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Glanzvolles Festkonzert: Gottes Wort in musikalischer Form

Zum Reformationsjubiläum gaben Mitglieder der beiden großen christlichen Konfessionen gemeinsam ein Konzert. Und das war weit mehr als nur Musik.
Zwei Chöre geben gemeinsam mit dem Streich-Ensemble Sinfonietta Seulberg ein Konzert in der Kirche. Zwei Chöre geben gemeinsam mit dem Streich-Ensemble Sinfonietta Seulberg ein Konzert in der Kirche.
Seulberg. 

500 Jahre nach der Spaltung gibt es viele Zeichen dafür, dass sich die beiden großen christlichen Kirchen wieder annähern – im Großen wie auch in dem kleinen Friedrichsdorfer Stadtteil Seulberg. Hier feierte der Chor der Kirchengemeinde zusammen mit dem katholisch orientierten Chor „Von allen Seiten“ aus Friedrichsdorf das Lutherjahr.

Ein beeindruckendes Konzert, klug geplant, sorgfältig geprobt, im Programmablauf harmonisch und im Ergebnis lebendig, abwechslungsreich, erfrischend und erfreuend. Brigitte Hertel, langjährige und erfahrene Chorleiterin, hatte eine gutes Gespür bei der Wahl der Stücke und der Musiker, die die Werke mit zusätzlichen Farben bereicherten.

Von der Empore erklang zu Beginn eine Fanfare, gespielt von einem intonationssicheren und beschwingt artikulierenden Posaunenquartett. Die vier Musiker hatten später noch einmal Gelegenheit, ihre klangvollen Künste zu präsentieren, dieses Mal im Altarraum, wo sie mit vier lebhaften italienischen Tänze aus dem 16. Jahrhundert brillierten.

Sonate auf Flöte

Ebenfalls als instrumentales Intermezzo ertönte ein Flötenduo auf hölzernen Traversflöten. Mit gedecktem, warmen Timbre spielten Nina Steinbronn und Sachiko Yoshida eine Sonate von G. P. Telemann. Der Frankfurter Komponist ist vor 250 Jahren gestorben. Aus diesem Anlass führten die Musiker zwei weitere Kantaten auf.

Doch vorgestellt hatte sich zuvor der Kirchenchor mit der festlichen und anspruchsvollen Kantate „Wohl dem, der den Herrn fürchtet“ des ältesten Sohnes von Bach, Wilhelm Friedemann Bach. Unterstützt von einem zuverlässigen Streich-Ensemble, der Sinfonietta Seulberg, meisterten die Sänger die kniffligen polyphonen Partien und umrahmten damit ein Sängerquartett. Die vier Solisten, Christina Schmied mit ihrem beweglichen, leichten und hellen Sopran, Vanessa Katz als Altistin, warm, voll und dennoch schlank im Ton, Florian Bauer mit angenehmer tenorale Präsenz und Timon Führ, überzeugender, natürlich artikulierender und klangschöner Bassist, erfreuten sowohl als stimmiges, passgenaues Quartett als auch als Solisten. Der düstere Eingangschor sowie der flehend bittende Schlusschor standen im Gegensatz zu den Soloarien, die beinahe tänzerisch oder koloraturgespickt temperamentvolle Akzente setzen.

Im symmetrischen Mittelpunkt des Programms standen zwei a capella Chorwerke, Max Reger’s – „Wir glauben an einen Gott“ und Maurice Duruflé’s „Notre Père“, präsentiert vom katholischen Chor unter der Leitung von Judith Hilgers. Das kleine Ensemble gestaltete die unbegleiteten Kompositionen mit ihren überraschenden harmonischen Wendungen stimmungsvoll und mit fast impressionistischer Feinheit.

Vaterunser im Zentrum

Sicherlich war es kein Zufall das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser, ins Zentrum zu stellen. Und als logische Konsequenz sangen dann beide Chöre gemeinsam die beiden letzten Kantaten. Von Mendelssohn eine prachtvolle Musik, als Wechselgesang mit kleiner und großer Chorbesetzung gestaltet, mit Solistenquartett, unterschiedlichen Instrumentengruppen oder im klanggefüllten Tutti. Und zum Abschluss „Ein feste Burg“, eine Choralbearbeitung von Telemann, glanzvoll und festlich.

Das Konzert war eine gelungene musikalische Predigt, wofür sich die Gemeinde mit begeistertem Applaus bedankte.

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