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Katholische Kirche: Großpfarrei St. Ursula blüht auf

Wie soll Kirche heute sein? Das hatte sich die katholische Pfarrei St. Ursula in ihrem Visionsprozess gefragt. Nun geht es ans Umsetzen, und einige Projekte stehen an.
Im Gemeindezentrum in Weißkirchen sprechen die Gläubigen aus der Pfarrei St. Ursula darüber, wie sie das erarbeitete Visionspapier in Handlungen umsetzen. Foto: Jochen Reichwein Im Gemeindezentrum in Weißkirchen sprechen die Gläubigen aus der Pfarrei St. Ursula darüber, wie sie das erarbeitete Visionspapier in Handlungen umsetzen.
Oberursel/Steinbach. 

Die Mitglieder der katholischen Großpfarrei St. Ursula Oberursel und Steinbach wünschen sich konkrete Handlungen. Das wurde am Samstag im Gemeindezentrum St. Crutzen in Weißkirchen deutlich, wo sich etwa 60 Gläubige getroffen haben. Sie sprachen einen Nachmittag lang darüber, wie sie „von der Vision zum Handeln“ kommen.

Zur Erinnerung: Die Vision ist ein Papier, das gemeinsam erarbeitet wurde und dessen Inhalt künftig Basis aller Entscheidungen der Pfarrei sein soll. Kurz zusammengefasst bedeutet dies vor allem: Offenheit nach außen, eine verstärkte Einbindung aller Beteiligten und kritische Auseinandersetzungen sowie neue Wege innerhalb der Glaubensgemeinschaft.

Die Kirche St. Ursula in der Oberurseler Altstadt steht stellvertretend für die Großpfarrei St. Ursula Oberursel und Steinbach, die sich in einem Visionsprozess ein neues Leitbild gegeben hat. Bild-Zoom
Die Kirche St. Ursula in der Oberurseler Altstadt steht stellvertretend für die Großpfarrei St. Ursula Oberursel und Steinbach, die sich in einem Visionsprozess ein neues Leitbild gegeben hat.

Eine, die neue Wege beschreiten will, ist Pastoralreferentin Katrin Gallegos Sánchez. Sie will über andere Formen der Liturgie und ritualisierte Wege der Glaubensauslebung diskutieren und nennt als Beispiel die von ihr mitorganisierte Veranstaltung „Augenblick mal!“, die meist samstags um 12 Uhr zu Musik, Gedichten und kleinen Geschichten in die Hospitalkirche lockt. Das Angebot richtet sich auch an Menschen außerhalb der Glaubensgemeinschaft. Daher stehen Gallegos Sánchez und ihre Mitstreiter schon eine Dreiviertelstunde vorher in der Strackgasse und sprechen vorbeikommende Passanten an. „So nehmen viele Menschen teil, die seit Jahren keinen Fuß mehr in eine Kirche gesetzt haben“, berichtet sie stolz. Dass die Veranstaltung lediglich 20 Minuten dauert, findet Zustimmung. „Länger würden viele Menschen heutzutage nicht in der Kirche verweilen wollen“, so der einhellige Tenor.

Neue Form der Liturgie

Junge Leute wieder für den Glauben zu begeistern, sehen die meisten als vorrangiges Ziel, wenn es um neue Formen der Liturgie geht. Eine offenkundige Problematik: Auch am Samstag ist kaum einer der Teilnehmer jünger als 30. Über zwei mögliche Projekte diskutiert eine Gruppe um Gallegos Sánchez: eine Wiederbelebung des Jugendgottesdienstes in Oberursel und einen abendlichen Gebetsabend in der Hospitalkirche. In Anlehnung an das „Nightfever“ in der Frankfurter Liebfrauenkirche soll dieser bei Musik und Kerzenlicht Gelegenheit zur Besinnung und Andacht bieten und eine Alternative zum eucharistiegeprägten Gottesdienst darstellen. Über eine vage Rollenverteilung und erste Ideen kommt die Gruppe in der Kürze der Zeit jedoch noch nicht hinaus.

Weiter ist da schon die Gruppe, die sich mit dem Projekt „Familien-Café St. Ursula“ beschäftigt. Kein Wunder, schließlich wird das Café schon diese Woche eröffnet. Dieses soll laut Organisatorin Elke Peglow ein Ort der Begegnung und des Gespräches sein und in den kalten Monaten den „Straßenkreuzer“ ersetzen. Denn das mobile Café der Pfarrei macht jetzt Winterpause. „Die Resonanz auf den ,Straßenkreuzer‘ war so positiv, und viele junge Eltern haben den Wunsch geäußert, auch im Winter einen Platz zum Austausch untereinander zu haben. Für Familien mit kleinen Kindern ist es ja oftmals schwer, in normale Lokale zu gehen,“, erklärt Peglow. Das Familien-Café ist fortan donnerstags von 15.30 bis 17.30 Uhr im Hieronymi-Saal des Rathauses geöffnet. Peglow geht es heute vor allem darum, das Projekt näher ins Bewusstsein zu rücken und weitere Ideen zu sammeln.

Auch andere Diskussionsgruppen konkretisierten Projekte. So plant Bärbel Andresen, Quartiersmanagerin des Förderprogramms Soziale Stadt in Steinbach, für kommenden September ein Männerfest. Seelsorgerin Anita Novotny möchte die Trauerseelsorge ausweiten, zum Beispiel eine Notrufnummer anbieten. Und Sabine Soeder möchte einen Kirch-Salon einrichten, der zwei bis drei Mal im Jahr den Mitgliedern der verschiedenen Gemeinden der Pfarrei einen Ort des Austauschs bieten soll.

Nächste Schritte machen

Das Hauptaugenmerk liegt für alle Beteiligten nun darauf, das Besprochene auch durchzuführen. „Wichtig ist jetzt vor allem, die nächsten Schritte zu gehen und die Umsetzung der Themen weiter voranzutreiben“, sagte Pastoralreferentin Susanne Degen. Denn die Vision soll Wirklichkeit werden.

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