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Tierheim Hochtaunus: Herrchen verzweifelt gesucht - Tiere warten auf neues Zuhause

Kaninchen, wohin das Auge reicht: Das Tierheim Hochtaunus in Oberursel sucht händeringend ein Zuhause für die putzigen Artgenossen, die derzeit fast täglich in der Einrichtung abgegeben werden. Die Tierheimleiterin spricht von einem „Kaninchen-Alptraum“.
Die fünf Kamerunschafe kamen vor fast einem Jahr übers Veterinäramt ins Tierheim Hochtaunus in Oberursel. Seitdem suchen die Mitarbeiter nach einem Halter für die Tiere. Die fünf Kamerunschafe kamen vor fast einem Jahr übers Veterinäramt ins Tierheim Hochtaunus in Oberursel. Seitdem suchen die Mitarbeiter nach einem Halter für die Tiere.
Hochtaunus. 

Ihr Anblick versetzt Kinder und Erwachsene gleichermaßen in Entzücken. Um sie zu beschreiben, werden oft Ausdrücke wie putzig oder niedlich verwendet. Ihrem lustigen Hoppeln oder dem sorglosen Mümmeln kann kaum einer widerstehen. Kaninchen sind einfach zum Knuddeln. Derzeit gibt es sie in großer Anzahl im Tierheim Hochtaunus, das dringend ein neues Zuhause für die Tiere sucht.

„So extrem war das bei uns noch nie. Kaum vermitteln wir mal ein Kaninchen, schon wird das nächste abgegeben“, sagt Tierheimleiterin Nicole Werner. Mit etwa 15 mittelgroßen Kaninchen im Alter zwischen zwei Monaten und sieben Jahren habe die Einrichtung ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. „Es gibt sogar eine Warteschlange für Halter, die ihre Tiere ebenfalls abgeben wollen“, sagt Werner. Als Gründe würden die meisten Zeitmangel oder einen bevorstehenden Umzug nennen – „aber ob das immer so stimmt, das weiß ich nicht“, gibt sich die Chefin skeptisch. Für sie und ihre acht Mitarbeiter ist die große Anzahl „ein wahrer Kaninchen-Alptraum“, den sie sich allerdings nicht erklären kann. „Warum es ausgerechnet in diesem Jahr so viele sind, keine Ahnung. Ich freue mich nur, wenn sich möglichst bald Interessenten für die Kaninchen finden“, erklärt sie.

Lebende Rasenmäher

Neben Katzen und Hunden, die ebenfalls neue Besitzer suchen und auf der Homepage des Tierheimes zu finden sind, machen der Tierheimleiterin vor allem ihre fünf Schafe Sorge. „Das sind Kamerunschafe, die wir vor fast einem Jahr vom Veterinäramt bekommen haben“, berichtet Nicole Werner. Sie würde sich freuen, wenn sich ein Halter dafür finden würde, beispielsweise jemand aus dem Hintertaunus, der „lebende Rasenmäher“ benötige und über die entsprechende Fläche verfüge. Die Schafe will Werner gegen eine Spende abgeben, bei den Kaninchen fällt eine Vermittlungsgebühr von 30 bis 40 Euro an.

Zwei der 15 Kaninchen, die derzeit im Tierheim leben. Bild-Zoom
Zwei der 15 Kaninchen, die derzeit im Tierheim leben.

Mit den Sommerferien kommen schließlich auch die Pensionsgäste ins Tierheim. „Eigentlich sind wir schon seit langem ausgebucht. Aber es gibt immer noch Leute, die fragen, ob wir nächste Woche ihren Hund aufnehmen können“, sagt die Leiterin. Das sei natürlich sehr kurzfristig gedacht, um die Unterbringung ihrer Haustiere solle man sich rechtzeitig kümmern. Dass vor den Ferien mehr Tiere ausgesetzt werden würden, das stimme nicht. „Leider gibt es das ganze Jahr über zu viele Fundtiere.“

Im Tierheim Hochtaunus gibt es für sie dann erst einmal ein Dach über dem Kopf. Hier werden sie medizinisch versorgt, erhalten Futter und Streicheleinheiten. In den Ausläufen gibt es Swimmingpools, zudem kann die Einrichtung auf rund 30 Gassi-Paten zurückgreifen, die regelmäßig mit den Hunden spazieren gehen. Insgesamt sind derzeit 90 Hunde, Katzen und Kleintiere im Tierheim untergebracht.

Sanierung nötig

Bevor Fundhunde jedoch ihre normale Unterkunft beziehen können, kommen sie in die Quarantänestation. Diese bedarf jedoch einer dringenden Sanierung, denn sie wurde bereits 1964 gebaut. „Die Quarantäne ist in einem schlechten Zustand. Sie ist nicht gedämmt und die Fliesen sind kaputt, es wird wirklich Zeit für eine Renovierung. Wir holen gerade Kostenvoranschläge für die Reparaturarbeiten ein“, so Werner. Sie rechnet mit einem Betrag von 30 000 bis 40 000 Euro und hofft, dass das Tierheim das Geld für ein Umbau bis im kommenden Jahr aufbringen kann.

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