelernt“, erzählt die Steinbacherin.

„Hier ist die Ideenschmiede“, sagt sie in ihrem Steinbacher Atelier. Produzieren lässt sie die Stücke von Partnern in Pforzheim; die Firma ihres Mannes vertreibt die preisgekrönten Teile. Übrigens unter einem Namen, der selbst an Blumen erinnert: Begola. Wofür die Buchstaben tatsächlich stehen, ist klar – für den Namen der Designerin.

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