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Aufstockung der Geschäftsführung: Grüne kritisieren RMD-Personalrochade scharf

Die personelle Aufstockung der Geschäftsführung der kriselnden Rhein-Main-Deponie GmbH (RMD) bringt die Kreis-Grünen auf. Statt einer Aufklärung der Missstände bei der GmbH erkennen die Grünen nur ein „Weiter so“ und Wegducken der Verantwortlichen.
Norman Dießner (Grüne) kann nicht verstehen, wie die Verantwortlichen der Deponie GmbH in ihren Positionen bleiben können. Foto: Jochen Reichwein Norman Dießner (Grüne) kann nicht verstehen, wie die Verantwortlichen der Deponie GmbH in ihren Positionen bleiben können.
Hochtaunus. 

Es fällt nicht leicht, einen gestandenen Politiker wie Norman Dießner (Grüne) noch zu überraschen. Doch irgendwie schafft es die Regierungskoalition auf Kreisebene dann doch immer wieder, den Fraktionschef der Grünen zu verblüffen.

Jüngstes Beispiel ist die Entscheidung, der kriselnden Rhein-Main-Deponie GmbH (RMD) mit Heino von Winningen einen dritten Geschäftsführer zu verpassen. „Dass man jetzt noch mehr Personal an Bord holt, ist völlig unverständlich“, so Dießner. Ein Neuanfang sehe anders aus.

Der Grünen-Politiker fragt sich, wie das neue Dreigestirn künftig agieren wird. „Welche Rolle spielen die beiden alten Geschäftsführer? Und der Neue soll den Streitschlichter spielen? Das ist alles sehr ungewöhnlich.“ Kein Unternehmen in der freien Wirtschaft würde so agieren und die beiden Manager, die den Karren in den Dreck gefahren haben, als Frühstücksdirektoren behalten. In der freien Wirtschaft muss derjenige, „der Scheiße gebaut hat“, gehen, nur bei kommunalen Gesellschaften sei das nicht so. Doch in Zeiten, in denen selbst Jogi Löw als Bundestrainer weitermachen dürfe, brauche man sich über nichts mehr zu wundern. Und Löw habe ja wenigstens aus der Vergangenheit Erfolge vorzuweisen.

Seine Fraktion habe erwartet, dass jetzt endlich reiner Tisch gemacht und Verantwortung übernommen werde, betont Dießner. Dass sei aber wohl nicht möglich, da sich die beiden Anteilseigner – der Main- Taunus- und der Hochtaunuskreis – nicht einig seien. Und so habe man mal wieder „einen aus den eigenen Reihen“ in eine Chefposition gehoben. „Da ist es wieder: Das schier unerschöpfliche CDU-Reservoire an Talenten“, ätzt Dießner. Das zeige mal wieder die typische Mentalität der Union. Er würde sich nicht wundern, wenn man für den RMD-Geschäftsführer Markus Töpfer (der CDU-Mann war zuvor Bürgermeister in Schmitten) noch eine eigene Gesellschaft gründen würde, damit er auch weiterhin versorgt ist.

Krafts „lautes Schweigen“

Auffällig ist in Dießners Ohren auch das „laute Schweigen des Kreisbeigeordneten Uwe Kraft“. Der CDU-Politiker ist Aufsichtsratsvorsitzender der RMD und müsste derzeit als oberster Aufklärer agieren – was er aber nicht tut. Im Gegenteil, sagt Dießner: „Jahrelang hat Herr Kraft uns weiß gemacht, dass bei der RMD alles bestens laufe und keinerlei Kritik zugelassen“. Doch jetzt, in der Krise, müsse Landrat Ulrich Krebs (CDU) die Angelegenheit zur Chefsache machen. „Was auch gut ist, weil der Landrat wenigstens versucht, etwas zu unternehmen.“

Kraft hingegen würde – wohl auch mit Blick auf seine nächstes Jahr anstehende Wiederwahl – einfach nur an seinem Stuhl kleben. Die Situation sei unglaublich – bei der RMD seien Millionen versenkt worden, aber niemand übernehme Verantwortung. Dießner: „Als Krisenmanager hat Uwe Kraft komplett versagt und sollte sich mehr zur Wiederwahl stellen.“

BLB: Koalition bedient sich

Kritik am dritten Geschäftsführer-Posten bei der RMD kommt auch aus Bad Homburg. Denn für den Fraktionschef der BLB, Armin Johnert, ist dies der „traurige Beweis dafür, wie CDU und SPD politische Macht als Selbstbedienungsladen nutzen“. Stets würden neue, gut dotierte Posten politisch besetzt – mal komme ein SPD-Mann zum Zuge, mal jemand aus der CDU.

Dass jetzt bei der RMD parallel zum Schaffen einer überflüssigen Manager-Stelle noch Stellen abgebaut und Weihnachtsgeld gestrichen werde, schlage dem Fass jedoch die Krone ins Gesicht. Da sei es zwar an sich löblich, wenn sich die SPD im Main-Taunus-Kreis über diesen Vorgang empöre (wir berichteten), aber im Main-Taunus säßen die Genossen auch in der Opposition. Anders im Hochtaunuskreis und in Bad Homburg – aber hier sei in Sachen Arbeitnehmerschutz nichts zu vernehmen. „Logo“, sagt Johnert, denn sowohl im Hochtaunus wie in der Kurstadt habe sich die SPD genüsslich in einer Gro-Ko eingerichtet, gefalle sich in dieser Rolle und profitierte selbst vom Postengeschacher. col

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